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PflanzenreichBrockhaus 1882

Flachs, neuseeländischer (Phormium tenax), eine große perennierende Liliacee (Gruppe der Asphodeleae), deren linienförmige, gekielte, 1.50 bis 2,om lange Blätter einen mächtigen, grünen Busch bilden. Letztere sind infolge ihres Reichtums an wano Faser von außerordentlicher Zähigkeit, weshalb sie in Neuseeland zur Fabrikation von Stoffen und Seilwerk benutzt werden. Wiederholt hat man die Kultur des Neuseeland-Flachses als Gespinstpflanze versucht; im ganzen aber sind ihrem Anbau zwei Hindernisse entgegen, die Strenge des Winters unsers Klimas und das langsame Wachstum, das den Bedürfnissen einer Industrie leineswegs entspricht. Zwar übersteht er bisweilen mehrere Jahre lang — wenigstens in den wärmern Gegenden Deutschlands — den Winter ohne Nachteil, um schließlich doch härterm Froste zum Opfer zu fallen. Er ist aus diesem Grunde in Deutschland eine Zierpflanze geblieben, die man in Kübeln oder großen Töpfen kultiviert, im Frühjahr im Freien aufstellt, wo er zumal auf dem Gartenrasen von unvergleichlicher Wirkung ist, und beim Herannahen der ersten Herbstfröste in die Orangerie zurückbringt. Im Freien hält er selten aus und nur an sehr guten Orten und dann immer nur unter einer Laub⸗ oder Strohdecke. Imposant nimmt sich diese Pflanze aus, wenn sich mitten zwischen den zwar zweizeiligen, aber nach allen Seiten hin geneigten Blättern die über 2m hohen Schäfte mit rispenförmig geordneten, röhrigen, ockergelben Blumen erheben. Eine sehr effektvolle Pflanze ist auch die Spielart var. variegatum, bei der die Blätter blaßgelb oder weißlich bandiert und von einem rostroten urrem eingefaßt sind. Andere recht malerische Spielarten sind Veitchii variegatum mit etwas schmälern aber ebenso bunten Blättern, var. nigrolimbatum, Blätter breit, graugrün, von einem schwarzen oder schwärzlich-purpurnen Bande eingefaßt u. a. Fiachbaumi s. unter Antidesma. lachsbaumwolle, auch Flachswolle genannt (frz. coton-lin, engl. flax-cotton), durch Kochen mit Atznatronlauge, Behandlung mit Schwefelsäure und Verkürzung durch Schneiden der Baumwolle ähnlich gemachtes und wie diese mit Krempeln bearbeitetes Flachsstroh oder auch mit Chlor gebleichtes und sorgfältig gekrempeltes Flachswerg, das, in der Feinheit und Gleichmäßigkeit der Faser der Baumwolle bedeutend nachstehend, zweckmäßig nur in Zeiten Verwendung findet, wo diese hoch im Preise steht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 863Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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