Astricum, von dem unser N. abgeleitet ist. 7. Pompejanischer X. besteht in der Unterlage aus denselben Bestandtheilen wie der frühere, darauf wird eine em. starke Lage Kalk, Gips und Flußsand (in ungeführ erbsengroßen Körnern) gegossen, und ehe diese ganz erhärtet ist, eine zweite Lage derselben Mischung, aber viel feiner; diese werden Steinchen eingedrückt nach gewissen Mustern, so daß sie ungefähr ½ em. vorstehen; die Fläche dazwischen gießt man nun mit gefärbtem, ganz feinem Gipskalk aus, esund zwar, wenn man verschiedenfarbige Felder haben will, hek Heidelberg TCDFC theilt man diese durch hingelegte Leisten ab, die man 10 Minuten nach d. Aufgießen wieder wegnimmt, um das nächste Feld auszugießen. Ist dieser Guß halb trocken, so wird er mit Wasser übergossen und mit Steinplatten abgeschliffen. Wenn man die ganze Fläche mit regelmäßig gestalteten Steinen auslegt, so entsteht eine Mosaik, s. d. Art.; wenn man sie unregelmäßig bestreut, so nähert sich dieser A. der Battuta; s. d. Art. 8. Gipsüstrich mit Streifen und Verzierungen. Man verfährt im ganzen, wie unter 4 angeführt; da, wo Streifen und Verzierungen hinkommen sollen, legt man vor dem Gießen Leisten od. d. in Bret ausgeschnittenen Verzierungen hin; eine Viertelstunde nach geschehenem Aufguß des Gipses nimmt man die Breter etc. weg und gießt die Zwischenräume nun mit farbigem Gips aus. Wenn auch dieser angezogen hat, wird das Ganze geschlagen, nachdem Alles trocken ist, mit gewöhnlichen Tischlerhobeln abgehobelt und dann mit heißem Leinöl dreimal getränkt. Damit das Ol besser anziehe, werden flache eiserne Blechkasten mit glühenden Kohlen in geringe Entfernung vom Fußboden gehängt, den man zuletzt mit Blutstein polirt. 9. Russischer Mörtelästrich. Eine festgestampfte Aufschüttung von Steinen kommt zunächst auf den Grund. Trocken gelöschter Kalk wird ganz fein gesiebt, 1 Theil Kalkpulver mit 2 Theilen Kies gemischt u. mit möglichst wenig Rindsblut angefeuchtet, diese Mischung auf dem Boden ausgebreitet und unter fortgesetztem Anfeuchten gestampft, dabei auch immer von dem trockenen Gemisch zugestreut und so lange fortgestampft, bis der Astrich steinhart wird; soll die Fläche sehr fein werden, so nimmt man zur nächsten Lage 10 Theile feingesiebten Kalk, 1 Theil Roggenmehl, etwas Rindsblut, stampft dies zu zähem Mörtel, ebnet mit d. Kelle, wiederholt dies nach 24 Stunden u. fährt so fort, bis Alles trocken ist, worauf man es nochmals mit Rindsblut od. auch mit Olfarbe streicht. 10. Schwedischer Lehmästrich. Im ganzen wie 9., aber auf jede, Lage wird frischgebrannter Gips aufgesiebt und dann die Lage festgestampft. 11. Asphaltästrich, Asphalt I., II. III.,IV. etc. 12. Steinkohlenthecrästrich. Man kocht d. Steinkohlentheer so lange, bis ein hineingetauchtes Stückchen Holz sich ganz wie lackirtes Leder färbt. Dann rührt man zu 1 Th. Theer 4 Th. erwärmten reinen Sand zu, gießt das Gemisch 1 em. stark auf eine Unterlage von in Sand verlegtem Ziegelpflaster und ebnet es mit einem Richtscheit. „3. Cementästrich, s. Cement. Gewöhnlich bildet ein solcher A. mehrere Lagen, wovon d. unteren gröber sind, d. oberen immer feiner werden und endlich in ganz feinen Cementmörtel übergehen. 14. Vitruvianischer K. Zu ebener Erde wird der Boden, wo er nicht schon fest ist, sorgfältig festgestampft und man bringtdirektdarauf die erste Lage —statumen — aus faustgroßen Steinen. In höheren Geschossen muß man darauf sehen, daß etwa unter dem bet. Fußboden stehende Scheidewände nicht ganz an denselben anstoßen, sondern er überall freihänge. Auf einer sorgfältig gemachten Bretunterlage (Fehlboden) wird das statumen aus eigroßen Steinen aufgetragen. Auf das statumen nun kommt ein Gemisch von Ziegelschutt und Kalk, bei neuem Material 3 Theile Brocken auf 1 Th. Kalk, bei schon gebrauchtem Material 5 Th. Brocken auf 2 Theile Kalk. Diese Masse wird ausgebreitet und gerammt, bis sie blos / ihrer ursprünglichen Dicke hat. Darauf kommt der Kern, eine Mischung von 3 Theilen Ziegelmehl und 2Theilen Kalk. Der ganze A. wird circa 15em. stark. Man kann ihn nun so lassen oder noch Platten darauf legen. 