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BaukunstBrockhaus 1882

Fontana ist der Name mehrerer ital. Künstler. Der berühmteste unter ihnen ist der Baumeister Domenico F., geb. 1543 zu Mili am Luganersee; er kam, nachdem er sich in der Mathematik Kenntnisse erworben, 20 J. alt, nach Rom, wo er die alten und die besten unter den neuern Meistern pon Montalta Später nahm ihn der Kardinal von Montalto als an Kapelle an und übertrug ihm den Bau der großen Kapelle des Präsepiums bei der Kirche Sta. Maria-Maggiore und des benachbarten Palastes. Als der Kardinal unter dem Namen Sixtus V. den päpstl. Stuhl bestiegen, bestätigte er F. in seiner Stelle als Architekt und gab ihm zahlreiche Aufträge. Der lateranische Palast nebst dem Seitenportikus der Basilika, der neuere Teil des Vatikanpalastes, in welchem sich die päpstl. Wohnung befindet, die Vatikanbibliothek, ein Teil des Quirinalpalastes, die große Fontäne von Termini u. a. sind seine Werke. In diesen zeigte sich F. als Nachahmer Michel Angekos und nicht ohne Größe in der Anlage. Der Papst gab F. unter anderm den Auftrag, den großen Obelisken, der gegenwärtig auf dem Platze vor der Peterskirche steht, damals aber noch zum Teil unter Trümmern versteckt lag, aufzurichten, was er 1586 glücklich ausführte. In der Folge richtete er auch noch drei andere Obelisken an verschiedenen freien Plätzen auf. Die Art und Weise des Transports des großen Obelisken beschrieb er in der Schrift: Del modo tenuto nel trasportare Pobelisco Vaticano e delle fabriche di Sisto Vy(Rom 1590). Auch unter Clemens VIII. unternahm F. verschiedene Baue, bis man ihn beschuldigte, Gelder, die er zum öffentlichen Dienst erhalten, unterschlagen zu haben. Er verlor 1592 seine Stelle am päpstl. Hofe, erhielt aber sogleich einen Ruf als Architekt und Oberingenieur nach Neapel. Hier baute er verschiedene Kanäle, eine Straße längs des Golfs und den königl. Palast, der in der Folge sehr vergrößert worden ist. Sein Plan, einen neuen Hafen bei Neapel anzulegen, wurde erst nach seinem Tode durch einen andern Baumeister ausgeführt. Er starb zu Neapel 1607. Giovanni F., Domenicos Bruder, geb. 1540, est. zu Rom 1614, zeichnete sich namentlich in der asserbaukunst aus. Sein bestes Werk ist die Fontana Paola auf der Höhe des Janiculus in Rom. Carlo F., geb. 1634 in Bruciato bei Como, ein Schüler Berninis, war als päpstl. Architekt Erbauer vieler Kirchen im Geschmacke seines Lehrers und starb 1714. ů Prospero F., geb. in Bologna 1512, gehört als Maler in die Zahl derjenigen Manieristen, welche nach dem Zerfall der röm. und florentin. Schule völliger Stillosigkeit anheimfielen; doch ist er im Kolorit nicht ohne Verdienst. Er starb 1597. Seine Tochter, Lavinia F., geb. 1552, gest. 1614, war als Porträtmalerin berühmt. Gleichzeitig mit Prospero F. lebte in Urbino der sehr bedeutende Majolikamaler Orazio

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 946Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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