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ErdkundeBau-Lexikon 1881

Kirchengemälde, u. Nach dem Ort ihrer Anbringung kann man dieselben eintheilen wie folgt: 1. Auf dem Fußboden. Dazu wähle man ornamentale, höchstens allegorische Gegenstände, s. d. Art. Kirche D. b. — 2. Auf den Wänden. Nur auf großen, unterbrochenen, gut beleuchteten Wandflächen sind K. anzubringen; dieselben können irgend welche Handlungen aus dem Alten u. Neuen Testament, in katholischen Kirchen auch aus Heiligenlegenden darstellen u. müssen in zwar kräftigen u. natürlichen, aber nicht zu lebhaften Farben gehalten sein; ihre Einfassungen sind mosaikartig zu halten und müssen sich dem Stil der K. anschließen. Grund: Gold oder Roth, schon weniger gut: Grün. — 3. An den Gewölben od der Decke. Farben: ziemlich lebhaft; Gegenstand: Engel etc., vielleicht Scenen und Gestalten aus den Psalmen, dem Hohen Lied und der Offenbarung, Eintheilung und Einfassung nach dem Wölbsystem oder der sonst gewählten Konstruktionsweise zu gestalten. — 4. An Holzdecken. Gegenstand können hier kaum Gruppen, sondern nur einzelne Gestalten sein; Eintheilung und Einfassung ebenfalls nach der Konstruktion zu gestalten. — 5. In Fenstern; s. d. Art. Glasmalerei; die Farben können, ja müssen ziemlich lebhaft sein. — 6. Am Altar, Altarbild genannt, bei katholischen Altären Scenen aus der Geschichte des Heiligen, dem der Altar geweiht ist; bei protestantischen ausschließlich aus dem Leben Christi selbst. — 7. Auf Teppichen, Vorhängen, Schrankthüren, Orgelthüren etc.; auf den Zweck des Gegenstandes in höherer, besonders symbolischer Auffassung bezügliche Darstellungen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 183Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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