FeedDampfkesselfeuerung
TechnikBau-Lexikon 1881

Dampfkesselfeuerung, k. Die Anlage der Dampfkesselfeuerung richtet sich natürlich nach der Konstruktion des Kessels und dem zu verwendenden Brennmaterial. Vor allem wichtig ist die Normirung der Rostfläche. Man rechnet hierbei, daß auf 1 qun. Rostfläche stündlich 30 bis 80 Kg. Steinkohlen verbrannt werden können. In der Praxis nimmt man D an: a) Bei stationären Anlagen u. Steinkohlen: für kleine Kessel bis 0, qm., für mittlere 0,½ n., für große 0,5 Am. . kohlen und Torf / ½ und euerung. Fig. 1848. schnittlich an für Hochdruck-Tag (à 12 Stunden) 1 Ctr. Steinkohlen oder / 1½ t. (preuß. Mäß = 225 — 375 Pfd.) Braunkohlen. Durch Kondensation werden ea. 20% Brennmaterial gespart. [Die Entfernung des Rostes vom Kessel sei für klare Braunkohle 31—37 cm., für Steinkohle 3442 cm., für Lignit u. Hartholz 39—47 em., für Weichholz und Torf 42—62 em. Die Länge der Roststäbe richtet sich natürlich nach der Länge des Rostes, doch soll ein Roststab nicht viel über 1 m. Länge erhalten u. der ganze Rost soll nicht über m. lang sein. Die Stärke der Stäbe ist dem Brennmaterial angemessen; für grusförmiges Material sollen sie so dünn als möglich sein. Eine einflügelige Heizthür ist 31.—39 em. breit und 26 bis 30œm. hoch; eine zweiflügelige ist 44 —52 cm. breit u. 29—37 cm. hoch. Der Aschenfall soll möglichst tief, nicht unter 1 m., besser noch tiefer sein. F/.ür die Beschickung sind Doppelroste mit dazwischen befindlicher Wand, so daß abwechselnd beschickt wird, vortheilhaft. Weiteres s Rost. Die Feuerzüge sollen genügend ö lang sein; ihre Länge ist mit vom Brennmaterial bedingt; selten werden sie unter 10 m. und über 30 m. lang ausgeführt. Ihr Querschnitt soll gleich der freien Rostfläche sein, „doch kann man sie bei gut ziehenden Schornsteinen auch enger halten und zwar für Steinkohlen / /5 und für Holz bis ½ der gesamten Rostfläche, nur muß dann öfter othek Heidelberg DFC gereinigt werden, was überhaupt mit Rücksicht auf Brennmaterialersparnis rathsam ist. Weiteres s. in Art. Dampfkessel, Kesselfeuerung u. Feuerungsanlage. Fig. 1338 u. 1339 stellen eine Dampfkesselfeuerungsanlage unter einem Siederkessel für Hochdruckmaschinen dar. Kist der Hauptkessel, BB sind die Siederöhren, OC die Verbindungsstutzen, Deine gemauerte Zwischenschicht, Eder Rost, Feiserne Stützen für den Sieder. Die Flamme geht unter dem Sieder hin, biegt in den Kanal E um, geht dann durch die Seitenkanäle HE wieder nach hinten und dort in den Schornstein L, M ist der Schieber zu Regulirung des Zuges, a das nach den Maschinen gehende Dampfrohr, b das Speiserohr, « das Sicherheitsventil, d das Manometer, e der Schwimmer, gedie Dampfpfeife; bei k ist das Mannloch. Andere Feuerungen s. in Fig. 1340 bis 1343. Dampfkochapparat, m. Man benutzt den Dampf viel zu Erhitzung des Wassers und anderer Flüssigkeiten; das Gefäß, in welchem sich die zu erhitzenden Gegenstände befinden, dient entweder selbst zu Erzeugung des Dampfes oder, was viel besser, auch allgemein üblich ist, es ist durch mit Ventilen oder Hähnen versehene Röhren mit einem andern Gefäß verbunden, in welchem der Dampf erzeugt wird, und das daher Generator heißt; meist ein Dampfkessel. Das Dampfrohr muß sich nahe seiner Einmündung trichterförmig erweitern u. möglichst am Boden des Kochgefäßes einmünden. Soll in