Eisen istzu den dünnsten Blechen streckbar. Für Walzwerke wählt man möglichst breites, dünnes Materialeisen, um Sbibliothek Heidelberg CFC( die Arbeit abzukürzen und die Walzen z Zuerst werden die Stäbe nach Verhältnis ihrer u. der Abmessung der zuerhaltenden Blechesentweder an der Abhaustelle rothglühend durch das Setzeisen unter dem Hammer oder kalt durch verstählte eiserne Schéren so abgehauen, daß man aus jedem Sturz (d. h. jedem vom Stab abgehauenen Stück) zwei Bleche erhält. Das Glühen der Bleche geschieht beim langsamen Gang unter dem Hammer in Herden oder bei J. Die Bereitung des Schwarzbleches, frz. töle, f., engl. black iron-sheet, a) unter dem Hammer, s. Blech a. Auf einigen Blechhütten wird nach folgender Weise verfahren: die zugehauenen Stäbe (Stürze), franz. bidon, engl. slab, werden gewärmt u. an einem Ende bis auf ihre doppelte Breite aufgehämmert, dann wieder gewärmt u. am andern Ende eben so viel ausgebreitet. Der Sturz wird zur Hälfte umgebogen, das umgebogene Ende, der Saum, wird zusammengeschlagen; die hierdurch erhaltenen Urwellstürze werden in zwei Hälften zerhauen, wovon jede ein Blech liefert; diese werden sämtlich wieder gewärmt, dann einzeln mit der Zange beim Saumende gefaßt, am Vorderende bis zur doppelten Breite der Urwell-Name. VNr. Breite Länge — Dicke in mi. brohl III0, 3340 150 40 Nach Nr. 21—1 (Fig. 1556 IV 0,0 3,30 15045 deutschen Lehre, S.n bis 1560). V0%½e 340 76 25 Nach Nr.15—21.S. Germania 2 — 3, 40 12 0, bis 1 Buderus X — 0 75 25 0,8 bis 1 A. Georg, B 0j602 3, ooo 12² 29 1„125⁵1 17257 1j37⁵⁰⁷ 1j5 d) Gerippte und geriffelte Bleche, frz. tole gaulrée, haben verschiedene Muster, theils kleine parallele Wellen, theils Rauten etc., und dienen zu Fußtritten, Thürschwellen, Fußböden für Balkons, Treibhäuf er, Maschinenräume etc.; Phönix in Laar liefert solche von 4, — 10 mm. Stärke bei 39 Kkg. und darüber Gewicht pro qm.; die Gutehoffnungshütte von 4mm. Stärke an; die Dillinger Hütte liefert geripptes Blech mit Rautenmuster bis 1 m. breit u. 4 m. lang in Stärken von 6, 6,, 7, 7,5, 8, 8,, auch am Saumniende ausgebreitet; diese Arbeit nennt man Stürzen (Gleichen). 6 — 20 Stürze werden in ein Pack (Zange) zusammengelegt, erhitzt u. dann unter den Hammer gebracht; diese Arbeit (Packschmieden) muß 3—4mal wiederholt werden. Die nächste Arbeit ist das Ausgleichen und Ebenen (Pritschen) der wieder gewärmten Packs auf sehr breiter Amboßbahn unter dem Pritsch⸗(Abricht-Hammer; darauf folgt das Pritschen mit hölzernem Hammer zu Ausgleichung von Beulen, endlich das Beschneiden mit einer Hand⸗ od. Wasserschére. Die Methode der Blechbereitung unter dem Hammer liefert immer ein Blech von ungleicher Dicke u. kommt jetzt nur selten in Anwendung. b) Unter einem Walzwerk, am zweckmäßigsten mit zwei gehörig eingerichteten Glühöfen. Unter dem Sturzwalzwerk werden die Stäbe zu Stürzen, unter dem Schlichtwalzwerk zu Blechen gewalzt. Die Stürze