Eisen ausschweißen od. warm schlagen heißt, dasselbe, wenn es aus dem Feuer kommt, verschiedene Male unter dem Hammer biegen u. gleichsam kneten; hierbei wird das E. aber leicht sehr verdorben. en Das Eisenstrecken, s. d. Art. strecken. ‚) Eisen u. Stahl blau anlaufen lassen, vergl. d. Art. anlaufen 4. Ein sehr leichtes Verfahren ist folgendes: In einen blechernen Ofen werden Lohkuchen gelegt, welche man mit glühendem Kohlenstaub bestreut; sobald die Lohkuchen zu brennen anfangen, werden die Artikel, welche blau anlaufen sollen, darauf gelegt. Wenn der gut polirte Stahl eine rothe Farbe angenommen hat, diese aber nicht ganz gleichförmig ist, so muß die stärkste Glut nach dem Theil gerichtet werden, dessen Farbe die geringste Tiefe hat, u. man bewirkt dies, indem man in dessen Nachbarschaft das Feuer durch Blasen anfacht; sobald der Artikel die gewünschte Farbe erhalten hat, nimmt man ihn aus dem Feuer, läßt ihn langsam abkühlen u. wischt ihn dann mit einem reinen leinenen Tuch ab. g) Verzinken von Eisenwären. Alles Gußeisen ist mit einer sogen. atsbibliothek Heidelberg Gußhaut überzogen, die entfernt werden muß, wenn die Wäre verzinkt oder glänzend polirt werden soll. Man legt den Gegenstand 6 Stunden lang in eine Mischung von 1 Theil Schwefelsäure u. 10 Th. Wasser, nimmt ihn dann heraus und scheuert ihn mit warmem Wasser und feinem Sand. Nachdem er glänzend abgerieben, in warmem, weichem und reinem Wasser abgewaschen eu getrocknet ist, wird er eine Minute lang in eine Auflösung von starkem Salmiak oder Chlorzink, dann aber in das geschmolzene Zinkeingetaucht, dessen Oberfläche mit feinem weißen Sand öd. Glaspulver bedeckt ist, behufs Verhinderung der Verflüchtigung des Zinks. Wenn die Eisenartikel aus dem Zink kommen, worin sie 3—5 Minuten bleiben, muß man sie langsam abkühlen lassen und dann in weichem Wasser waschen. b) Verfahren, blecherne Röhren z. mit Glas zu überziehen, um sie gegen das Rosten zu schützen. 130 Th. Flintglas, 20⅛½ Th.kohlensaures Natron und 12 Th. Boraxsäure werden in einem Glashafen zusammengeschmolzen u. nach dem Erkalten gepulvert; das Blech wird mit einer Lösung von arabischem Gummi bestrichen, mit dem Glaspulver bestreut und dann so weit erhitzt, daß das aufgestreute Glaspulver schmilzt. i) Andere Mittel gegen Rost; zunächst wären hier die Anstriche zu nennen; s. d. Art. Anstrich 1—22, sowie d. Art. Platinanstrich, Rahtjens Komposition etc.; weitere Verhütungsmittel s. unter dem Art. Rost. k) Eisen ohne Schweißung vereinigen, nach Sisco. Blos anwendbar bei Eisen, welches mit einer dünnen Schicht von Oxyd überzogen ist; die verschiedenen Stücke werden möglichst an einander gepreßt, kleinere durch Draht, größere durch Bandeisen zusammengehalten. Sie werden dann in einer Säure abgebeizt, abgewaschen, mit einer kochenden Auflösung von Borax in Wasser benetzt und zuletzt durch nachstehende Legirung, die man in einem Flammenofen flüssig erhält, gezogen: 100 Th. gutes weiches Gußeisen, 33 Th. Kupfer u. 15 Th. Manganoxyd. Durch dies Verfahren wird die Festigkeit nicht wie durch das Schweißen verringert, sondern eher vermehrt. Eine der wichtigsten Anwendungen dieses Verfahrens ist die zur Fabrikation von Seil-od. Ketteneisen. ) Das Eisen wirdbrüchig oder „faul“, wenn man es beim Schmieden aufstaucht u. die Theile über einander richtet oder beugt oder auch es im Zickzack biegt; wenn man es aber in die Länge schmiedet oder streckt, so verbessert man es. — Die verschiedenen Verfahrungsarten, das E. zu färben, anzustreichen, zu bronziren etc., s. unter den Art., welche die einzelnen Farben, so- wie die Bronzen etc. behandeln. Is.)