formen, trs. Z., frz. kormer, mouler, engl. to figure, to mould. I. Formen von Gipsgegenständen etc., s. d. Art. Form. Nähere Anweisung findet man in F. Finks „Der Tüncher, Stubenmaler und Gipser“ (Leipzig bei Otto Spamer; S. 191—201). II. Formen von Metallgußstücken, s. Formflasche, Gießform, Gußeisen etc. III. Formen der Ziegel. 1. Formen der Ziegel erster Klasse. Hierher gehören die Steine, welche sofort fertig aus der Form fallen, wie alle ordinären Mauerziegel, Klinker, Gewölb⸗ oder Keilsteine, Falz und Brunnen-od. Kesselsteine etc. a) Handformerei. Der Former bricht so viel Thon ab, als er zu Ausfüllung der Form für nöthig hält, wälzt ihn in dem neben ihm liegenden Sand um, schlägt ihn mit aller Gewalt in die vor ihm liegende, inwendig bereits mit Sand bestreute Form, drückt den Thon, bes. in die Ecken, fest ein, ergreift den im Wassereimer neben ihm liegenden Streicher und streicht das Ueberflüssige ab. Der Abträgerergreift die Form an den vorstehenden Enden der Langseiten, zieht sie an sich, kantet sie auf und trägt den geformten Stein an den Ort, wo er liegen soll. Hier setzt er die Form auf die hohe Kante an die Erde u. läßt sie schnell platt fallen, indem er sie zugleich ruckend in die Höhe hebt, damit der Stein herausgleite. b) Maschinenformerei. Neuerdings hat man vielfach Versuche gemacht, das Formen der Ziegel durch Maschinen, Formmaschinen, frz. machine à mouler, engl. moulding-machine, besorgen zu lassen. Zu den besten derselben gehört die in Fig. 1755 abgebildete Ziegelpreßmaschine von Clayton (Londoner Ausstellung 1862). Ein Walzenquetscher A zerdrückt das aufgegebene Ziegelgut u. führt es durch den in Benthaltenen, aus Welle und Armen bestehenden Thonkneter der Kolbenpresse O zu, deren Kolben zwei Lehmstränge abwechselnd rechts u. links herausdrückt, die auf dem Rolltisch D durch Draht in Ziegel geschnitten werden. Die Formmündung besteht aus zwei horizontalen festen Platten u. zwei stehenden Cylinderwalzen E. — 2. Formen der Ziegel zweiter Klasse. Hierzu gehören alle Arten Aestrichplatten, Darrensteine, Rinnziegel, Terrassenziegel etc., kurz alle die Steine, welche, nachdem sie geformt sind, noch feinerer Bearbeitung bedürfen. Sie werden in hölzernen Formen von den bestimmten Mäßen gestrichen, auf geebnetem, mit Sand bestreutem Boden zum Anziehen niedergelegt und, wenn sie steif genug dazu sind, in Gerüsten aufgekantet. Nachdem sie lufttrocken geworden, werden sie auf einer starken, recht glatten Bank von festem Holz od. auf einem ebenen Stein mit einem glatten Schlägel auf der Oberfläche leise geschlagen, zuweilen auch mit Wasser glatt gestrichen u. durch Aufstauchen auf die obere Seite gerade gerichtet. Wes entlich ist, daß die Platten während des Trocknens auf Haufen gesetzt u. an einem kühlen Ort aufbewahrt werden, damit sie langsam und sozusagen von inwendig heraus trocknen. Sind die Platten nun geglättet u. so hart, daß sie sich eben noch schneiden lassen, so werden sie nach Modellen oder Schablonen von Eisen mit einem Messer beschnitten. Gewöhnlich geschieht dies in den Gängen der Trockenscheune mit 25—30 em. langen Messern. Hierzu werden die Steine mit einem hölzernen Keil in eine offene, winkelrechte Form fest eingeklemmt, die etwas länger als der Stein u. oben, wie an der Winkelseite, mit