FeedKonseguenz
BaukunstBau-Lexikon 1881

Konseguenz, . Diese darf bei Wahl der Formen und Verhältnisse eines Entwurfs nie aus den Augen gelassen werden, weil ohne logische Folgerichtigkeit und Uebereinstimmung nie wahre Schönheit er reicht werden kann. Hat man z. B. einmal bei einigen Formen sich an einen vorhandenen Stil angelehnt, so darf derselbe nie wieder verlassen werden. Hat man aber einmal einige Formen selbstständig, ohne Anlehnung an andere Stile, aus der Konstruktion entwickelt, so muß das bei allen Formen geschehen. Selbst auf Grundrißformen und Massentheilungen ist dies auszudehnen. Wenn man dem einen Theil der Räume oder Architekturmassen großartige, weitläufige Dimensionen gegeben hat, so darf man nicht andere Theile kleinlich und knauserig behandeln u. s. f. Jede Inkonsequenz rächt sich durch Disharmonie und kann bis zur Karrikirtheit führen. Auf der andern Seite führt äußere Konsequenzhascherei oft zur inneren Inkonsequenz, wenn man z. B. die Fenster eines Speisesäls nach außen groß und reich verziert gestaltet, und um der äußeren Gleichmäßigkeit willen die Küchenfenster ebenso ausstattet. Durch richtig abgewogene K. bekommt das Gebäude Stil (s. d.).

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 208Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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