Flanken heißen in der formellen Taktik die seitlichen Enden einer Truppenaufstellung, deren Gesichtsseite die Front, die Kehrseite deren Rücken genannt wird. In der angewandten Taktik und in der Strategie wird der Ausdruck F. auf Stellungen und Aufstellungen im großen übertragen. Die F. sind von Natur schwach, namentlich bei slachen Formationen und Stellungen, daher feind⸗! liche Flankenangriffe sehr gefahrbringend sind. Die F. einer Stellung deckt man durch das Terrain, durch Befestigungsanlagen oder durch starke Artilleriestellungen. Man flankiert den Gegner, wenn man ihn von der Seite faßt und beschießt. Flankieren ist häufig gleichbedeutend mit Überflügeln. Bei der Kavallerie bezeichnet Flankieren das zer-H streute Gefecht zu Pferde. Die einzelnen Reiter heißen Flankeurs. Der Zweck des Flankierens ist, den Feind zu beobachten und ihn abzuhalten, die Truppen zu beunruhigen oder ihre Aufstellung l und Bewegungen in der Nähe zu rekognoszieren. x F. heißen in der Befestigungskunst Linien, welche bestimmt sind, den Raum vor einer andern, namentlich den Graben von der Seite zu verteidigen oder sie zu flankieren. In der bastionierten Befestigung (s. Bastion und Festungs bau) treten die F. unmittelbar an den Mittelwall (Courtine) stoßend vor, um den Graben vor demselben und vor den Facen des nebenliegenden Bastions zu bestreichen. Der Entstehung der Bastione aus den Türmen der alten Mauerbefestigung gemäß setzte man ursprünglich die F. senkrecht auf die Courtine, später indes zweckmäßiger rechtwinkelig auf die Verlängerung der Face des Nebenbastions. Um die Geschütze auf den F. der feindlichen Enfilade (s. d.) besser zu entziehen, hat man die F. häufig nach dem Innern des Bastions zurückgezogen oder gekrümmt, zuweilen auch mehrere F. etagenförmig hintereinander gelegt, um eine verstärkte und namentlich niedere Grabenbestreichung zu erlangen. Beides erreichte man besser durch die kasemattierten F., bei welchen die Geschütze in mehrern Etagen von Kasematten (Flankenbatterien) übereinander gestellt werden können. Die zur Flankierung dienenden Geschütze heißen Flankengeschütze. Bei Halbredouten und Lünetten (s. Feld befestigung) heißen F. die den seitlichen Abschluß bildenden kurzen Linien. lankenbatterie, s. u. Batterie (militärisch). lansch oder Flansche (frz. bourreélet, collet; engl. flange) nennt man den scheibenförmigen Rand an Rohrenden, der die Verbindung mit einem mit entsprechendem Rand versehenen zweiten Rohr mittels Schrauben gestattet. — Flanschenrohr, s. unter Eisengießerei (Bd. V, S. 9045).