Mosaik, k., Stiftmalerei, frz. mosalque, f., engl. mo-Musivarbeit, musivische Arbeit, d. h. Erzeugung von Gemälden od. bunten Mustern durch Zusammensetzung farbiger Körperchen, welche durch Kitt miteinander, resp. mit ihrer Unterlage verbunden werden. Sie war schon den alten Griechen, Römern und Phönikern bekannt, von den Römern jedoch hauptsächlich sehr häufig auch auf Fußboden angewendet. Man unterscheidet jetzt folgende Arten von M.: I. Würfelmosaik, opus tesselatum od. quadratorium, opus museum, daher der spätere Name; man nimmt dazu bes. Jaspis, Basalt, Serpentin, Marmor, Porphyr, Granit, Syenit, Porzellan etc. in Gestalt von Würfeln, lat. tesseraàe, abaculi, vben 8—12 mm. groß, unten etwas schmäler; kleinere Steine bilden das o. sectile, noch kleinere das vermiculatum. Nach Erfordernis der Farbe u. Zeichnung drückt man sie in eine feucht u. weich ausgebreitete Cementmörtellage u. stößt sie behutsam mit einer leichten Handramme. Man nimmt die Arbeit felderweise vor, schleift und polirt mit Sandstein u. Schmirgel. Mien an Gewölben und Decken, die man aus der Ferne betrachtet, werden meist nicht geschliffen. 2. Römische M., Stiftmosaik; zu dieser nimmt man ganz kleine farbige Stifte aus Glaskomposition, was schon bei der antiken M. hier u. da vorkommt bei Farben, die in natürlichen Steinen nicht zu haben waren; diese Stifte werden in halbweiche Kittmasse einzeln eingedrückt u. dann oben abgebrochen, um später geschliffen u. polirt zu werden. Eignet sich bes. zu Schmucksachen. 3. AHsreutinische M., Plattenmosaik, besteht aus NIVERSITATS- igi i-hei EIDELBERG O Universitstsbib natürlichen Steinen von verschiedener Größe u. Gestalt, so daß z. B. ein einzelnes Blatt aus nur einem Stein besteht, diese Art M. ist wegen des Zurechtschneidens der einzelnen Steine ziemlich schwierig, läßt auch bei weitem nicht so feine Farbennuancen zu, wie die anderen Arten. Auf Wände u. Decken nicht praktisch, weil die Steine oft größere Flächen haben u. daher, nur von hinten durch den Kitt gehalten, leichter abfallen, zu Tischplatten etc. aber wegen der durch Abschleifen u. Poliren leichtzu erlangenden Ebenheit u. Glätte sehr zu empfehlen. Entstanden ist sie aus dem opus alexandrinum, opus sectile der Römer, das sich aus Plattenstücken verschiedener Formen (Quadrate, Dreiecke, Sechsecke etc.) Muster zusammensetzte u. bis zum 7. Jahrh. üblich geblieben zu sein scheint, obschon es bereits von 539 an durch die byzantinische Manier der Würfelmosaik verdrängt wurde, zu welcher sowohl Glas als Stein verwendet wird. — Im 11. Jahrh. kam auch die alte römische Plattenmosaik von Konstantinopel aus, wo sie sich erhalten hatte, wieder nach Italien, zunächst nach Venedig, im 12. Jahrh. auch nach Rom. 4. Stuck-od. Thonmosaik, ähnlich der florentinischen, nur daß die einzelnen darzustellenden Gegenstände aus gefärbtem Thon oder Stuck hergestellt werden. Dadurch kann man die Farben noch natürlicher hervorbringen als bei 3. Diese M. ist zu Fußböden nicht fest genug. Da sie sich aber gut mit dem frischen Mörtel verbindet, kann man sie zu Wand⸗ und Deckenverzierungen in inneren Räumen sehr empfehlen sübr.Stuckmosaik. 5.Glasmosaik, auch venetianische oder byzantinische M. gen., aus bunten Glaswürfelchen zusammengesetzt, ist allerdings nicht polirbar, daher zu Fußböden rc⸗ nicht verwendbar, wohl aber ihrer festen Dauer und ihrer durch Witterung und Zeit nicht zerstörbaren Farbenfrische wegen zu Wand-u. Deckendekorationen innerlich u. äußerlich sehr zu empfehlen. Die Würfel bestehen aus undurchsichtigem Glasschmelz in den gewünschten Farben; nur Gold⸗ u. Silberwürfel bestehen aus zwei durchsichtigen Glasplättchen, zwischen denen ein Blättchen des betr. Metalls liegt u. welche dann zusammengeschmolzen sind, so daß das Metallblättchen vor jeder Veränderung durch Witterung geschützt ist. Glasmosaik nennt man wohl auch, obgleich ungenau, den buntglasigen Fensterschmuck, sobald er in musivischer Zusammensetzung die Grenzen architektonischen Ornaments einhält. Ad1—5. ist die Technik ziemlich dieselbe. Zuerst wird die Wandstelle, welche damit bekleidet werden soll, grob geputzt, und zwar so rauh wie möglich; auf diesen Putz, solange er noch feucht ist, wird die Zeichnung aufgepudert und eingeritzt, namentlich diejenigen Konturen, welche die verschiedenen Farben trennen; dann wird eine Stelle, soweit sie durch eine gleichartige u. gleichfarbige Sorte von