Brecheisen, n., 1. auch Brechbaum, Brechstange, Hebel, Hebeeisen, Geiß. oder Kuhfuß genannt, frz. anspect, m., levier, m., verdillon, m., engl. betty, handspick, hand-HEIDELBERG O Universitatsbibl speck, rowW, cro.bar, besteht aus einer eisernen, 1½0 bis 1/4 m. langen, unten in einem etwas stumpfen Winkel gebogenen oder auch geraden, 2—5 em. starken Stange, wie aus Fig. 834, welche das Eisen von der Seite, u. Fig. 835, welche dasselbe von vorn darstellt, zu ersehen ist. Dasselbe wird als einfacher Hebel nach Fig. 837 mit dem Stützpunkt a, dem Angriffspunkt der Last bu. dem Angriffspunkt der Kraft c, oder als zweiarmiger Hebel nach Fig. 836, mit dem Stützpunkt a auf der Unterlage, dem Angriffspunkt der Last b und dem Angriffspunkt der Kraft angewendet. Kann nun auch mit einem langen Hebeeisen, wenn es nach Fig. 836 gebraucht wird, schon eine beträchtliche Last gehoben werden, weil dabei die Arbeiter mit ihrem ganzen Gewicht an dem Angriffspunkt der Kraft abwärts drückend wirken können, und zu der Kraft der Arbeiter noch das Gewicht des Hebeeisens von dem Stützpunkt a bis zu dem Angriffspunkt der Kraft e zugerechnet werden kann, so reicht es doch zum Heben sehr großer Lasten um deswillen nicht aus, weil das Eisen zu kurz ist und an demselben die dazu erforderliche Anzahl von Arbeitern keinen Platz findet. Es dient daher meist nur zum Ausreißen großer Nägel, Aufsprengen der Schlösser u. zum Aufheben oder Losreißen solcher Steinmassen, welche bereits durch Fugen od. Klüfte von ihrer Umgebung ganz oder größtentheils getrennt sind. Sν¹νο.] — 2. Auch rechbeitel, Brechbetel, Schiefbetel, m. frz. ciseau m. à rompre les bordages, engl. croοEed chisel, ripping chisel, kleines B., stumpfer Meißel mit einseitigen Ballen zum Aufbrechen von Verkleidungen, Küsten, Thüren etc. Zu Art. Brecheisen. brechen, akt. Z., frz. rompre, engl. to break, heißt: „1. das durch mechanische Kraft herbeigeführte Vernichten der Kohäsion zwischen einzelnen Theilen eines Ganzen, „bes. eines harten Körpers oder Gegenstandes. Daher: 2. Steine b., frz. tirer la pierre, engl. to quarry stones, das Gestein vom Felsen trennen und in kleine Theile zerlegen. Wenn das Gestein so nahe unter der Oberfläche liegt, daß keine sehr beträchtliche Masse von Dammerde, Lehm, Sand, Schutt od. Gerölle abgeräumt zu werden braucht, um an dies Material zu gelangen, so findet der Abbau in offenen Steinbrüchen unter freiem Himmel (zu „Tage) statt u. besteht einfach darin, daß nach Entfernung fremdartiger Körper die Steinmasse in größeren od. kleineren Stücken abgelöst wird; ist dagegen das nutzbare Gestein so mächtig überlagert, daß die Abdeckung zu kostspielig sein würde, so müssen unterirdische Steinbrüche angeordnet werden, indem man horizontale und vertikale Zugänge „(Schächte u. Stollen) zu dem Gestein eröffnet, letzteres mit tähnlichen Mitteln wie beim Tagebau abtrennt und durch eben jene Zugänge herausfördert; ein solches B. gehört „dann schon zum Bergbau. Doch wendet man das Wort „auch intransitiv an, indem man sagt: an diesem Ort b. diese -soder jene Mineralien, d. h. sie werden dort gebrochen. — 3. Die Bewegung b., d. h. ihr eine andere Richtung geben. — 4. frz. briser, eine Treppe oder Dach b. od. mit einem Absatz bauen, heißt: einer Treppe, Dach etc. am Ende od. an einer andern Stelle eine andere Richtung geben als zu Anfang. — 5. Licht- od. Wärmestrahlen, werden gebrochen od. b. sich, frz. sont xékractés, d. h. diese Strahlen gehen in veränderter Richtung in ein anderes Medium über; s. d. Art. Brechung, Licht, Wärme und Schall. — 6. Die Farben b., frz. rompre les couleurs, engl. to break the colours, sie entweder auf der Palette mit dem Pinsel mischen und so verschiedene Farben (Tinten) zubereiten, mittels welcher man den Gemälden das Gehörige an Licht und Schatten geben kann; oder auf den Gemälden, der Wand re., oder auch schon beim Einmengen die Farben dämpfen, frz. casser les couleurs. — 7. Kalkartige Körper b. die Säuren, heißt, daß derartige Körper die Säuren an sich ziehen. — 8. s. v. w. durchschlagen, eine Thür durch eine Mauer b., frz. percer une porte etc., engl. to break