Feedden oben erwähnten Formen vorkamen
BaukunstBau-Lexikon 1881

den oben erwähnten Formen vorkamen, größtentheils aber, weil aus Privatmitteln geschaffen, in beschränktem Mäßstab; s. dar. d. Art. Grab. i) Votivsäulen, eine der vielen Ausgeburten der spätrömischen Kunst, welche, wenn auch in der Gestaltung noch so trefflich durchgeführt, doch stets ein Unsinn bleiben werden, denn die Säule ist eben zum Tragen bestimmt u. kann ohne Widerspruch nicht isolirt und selbständig bestehen,; s. d. Art. Columna u. Ehrensäule. E) im Mittelalter kamen außer wenigen Porträtstatuen von Herrschern (meist Reiterstatuen u. Grabdenkmäler) blos Betsäulen, Wegkreuze, Votivbrunnen u. Votivkirchen vor. ) In der neuen Zeit wendet man alle jene kunsthistorischen Formen im bunten Durcheinander, oft ohne allen innern logischen Zusammenhang mit der zu verherrlichenden Person oder Begebenheit, an. II. Für sachgemäße Gestaltung der Denkmäler können im allgemeinen folgende Regeln dienen: 1. Ein D. für eine Begebenheit stehe in richtigem Verhältnis zu der Wichtigkeit der Begebenheit; je wichtiger und großartiger diese, um so kolossaler sei das D. Es schließe sich aber auch im Charakter an diese Begebenheit an; so sollte ein D. für eine christliche That nie in heidnischem Stil, für eine deutsche Volksthat nie in französischer, griechischer, ägyptischer etc. Weise entworfen werden. Bei Denkmälern für Kriegsbegebenheiten ist alle kleinliche Spielerei, bes. alle weichliche Allegorie etc., zu vermeiden. — 2. Ein D. für eine Person vermeide alles dieser Person Fremdartige. Darstellung in Porträtähnlichkeit u. Scenen aus seinem Leben seien die Hauptsache. — 3. Bei der Wahl des Stils vermeide man jeden aus einer frühern Zeit stammenden, als in welcher die Begebenheit vorfiel oder die betr. Person lebte, wenn nicht durch den Charakter der zu feiernden Begebenheit oder Person, oder durch ihre Thätigkeit, ganz direkt ein solcher Stil bedingt wird. — 4. Inschriften, Allegorienetc., die man etwa anbringt, seien leicht verständlich und nicht aus längst vom Volk vergessenen Sagenkreisen genommen, die Inschriften in der Landessprache abgefaßt; Denkmäler sollen nicht für die Gelehrten blos, sondern für das ganze Volk zugänglich sein. — 5. Das Beiwerk, als Postament de., herrsche nie über den Haupttheil des Dis zu viel vor, sondern diene nur, dasselbe mehr herauszuheben. — 6. Das D. stehe in richtigem Verhältnis zu seinen Umgebungen. Vergl. auch d. Art. Bildsäule.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 151Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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