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VerkehrBau-Lexikon 1881

Dampfesse, f., Dampfschornstein, m., frz. cheminée, f., grande cheminée d'une a machine vapeur, engl. chimney ofa steam-boiler, vertikal aufsteigender Kanal zu Abführung der zur Dampferzeugung gebrauchten Feuerluft, von viereckigem, achteckigem od. kreisrundem Querschnitt, meist aus Ziegelsteinen aufgemauert, mitunter aus Eisenblech errichtet. Die Höhe wird durch lokale Verhältnisse bestimmt und beträgt selten unter 16 m. Nennt man E die Höhe in m., Ndie Kraft der Kessel in Pferdekräften (1,5 —2 qm. Heizfläche pro Pferdekraft) u. d den kleinsten Durchmesser in m. einer kreisrunden D., so kann man sich nach der folgenden empirischen Regel bei der Konstruktion Man nimmt auch den Querschnitt der Esse bei 16—30 m. Höhe zu /— ½ der freien Rostfläche od./ — 1 der gesamten Rostfläche; über 30 m. zu ½ — ½ der freien oder ½½— ½j der gesamten Rostfläche. Die Wandstärke wird bei gemauerten runden Din oben nur ½ Stein stark gemacht, bei eckigen dagegen 1 Stein stark; die Fläche des Kopfes abgeschrägt, od. mit einem schrägen Hut versehen, um den Einfluß des Windes auf den ausströmenden Rauch zu verringern. Die untere Wandstärke richtet sich nach der Höhe der D. Der untere Durchmesser wird gewöhnlich d + ½0 H gemacht und die untere Wandstärke gleich der oberen + ½ H, od. auch der untere Querschnitt gleich der freien Rostfläche. Auf je 3 —4m. abwärts rechnet man „² Stein Verstärkung bei eckigem, ,/ Stein bei rundem Querschnitt oder obere Wanddicke ½ der Höhe u. untere gleich ½ der Höhe. — Redtenbacher gab für die Abmessungen freistehender Kamine und den stündlichen Verbrauch von Steinkohlen oder Holz folgende Werthe, wobei die obere Mauerdicke stets 18 cm. ist: des Weite Weite M der anstein⸗ —— em. em. em. aft. kg. Kg 13 5. 325 838 10, 64, 128 15 6041 185 Nun ist nach Zeuners Untersuchungen über die Zugerzeugung durch Dampfstrahlen die bisherige Bauart der Schornsteine, wonach sie oben enger als unten hergestellt werden, für falsch und das Umgekehrte für richtig erklärt worden. Die Theorie weist nach, daß ein unten enger und oben weiter Schornstein bei 1,% Conicität etwa 20 Proz. mehr Luft einsaugt, wie unter gleichen Verhältnissen ein cylindrischer, d. h. gleichweiter Schornstein. Die Praxis hat dies vollständig bestätigt u. es ist durch die Erfahrung gefunden worden, daß man solche Din viel niedriger herstellen kann als die gewöhnliche Art. Im allgemeinen wird durch Erhöhung des Schornsteins an Heizmaterial erspart. Die Dampfschornsteine müssen natürlich sehr gut gegründet sein. Für die Fundamentirung aus Quadersteinen u. darunter Betonmasse soll der Böschungswinkel des ganzen Fundamentkörpers 60 betragen. Die Höhe des ganzen Fundaments mit Einschluß der Betonmasse amal der unteren Weite im Lichten (aus Rubrik 2 in der Tabelle). Die Breite der Quadratmasse = fünfmal der unteren Weite im Lichten (aus Rubrik 2 in der Tabelle). Höhe der Quadersteine ungefähr gleich der untern Mauerdicke (aus Rubrik 4 der Tabelle). Der innere hohle Raum wird nach unten um 56—120 cm. unter die Einmündung des Rauches verlängert. Obige Mãße sind die Minimen der Höhen u.Stärken, durchsehr windige Lagewird größereHöhe der D. u. dadurch auch größere Stärke ihrer Umfassungen bedingt. Bei der Ausführung verursacht in der Regel das Gerüst sehr große Kosten. Sehr oft aber sind die Den völlig weit genug, um folgendes, das Gerüst ersparende Verfahren anzuwenden. Der Maurer steht innerlich u. mauert über die Hand. Wenn er 60 em. hoch gemauert hat, legt er ein Holz ein, welches mit beiden Enden je 8 om. auf der Mauerung einliegt, also 16 cm. länger ist als der innere Durchmesser; das eine der dazu nöthigen Rüstlöcher aber läßter 160mitiefer; auf dieses Holz stellt er sich beimWeitermauern u. s. f. Ist die D. bis oben fertig, so steigt er auf das zweite Holz herunter, nimmt das erste heraus und vermauert die Rüstlöcher u. s. f., bis er wieder unten anlangt.— 2. Blechschornsteine macht man meist 3 m. oben, 5 mm. unten stark im Blech, den unteren Durchmesser bei 16 m. Höhe gleich 1½/ des obern. Sie haben den Nachtheil, daß bei kaltem Wetter durch die stattfindende große Wärmeausstrahlung der Zug sehr beeinträchtigt wird. — 3. Bei Dampfwagen ist die D. aus Eisenblech von 4 am. Dicke durch Nietung gebildet; die Höhe beträgt 1½ —2 m., die Weite 0,3 —0,42 m. bei cylindrischer Form; Querschnitt meist 0, von dem der sämtlichen Heizröhren. Der Zug wird hier durch das Ausblasen des gebrauchten Dampfes in die Esse wesentlich befördert. In der Esse ist ein Drahtgitter, welches das Auswerfen glühender Brennmaterialstücke verhütet, sowie eine Klappe, durch die sich dieselbe verschließen läßt, wenn die Maschine still steht. Sc0.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 124Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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