Flußspat oder Fluorit, ein Mineral aus der Ordnung der Haloidsalze, im regulären System, am häufigsten im Würfel, Oktaeder oder Rhombendodekaeder krystallisierend, mit oft sehr großen und regelmäßig ausgehildeten Individuen, auch derb in großkörnigen und stengeligen Aggregaten, sowie als dichte und erdige Masse. Die Krystalle spalten ausgezeichnet nach dem Oktaeder, haben, als besonderes Glied der Skala, die Härte 4 6wischen Kalkspat und Apatit), das spezifische Gewicht 3,15 bis 3,2. Der F. ist an sich farblos und wasserhell, aber in der Regel gefärbt, bisweilen weiß und grau, namentlich schön violblau oder smaragdgrün, prächtig rosenrot, intensiv weingelb oder honiggelb, dabei mit eigentümlichem feuchten Glasglanz versehen; nicht selten sind zweierlei Farben vereinigt, indem ein und derselbe Krystall außen und innen abweichend gefärbt ist. Alle diese a verschiedenen Farben rühren von einer nur spuren-n haften Beimengung einer Kohlenwasserstoffverbindung her, womit zusammenhängt, daß die gefärbten Varietäten durch Glühen wasserhell werden r und dabei einen kleinen Gewichtsverlust erleiden, r welchen im Gegensatz dazu der farblose F. in der r dale nicht erfährt. Die engl. Krystalle von Weardale und Alston Moor zeigen die Eigenschaft der Fluoreszenz, indem sie im durchfallenden Lichte lebhaft grün, im auffallenden prachtvoll blau er⸗ d scheinen. Vielfach enthalten die Krystalle des F. 7 fremde Einschlüsse, noch häufiger sitzen zahlreiche 1 kleine Kryställchen von Quarz, Kupferkies, Eisenties, Bleiglanz und andere Mineralien, bisweilen als krustenartiger Überzug darauf. Chemisch ist der F. Fluorcalcium, Ca., bestehend aus 48,72 Fluor und 51,½28 Calcium. Sowohl durch Erhitzung als durch Bestrahlung vermittelst des Sonnenlichts erlangt der F. die Eigenschaft, im Dunteln zu phosphoreszieren. on konzentrierter Schwefelsäure wird er unter Entwickelung von t Fluorwasserstoffsäure (Flußsäure) vollständig zersetzt, von Salzsäure und Salpetersäure etwas schwer aufgelöst. ö Der F., ein häufig vorkommendes Mineral, findet sich auf den Zinnerzlagerstätten von Sachsen,. Böhmen und Cornwall, auf Silbererzgängen 6. B. von Freiberg, Marienberg, Gersdorf, Annaberg im Erzgebirge, Schwarzwald, bei Kongsberg in Norwegen), auf Bleierzgängen in Derbyshire, Cumberland, Northumberland, Devonshire, in den krystallinischen Schiefern der Schweizer Alpen 3. B. am Rhönegletscher, St. Gotthard); derber F. bildet mächtige nnd in Gänge zu Stolberg am Harz und Steinbach in Meiningen, Bei dem sog. Stinkfluß von Wölsendorf in Bayern, welcher beim Schlagen und Zerreiben einen auffallenden Geruch nach unterchloriger Säure entwickelt und nach Schönbeins Ansicht Antozon enthalten sollte, wird der Geruch ebenfalls durch eine innig beigemengte Kohlenwasserstoffverbindung hervorgebracht welche durch Ather extrahiert werden kann; nach O. Löw besteht die riechende Substanz aus freiem Fluor. Die schön gefärbten, stark durchscheinenden, großkörnigen und stengeligen Varietäten des F. werden in England zu allerhand Ornamenten und Utensilien (spar ornaments) verarbeitet und lieferten vielleicht schon den Alten das Material für die Vasa murrhina genannten prächtigen Gefäße. Als Flußmittel benutzt man ihn beim Schmelzen von Kupfer⸗, Silber⸗ und Eisenerzen, sowie in der Probierkunst, woher auch der Name F. rührt. Endlich dient er zur Darstellung der