Grotte, f., frz. grotte, k. 1. s. d. Art. Gartenanlage. Der Grottenbau ist jetzt vielfach in den Händen von Leuten, die dieser Arbeit durchaus nicht gewachsen sind, sich aber doch als Grottenbaner empfehlen. Meist ergehen sich solche Leute in kleinlichen Spielereien, wohl gar in Nachahmung architektonischer Gestaltungen, wie Bogenstellungen mit Säulen, Zinnen etc., bauen auch Vasen aus Grottensteinen. All dies ist falschG. Man muß beim Grottenbau thunlichst die Natur nachahmen; genaue Zeichnungen kann man vorher nicht machen, weil man ja doch das Material sonehmen muß, wie die Natur es liefert. Auch spezielle Regeln lassen sich nicht geben. Man studire vorher fleißig Felsenpartien, Felsenthäler, natürliche Grotten, und ahme die Bildungen derselben möglichst treu nach. Vor allem hüte man sich, Steine von etwa zu Gebote stehenden mehrfachen Sorten bunt unter einander anzuwenden, sondern vertheile sie dann adernweise. Auch bei Ausschmückung der aus größeren Stücken aufgebauten G.n mit kleinen bunten Steinchen, Krystallstücken, Glasschlacken u. dgl. verfahre man so, daß man diese Stücken in die Fugen und Lücken der größten Steine in Form zackiger Adern vertheile, wobei man dann größere Höhlungen, etwa Drusen ähnlich, ganz mit solchen kleinen Steinen auslegen kann, vermeide aber die Herstellung einzelner unzusammenhängender bunter Flecken. Auch versäume man nicht, von Zeit zu Zeit sogenannte Nester, d. h. nach oben offene Höhlungen, anzulegen, in welche man Erde füllt, um Schlingpflanzen einzupflanzen, denn erst wenn diese das Gestein zur Hälfte verdecken, wird ein naturgemäßer Eindruck erzielt. Zum Grottenbau, wenn er effektvoll wirken soll, gehört aucheine sehr sorgfältige Konstruktion und genaue Kenntnis der Festigkeit des Mörtels, sorgfältige Aufsicht und reichliche Verwendung von Ankerung, denn nur bei sehr kecken Hauptformen wird die richtige Wirkung erzielt. s. — 2. s. Bauhütte 1.