Eisen glatt beschlagen ist. Nach dem Schneiden sind die Platten zum völligen Austrocknen fertig, welches noch immer langsam geschehen muß. Ehe sie eingesetzt werden, müssen sie vorher an einem recht luftigen, noch besser warmen Ort eine Zeit lang gestanden haben, damit man ihrer völligen Austrocknung versichert sei — 3. Formen der Ziegel dritter Alasse. Zu dieser Klasse rechnen wir alle Steine, welche am Kopf Verstäbungen, Laubwerk- oder andere ornamentale Verzierung haben und die man gewöhnl. Formsteine nennt. a) Das Formen der gewöhnlichen Gesimssteine, d. h. solcher, die sich durch dig mit Oel bestrichen, dann auf einen Klotz von Eichenholz,. der oben glatt gehobelt u. mit grober Leinwand bedeckt ist, gelegt, u. hier gut vollgepackt, so daß der Thon einige om. über die Form hervorragt; dann wird die gesüllte Form mit Leinwand bedeckt und darauf ein 7—8 em. starkes, festes Bohlenstück gelegt, auf welches der Arbeiter mit einer kleinen Handramme einige kräftige Stöße führt. Nachdem Rammholz und Leinwand entfernt, auch der überflüssige Thon mit einem Streichholz abgestrichen ist, kehrt der Arbeiter die Form auf die andere Seite und der Stein ist bis zum Auslegen auf das mit Sand bestreute Trockenbret fertig. b) Das Formen künstlicherer Gesimssteine. Die Form besteht aus dem Formkasten, der den Stein in seiner ganzen Größe umschließt, und dem Einsatzfutter, Formfutter, das mit seinen Gliederungen in jenen eingelegt und durch Einkämmungen so an demselben befestigt ist, daß es sich beim Einpressen des Thons nicht verschieben kann. Der Arbeiter legt in die Form einen der Größe des Steins angemessenen Thonballen, aus welchem er mit geballter Hand die einzelnen Glieder sorgfältig ausdrückt; den übrigen Raum füllt er dann durch kräftiges Hineinwerfen von Thonballen bis 5 om. über den Rand aus. Der Stein wird nach gehörigem Abstreichen u. Abschlichten auf beiden Seiten mit Sand bestreut u. auf das Trockenbret gelegt. Der Formkasten, auch Mutterform gen., wird durch Lösung des Schlußkeils aus einander genommen u. der Stein ist bis auf das Nachputzen mit Messer u. Schwamm fertig. Gegen das starke Anhaften des Thons bei größerer Länge gegliederter Formfutter dient das Bestreuen der geöllen Form mit Kohlenstaub. e) Formen der Eck⸗ u. Winkelsteine. Die viereckige Mutterform muß hier so hoch sein wie der Stein, wenn er ausgemauert ist; sie wird wie subbmit Zapfen u. Schlußkeilen versehen u. kann gänzlich aus einander genommen werden. An den Winkelseiten sind die gegliederten Formstücke durch Verdübelung angebracht u. in den Winkeln nach der Gehrung stumpf zusammengestoßen. Die Mutterform wirdnun auf das Bodenbret zwischen die Futterstücke u. einige auf dem Bodenbret angenagelte, 2 em. starke Leisten gelegt. Der Stein muß auf die Seite gelagert werden, welche der elformmaschine. Gliederung entgegengesetzt ist. Die Füllung geschieht wie bei b. Beim Herausnehmen wird das Bodenbret zuerst abgehoben, das Seitenstück, wo der Stein gelagert wird, durch einen Schlitz herausgezogen und der Stein auf das Trockenbret gelagert. Bei dergl. größeren Formsteinen muß die Lage Sand auf dem Trockenbret dicker, und zwar bis 5 em. hoch sein. Vgl. auch d. Art. Ziegelfabrikation. Former, s., engl. former-chisel, der Stechbeitel, Schroteisen.