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BaukunstBau-Lexikon 1881

Architekten bei seinen vielseitigen Fachstudien gewöhnlich kaum möglich, ihre Resultate zu kennen aber unumgänglich nöthig; doch muß er dabei wenigstens so weit in die Wissenschaft selbst eindringen, daß er im Stande ist, zu beurtheilen, inwiefern die von den Archäologen aufgestellten Resultate Wahrscheinlichkeit für sich haben od. nicht, denn sehr oft lassen sich Männer der Wissenschaft infolge ihres Mangels technischer Kenntnisse durch den gegenwärtigen Zustand alter, durch Zeit und Umstände vielfach veränderter Denkmäler verleiten, irgend eine an diesen Denkmälern wahrgenommene Erscheinung, die vielleicht blos durch Zufall, Laune od. Ungeschick hervorgerufen ist, für die Folge einer feststehenden Regel zu halten, u. umgekehrt; befolgt dann der Architekt, ohne selbst zu forschen, die auf diese Weise erzeugten Regeln eines Stils, so wird er sehr oft auf Abwege gerathen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 150Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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