Flemming (Jak. Heinr., an von), kursächs. Staatsminister und Feldmarschall, geb. 3. März 1667, stammte vielleicht aus niederländischem, vor 1315 in Pommern eingewandertem Geschlechte, welchem mehrere ausgezeichnete Feldherren und Staatsmänner in Schweden, Polen und Sachsen angehören, und dessen bedeutende Besitzungen in Pommern den Fischen Kreis bildeten. Nach vollendeten Studien ging F. 1688 mit Wilhelm von Oranien nach England, kämpfte bei Fleurus, Heilbronn und in Italien im brandenb. Kontingent gegen die Heere Ludwigs XIV. und trat dann in sächs. Dienste als Generaladjutant des Kurfürsten Johann Georg. Vom Kurfürsten Friedrich August, mit dem er 1695 in Ungarn focht, rasch befördert (er brachte es 1711 bis zum Generalfeldmarschall und 1712 zum dirigierenden Kabinettsminister), wußte F. als dessen Gesandter in Warschau, wo sich der Kurfürst 1697 um die poln. Krone bewarb, ihm dieselbe durch Bestechung der Großen zu verschaffen. In dem Kriege gegen Schweden unterhandelte er den Bund mit Dänemark, focht in Litauen, ward bei Clissow 1702 geschlagen und schwer verwundet und ging 1703 als Gesandter nach Kopenhagen. Nachdem Karls XII. Glück sich gewendet, bemühte er sich vergebens, dem Kurfürsten von Sachsen Livland zu verschaffen und den König von Preußen zu einer Kriegserklärung gegen Schweden zu bewegen. Er starb zu Wien 30. April 1728. Mit großem Ehrgeiz, der sich besonders auf Ansammlung eines fürstl. Vermögens und glänzende Repräsentation richtete, verband er Tapferkeit, schnelle Fassungskraft und unermüdliche Thätigkeit, die freilich wesentlich in den Künsten der Intriguen zur Meisterschaft wurde. ö