Fontenay heißen 34 Ortschaften in Frankreich. Die wichtigste darunter ist Fontenay-le-Comte, während der ersten Revolution Fontenay-le-Peuple genannt und eine Zeit lang als Hauptort des Depart. Vendée geltend. Der Ort, gegenwärtig die Hauptstadt eines Arrondissements dieses Departements, Station der Linie Taillebourg.⸗St.⸗Jean d'Angely-⸗Velluire der Französischen Staatsbahnen, liegt, 57 km südöstlich von La Roche-sur-YVon, amphitheatralisch an beiden Ufern des hier schiffbaren Flusses Vendée und ist altertümlich gebaut, aber von freundlichen Vorstädten umgeben. Es befindet sich hier ein Tribunal erster Instanz, ein Kommunal-College, eine Ackerbaukammer, ein Gefängnis, ein Hospital, ein Gestüt und ein Theater. Unter den Kirchen zeichnet sich die schöne Kirche Notre-Dame aus. Bemerkenswert sind außerdem ein Denkmal des Generals Belliard vor dessen Geburtshaus, die Reste eines alten Schlosses der Grafen von Poitou und eine Eisenquelle. Die etwa 7300 (Gemeinde 8450) E. fabrizieren Leinwand und grobes Tuch, unterhalten Brauereien und Gerbereien, Färbereien, Sägemühlen und große Getreidemärkte, handeln mit Seilerwaren, Holzkohlen, Beinschwarz, Hanf, Flachs und Vieh. Außerdem ist F. wichtig als Mittelpunkt eines bedeutenden Handels mit Bau⸗ und Brennholz, sowie als Entrepöt der Weine und Südfrüchte des südl. Frankreich. —F. (mittellat. Fontanetum) gehörte seit dem 11. Jahrh. zur Vizeleons umn des Hauses Thouars, später der Mauons und Lusignans, fiel 1360 an England und wurde in den Hugenottenkriegen zehnmal belagert. Ludwig XIII. ordnete 20. Mai 1621 die Schleifung der Festungswerke an, daher fiel sie 1649 den Edelleuten von Poitou im Aufstand gegen das Parlament in die Hände. Auch in der Revolution hatte F. viel zu leiden, besonders bei der Einnahme der Stadt durch die Royalisten 25. Mai 1793. Vgl. Fillon, Recherches sur F.v (Fontenay 1847).