Fontaine l'Evéque, Stadt in der belg. Provinz Hennegau, Bezirk Charleroi, 10 km westlich von Charleroi, Station der Linie Charleroi-Baume-Mons der Belgischen Staatsbahnen, mit einem schönen got. Schloß der Familie Bivort, zählt 5141 E., die vorzüglich Eisen- und Kohlenindustrie betreiben. Sie erhielt den Zunamen l'Evéque, als 1219 Gottfried, Herr von Fontaine, auf den Bischofssitz von Cambrai berufen wurde, und warlange von dem Fürstbischof von Lüttich und dem Grafen von Hennegau beansprucht, bis es schließlich mit Hennegau vereinigt wurde. ontan (Louis Marie), franz. Dramatiker, geb. 4. Nov. 1801 zu Lorient im Depart. Morbihan, war zuerst Schreiber zu Lorient, wurde aber seines Amts entsetzt, weil er einem liberalen Bankett beiewohnt hatte. Er ging nach Paris und trat in die Redaction der «Tabletteso und des Albumo; wegen eines in der letztern Zeitung 1829 veröffentlichten Artikels, worin er unter dem Titel Le mouton enragén Karl X. angriff, mußte er fliehen. Aus den Niederlanden vertrieben, flüchtete er nach Hannover und kehrte dann nach Frankreich zurück. G. Paris ward er verhaftet und zu fünf Jahren efängnis und 10000 Frs. Geldstrafe verurteilt; erst die Julirevolution befreite ihn. Inzwischen waren schon mehrere Stücke von ihm aufgeführt worden: L'actrice ou les deux portraitso (1826), „Perkins Warbecko, ein fünfaktiges Drama in Versen (1828): «L'espiono (in Gemeinschaft mit Léon Halévy und Drouineau verfaßt und von Fenimore Cooper nachgeahmt, 1828), La Bossue (mit Ader, 1829), 4Gillette de Narbonne v (ein Vaudeville, mit Ader und Ch. Desnoyer,‚, 1829), André le chansonniero (mit Ch. Desnoyer, 1829). Großen Beifall fand das Drama Jeanne la follen (1830). Seitdem schrieb F. noch eine große Anzahl Dramen, welche aber kalt aufgenommen wurden. F. starb zu Thiais bei Paris, 10. Okt. 1839. Er verfaßte auch einen Band 4Odes et épitres o; sein Stück Le procès du maréchal Ney, drame historique en quatre tableauxo, welches viele noch lebende Personen auf die Bühne brachte, konnte nicht zur Aufführung gelangen.