den Gefäßen eine Temperatur über 80 R. (Siedehitze) erreicht werden, so müssen dieselben dicht geschlossen u. mit Sicherheitsventilen versehen sein. Man gestaltet sie dann meist als papinianische Töpfe (s.d.). Wo das Kondensationswasser nachtheilig werden würde, treten die Dämpfe nicht in die Gefäße, sondern an dieselben. Die D.e, wo der Dampf in das Gefäß selbst eintritt, theilt man nach den zu kochenden Gegenständen ein in: 1. Dampfkochapparat für Brauereien und Brennereien. Hier wird der Dampf in einem Dampfkessel (J. d.) erzeugt und in die betr. Gefäße übergeleitet. In Brennereien rechnet manzur Verarbeitung von 10 hl. Kartoffeln in 12 Stunden (Dämpfen und Maischen) 2,½ qm. Dampffläche. In Brauereien richtet sich die Größe des Kessels nach der des Bottichs. — 2. Dampfkochapparat für Farbeholzertrakte. Das Gefäß zum Extrahiren der in zerkleinertem Zustand eingebrachten Farbehölzer ist ein schwingbar auf einem Gestell aufgehängter papinianischer Topf (s. d.). In ihm ist in einiger Entfernung vom Boden ein Sieb aus Kupferblech eingelegt, und in geringem Abftand über diesem liegt ein zweites aus feinem Kupferdraht auf einem messingenen Ring, und behufs des leichteren Einbringens u. Herausnehmens durchScharniere zweitheilig gemacht; beide Siebe sind am Umfang wegen des vorbeigehenden Steigerohrs mit einem Einschnitt versehen. Dicht über dem Sieb lagert das gelochte Schlangenrohr, welches mit dem Dampfzuleitungsrohr, am andern Ende mit dem Steigerohr verbunden ist. Außerdem dienteine Röhre zum Einlassen von Wasser und steht daher mit einem Wasserbehälter in Verbindung; die anderen beiden aber führen nach Bottichen, um die extrahirte Farbebrühe abzuleiten. Ein im Boden des Gefäßes angebrachtes kurzes Rohr endlich dient zum Ablassen des Inhalts bei Reinigung des Gefäßes. Jede Röhre etc. ist durch einen Hahn schließbar. Nachdem alle Hähne geschlossen sind, wird, nach Wegnahme der Kappe, das Gefäß mit der erforderlichen Menge zerkleinerten Farbeholzes beschickt u. dieses auf dem Siebboden vertheilt; dann wird Wasser so lange zugelassen, bis der Wasserspiegel die Mündung der am Kesselboden angebrachten Röhre erreicht u. abzufließen beginnt. Der hier angeordnete Hahn wird jetzt geschlossen, die Kappe wieder aufgesetzt, dampfdicht gemacht etc., und Dämpfe von etwa 3 kg. Ueberdruck durch das Rohr u. durch die in demselben gebohrten Löcher zugeführt. Der Inhalt des Kessels kommt nach etwa 10 Min. zum Kochen, was 30 Min. lang fort-HEIDOELBERG O Univers gesetzt wird. Während dieser Zeit muß der Wasserspiegel der Flüssigkeit im Innern des Kessels ziemlich gleichmäßig behauptet werden. Ist das Kochen vollendet, so wird das Farbenextrakt mittels Dampfdrucks nach einem Holzbottich abgeleitet, darauf wieder Wasser zugelassen u. das Kochen wiederholt. Die Extrakte werden dabei natürlich immer schwächer; man kann aber, um stärkere zu erzielen, das Extrakt der dritten Abkochung nach einem besonderen Bottich leiten und, nach Aufgabe von frischem Farbeholz, nochmals abkochen. In einem Kessel von eirca 1 m. größtem Durchmesser können etwa 50 kg. Farbeholz eingesetzt werden. — 3. Dampfkochapparat für Speisen mit gesonderter

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 128Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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