FeedFoi (rz.)
ErdkundeBrockhaus 1882

Foi (rz.), Glaube, Treue; ma foi, meiner Treu! Joig mi Ort in Bosnien, s. Foynitz ta. Jahrh. Ariége sowie der schaht un seit dem 11. Jahrh. betehenden Guaf des spätern Umgebung am Füße der Pyrenäen und am linken Ufer OTontom in 406 m Höhe gelegen, Station der Linie Toulouse-Foix-Tarascon der Französischen Südbahn, ist schlecht und eng gebaut und von einem auf 46m hohem behe cht. Bie alten Schlosse mit drei got. Türmen 43.96.5 Die Stadt zählt (1876) 5127 (Gemeinde 6362) E., welche Stahlhämmer, Fabriken von Gänseleberpasteten, Bierbrauerei und Lohgerberei unterhalten, sowie Handel mit Eisen, Stahl, Sensen, Feilen, grobem Tuch, Pech — Harzen betreiben. Zwei⸗ wirksame ineralquellen entspringen hier. F. ist Sitz eines Tribunals erster Instanz, hat ein Kommunal-Collége, ein Lehrerseminar, eine Bibliothek, die sich mit der Präfektur in den Gebäuden der ehemaligen Abtei St.⸗ Volusien (wohl im 5. Jahrh. gegründet) befindet, Kasernen, ein Gefängnis und ein Korrektionshaus. Simon von Montfort konnte die Burg nicht nehmen, aber König Philipp III., dem Kühnen, gelang dies 1272. den Religionskriegen litt der Ort schwer durch beide Parteien. Poix, ein altes franz. Grafengeschlecht, das von der Grafschaft F. (Depart. Aridge) den Namen empfing. Roger F. erbte von seinem Vater Bernard, dem jüngern Sohne des Grafen Roger I. von Carcassonne, einen Teil des Landes und nahm in der Mitte des 11. Jahrh., nachdem er durch Erbschaft noch das übrige vereinigt, den Grafentitel an, der nach dem Erstgeburtsrechte forterbte. — Raymond Bernard F. begleitete 1190 König Philipp August nach Palästina. Dennoch wurde er nachher der Ketzerei beschuldigt, worauf der Graf Montfort sich in den Besitz semmw Güter setzte. Gegen die Bedrückungen im Bunde mit dem Grafen von Toulouse kämpfend, fiel er 1223 nach der Einnahme von Mirepoix. — Gaston II. F., stand der Krone in den Kriegen mit den Engländern ausdauernd bei und erhielt dafür einen Teil der Grafschaft Lautrec. Er fiel 1343 bei der Belagerung von Algesiras, wo er Alfons XI. von Castilien gegen die Mauren unterstützte. Gaston III. F., des vorigen Sohn, seiner Schönheit wegen Phébus (Phöbus) genannt, prachtliebend und kriegerisch, unterstützte den amr 0u. Streite gegen die Engländer und wurde dafür Gouverneur von Languedoc und Gascogne. Seine Gemahlin Agnes, Tochter König Philipps III. von Navarra, verstieß er. Des Einverständnisses mit Karl dem Bösen verdächtigt, entfernte er sich Preußen, von wo er mit den Deutschherren gegen die heidnischen Litauer zog. Als er 1358 zurückkehrte, half er der königl. Familie in dem Kampf gegen die Jacquerie. V demselben Jahre kämpfte er mit dem Grafen Armagnae um Béarn und machte seinen Nebenbuhler in der Schlacht von Launac zum Gefangenen. Als ihm Karl V. das Gouvernement von Languedoc nehmen wollte, behauptete er sich und schlug den Herzog von Berri in der Ebene von Revel. * der Besorgnis, sein Sohn beabsichtige ihn auf Anstiften Karls des Bösen zu vergiften, ließ F. erstern, nachdem er 1382 in seine Hände gefallen, verhungern. ich starb ohne Erben 1391 und hinterließ ein Gedicht über die Jagd (Miroir de Phébuso, Par. 1620 u. öfter), dessen schwülstiger Stil (faire du Phébus, soviel wie schwülstig schreiben, reden) sprichwörtlich geworden ist. Der König verlieh nun die Besitzungen an Matthieu F., welcher 1398 kinderlos starb. Hierauf nahm Archambauld von Grailly, der Gemahl Isabellas, der Schwester Matthieus, wenigstens einen Teil der Grafschaft mit Waffengewalt und legte, nachdem er 1401 in dem Besitze bestätigt worden war, sich und seinen Nachkommen den Titel der Grafen von F. bei. Er starb 1412. Jean, Graf von F., des letztern Sohn, wurde von Karl VI. zum Generalkapitän von Languedoc, Auvergne und Guienne ernannt, was ihn mit dem Dauphin in Streitigkeiten verwickelte. Als indes der Dauphin als Karl VII. den Thron bestiegen hatte, söhnten sich beide aus, und Jean wurde 1425 Oberbefehlshaber des Heers und mit Bigorre beschenkt. Er starb 4. Mai 1436. — Ga ston IV., Graf von F., sein Sohn, leistete dem Könige Karl VII. 11.— Dienste im Kampfe gegen die Engländer. Sein Schwiegervater, Johann II., König von Navarra, erklärte ihn 1455 zu seinem Nachfolger. überdies erhob ihn der König zum Pair von Frankreich und schenkte ihm seine Ansprüche auf Roussillon und Cerdagne. Bei seinem Tode 1472 nahm seine Gemahlin Eleonore das Königreich Navarra in Besitz, während sein Enkel Franois Phebus, Graf von F., unter der Vormundschaft seiner Mutter Madeleine F. und Bigorre erhielt. Letzterer folgte auch 1479 seiner Großmutter auf dem Throne von Navarra, starb aber sehr bald, worauf Madeleine die Schwester desselben, ihre Tochter, die Gräfin Catherine, auf den Thron von Navarra setzte, die sie 1486 mit dem Herrn von Albret vermählte. Letzterer geriet mit Gaston von F., Herzog von Nemours, dessen Vater ein jüngerer Sohn Gastons IV. war, in Kampf. Nachdem derselbe 1512 in der Schlacht von Ravenna geblieben, wollte Ludwig XII. Navarra an Gastons Schwester Germaine von Aragonien verleihen; allein das Parlament von Paris entschied, daß nach dem Tode Catherines und Albrets deren Sohn Heinrich die Krone von Navarra wie die Besitztümer des Hauses F. erben solle. Die Tochter König Heinrichs, Jeanne d'Albret, heiratete Anton von Bourbon, Herzog von Vendöme, und wurde so die Mutter König Heinrichs IV. von Frankreich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 939Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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