Canälirung, f. seltener Kanälirung, oft fülschlich Canne-Sbibliothek Heidelberg lirung od. gar Kannelirung geschrieben, besser noch Kandelung zu schreiben, auch Ausflutung gen., frz. Cannelures, f. pl., engl. fluting, lat. striatura f., die Besetzung des Schaftes einer Säule mit Schaftrinnen, Kanälen, frz. canal, m., cannelure, f. engl. flute, lat. stria, f. Sie kommt bes. vor an Säulen od. Pilastern der dorischen, ionischen od. korinthischen Ordnung. — 1. Dorische C.en, 20 Canäle auf den Umfang der Säule eingetheilt, stichbogenförmig od. flach elliptischim Grundriß, stoßen scharfzusammen. In Fig. 1058 u. 1059 geben wir 2Konstruktionen für segmentförmige Cen, bei 1083 ist e der Mittelpunkt für die C. a b, der durch ein gleichseitiges Dreieckgefunden wird; der Bogen ab ist also der sechste Theil eines Kreises; bei 1089 ist der Bogen ab der vierte Theil eines Kreises, dessen Mittelpunkt in liegt. Diese C.ist sehr kräftig; zarter wird sie, wenn man sie nach Fig. 1060 konstruirt, wobei b6C⸗ 4 ah ist; C dient als Mittelpunkt für de; du. e, sowie die Mittelpunkte k U. g für ad u. be werden dadurch gefunden, daß man ab in fünf Theile theilt u. durch den ersten u. vierten Theilungspunkt die Linien od u. Ce zieht, auf denen man ½¼ ab von der Sehne aus nachef u. g hin aufträgt. Unten laufen sie aus, oben enden sie in einem Stichbogen, ziemlich dicht unter den Halsringen des Capitäls. — 2. Jonische u. korinthische C.en, 24 Canäle auf den Umfang. Sie sind meist elliptisch, nach Fig. 1061, konstruirt; die Breite jedes Canals beträgt unten 6½, oben 5⅛½ Partes, ihre Tiefe 2 Partes (1 Part ½3% unterer Halbmesser), die Breite ab wird in 4Theile getheilt u. de e od gemacht; das Weitere ergiebt sich aus der Figur; selten sind die ionischen, gewöhnlich die korinthischen, halbkreisförmig vertieft, schließen oben und unten halbkreisförmig u.sind durch Stege (frz. Istel, cotes, filet, engl. fillet, lat. Strix) getrennt, welche ½/½ ½ so breit sind wie die Canäle. — 3. Mittelalterliche u. moderne Cien sind oft auch ganz oder im untern Theil mit Stäbeausfüllung (frz. rudentures, embatonnage, s. cabling) oder gar mit Laubwerkversehen (cannelures ornées), oder auch um die Säulen gewunden (cannelures torses).