15. Vitruvianischer Astrich unter freiem Himmel, auf dem festgerammten Boden oder auf einer doppelten Bretunterlage (für flache Dächer, Altane, Perrons etc.). Von der Astrichmasse Nr. 14 nimmt man 3 Theile, dazu 1 Theil gestoßener Mauerziegel. Von dieser Mischung werden 5 Theile genommen und dazu 2 Theile Kalk gethan. Die so erlangte Mischung wird auf das statumen aufgetragen und gerammt, darauf wird der Kern wie in Nr. 14 aufgetragen und für das nöthige Gefälle gesorgt. Durch Tränkung mit Olhefen wird dieser A. vor Schäden durch Nässe u. Frost geschützt. Um noch sorgfältiger zu verfahren, lege man Dachsteine über die Grundmasse so in Mörtel ein, daß alle Fugen oben zolltiefe Rinnen behalten, die man mit in Olangemachtem Kalkausgießtu. verstreicht; darauf kommt dann erst der Kern. 16. Griechischer Astrich für Winterspeisezimmer nach Vitruv: Man gräbt unter dem Fußboden 0, m. tief aus, rammt den Boden fest und überzieht ihn entweder mit der Astrichmasse Nr. 14 oder pflastert ihn mit Ziegeln, mit so viel Gefälle, daß eine Abzugsrinne angebracht werden kann; darauf trägt man Kohlen, stampft diese fest, zieht einen Mörtel von grobem Sand, Kalk u. Flugasche 15 œm. stark nach Richtschnur und Setzwäge darüber und schleift die Oberfläche mit einem Stein. Dieser A. ist schwarz, saugt alle darauf kommende Flüssigkeit gleich auf und erhält die Füße warm. 17. Lothringischer Cementästrich. 4½ Theile nußgroßen Flußsands und ein Theil ganz frisch gelöschten Graukalks werden gleich nach dem Mischen auf die gepflasterte Unterlage schnell aufgetragen und nach 24 Stunden mit glatten Bretschlägeln überklopft; dies wird 8 Tage lang alle 24 Stunden wiederholt und zwar immer stärker geklopft, je fester derCement wird. 18. Der vorige verbessert. Nach dem ersten Klopfen übersiebt man den Boden mit einer dünnen Lage Ziegelmehl, nach dem zweiten Klopfen abermals mit ganz feinem Ziegelmehl, die folgenden Tage wird aber blos geklopft. 19. Brabanter oder Mastrichter Astrich. Kalk wird mit Steinkohlen gebrannt, dann naß gelöscht, aufgehackt, gehäufelt und 4 Wochen stehen gelassen; dies wird dreimal wiederholt; beim dritten Mal wird scharfer Sand und Ziegelbrocken (höchstens haselnußgroß) hinzugemischt, die Masse wird tüchtig vermengt aufgetragen, mit einem Spachtel geklopft, mit Hammerschlag bestreut und dieser hineingeklopft. 20. Traßästrich. 3Theile Kalk, 8 Theile Traß u. 6 Theile Kohlenasche werden mit Wasser zu einem zähen Brei angemacht, 20œm. hoch aufgetragen u. bis auf 12 cm. zusammengepocht; in die Oberfläche werden Kerben eingehauen, Eisenfeilspan und Kalkstaub aufgestreut und wieder gepocht. 21. Ochsenblutästrich. Man mischt hierzu den Kalk mit gestoßenen Ziegelsteinen und Ochsenblut, trägt dies 10 em. stark auf, schlägt es breit u. übergießt es nochmals mit derselben, aber dünner eingemachten Mischung. 22. Kalkgußästrich, frz. aire de chaux, engl. Iimewashfloor. Pro qm. werden je 10—11 1J. frisch gebrannter Weißkalk, statt mit blosem Wasser, mit Flußsand gelöscht, der schon mit Wasser gesättigt worden ist. Diese Masse wird 2—3 em. hoch aufgetragen und mit Streichplatten wie bei Nr 4 geebnet; während des Trocknens bilden sich Blasen, welche aufgestochen werden müssen. 23. Kalkkrumpenästrich. Von den beim Ablassen des gelöschten Kalkes im Kasten zurückbleibenden Brocken nimmt man 4 Theile, dazu 3 Theile Brocken ungebrannten Kalkes, 2 Theile Steinkohlenasche oder Sand. Mit dieser Mischung überträgt man den vorher geebneten u. gestampften Grund mindestens 8 em. hoch und gießt darauf so viel Kalkwasser, bis das Ganze zu schwimmen beginnt, wodurch sich von selbst eine wägerechte Fläche herstellt. Nach 4 Tagen etwa, d. h., wenn es so weit trocken ist, daß man ohne einzusinken darauf treten kann, dabei aber der Fuß noch anklebt, werden Breter gelegt u. von ihnen aus der A. tüchtig geklopft; dies wird nach 2 Tagen wiederholt; nach abermals 2 Tagen kann man zum Schleifen mittels eines an eine Stange gebundenen Schleifsteins schreiten. tatsbibliothek Heidelberg 24. Astrich aus altem Mörtel, frz. aire de récoupes. 2 Th. gelöschten Kalkes werden mit 3 Theilen Brocken von altem Kalkmörtelputz (von Haselnußgröße), 5Th. Sand u. 3 Th. Steinkohlenasche zu einem dicken Brei angemacht, aufgebracht und grob geebnet; nach eirea 4 Stunden wird das Ganze mit einem dünnflüssigen Brei aus 2 Th. Kalk, 3 Th. gesiebten alten Mörtels, 1 Th. Ziegelmehl u. 1 Th. Tünchsand übergossen, dann aber verfahren wie bei 23. Weitere Vorschriften s. in Fink: Der Tüncher. Leipzig, Otto Spamer, 1866, Seite 174 ff.