gehen dabei dreibis viermal durch die Walzen, indem letzte re jedesmalenger gestellt werden; vor dem letzien Durchgang werden die Stürze, wenn daraus zwei Bleche gemacht werden sollen, zur Hälfte gebogen u. zusammengeschlagen, dann wieder geglüht, hierauf vom Glühspan gereinigt, da dieser sich sonst einwalzt, u. mit dem Saumende zuerst wieder unter die Schlichtwalzen gebracht, wobei dann die Ausdehnung nur nach der Längenrichtung erfolgt. ) Gewelltes Eisenblech. Wellenblech, frz. töle ondulée, engl. corrugated plate, wird durch Stempelung der fertigen Eisenblechtafeln erzeugt. — Auch hier herrscht, wie bei den Eisenbalken, eine ungemeine Manchfaltigkeit der Maße etc. bei den verschiedenen Werken, die sich mit der Fabrikation beschäftigen. Im allgemeinen versteht man unter Wellenblech schlechthin nur die Sorte mit flachen Wellen, u. nennt dagegen die Sorte mit tiefen Wellen Trägerwellblech (s. d. u. d. Art. Decke). — Nachstehende Tabelle giebt eine Uebersicht über Nummern, Größe etc. der Wellenbleche der bedeutenderen Fabriken. 29, 34, 392e. bis 59 Sämtliche Nummern werden ohne 2 911½ 13, bis18 od. mit Verzinkung sowie verbleit ge½% %½;snsliefert. — 2b wird bis zur Länge von 57 978 40,2 3 m. auch bombirt (gebogen) nach dersbez.: 6,½ etc. bis 12, Die Tafellängen sind Maxima, die 144.]s. Tabelle S. 144. Gewichte erhöhen sich natürlich durch derbez.: 6, 7 bis 44 die Ueberdeckung, s. d. Art. Eisen0 43. „dachung. Bei 2 m. Länge sind Profil 144.[s. Tabelle S. 144. II mit 6, IIImit 5, V mit 10 Wellen 41446—12 s. Tab. S. 1 44 stets vorräthig. Verzinkt u. unverzinkt. 10½ per mm. Stärke Breite nach Vereinbarung. 9,5 per mm. Stärke 8,36 per mm. Stärke 10½ 11½ 15, 14,, Gewicht, 26 Wellenhöhe, 0,730 Breite 5⁰ 7% %½ bis 2,600 Länge; bei 0,7 Dicke nur bis 50 9,) 11; 12,1 13½ au 0,645 Breite u. 2,0 Länge; bei O,gas 53 595 4 616 B. bei den schwächeren Sorten nur bis 10 mm. bei bezüglichem Gewicht von 46,, 50,, 54, „ 58,, 62, 66, 70, 74, 78 kg. pro qm. II. Verzinktes Eisenblech, franz. ker galvauisé, engl. galvanised iron (galvanisirtes Eisen). Die jahrelangen vielfältigen Versuche, das Eisen dauernd gegen Verrosten zu schützen, haben zu dem Resultat geführt, daß dies am wirkfamsten u. billigsten durch sein Verzinken erreicht wird. Die Herstellung erfolgt auf fenrigem Wege. — Durch die große Verwandtschaft, welche Eisen u. Zink zu einander haben, findet bei dem Prozeß des Verzinkens eine Verbindung beider Metalle in den Berührungsflächen statt, bei Verbleiung oder Verzinnung des Eisens ist dies dagegen nicht der Fall. Auch ist infolge dieser Verwandtschaft das Zink im Stande, besser als alle anderen Metalle, die Sauerstoffverbindungen des Eisens zu verhüten, z. B. wenn man einzelne Stellen des verzinkten Eisens von dem Zinküberzug entblöst, dann erstreckt sich diese schützende Kraft in der Luft auf Entfernungen von 4 — 6 mm., dagegen unter Wasser noch viel weiter. Durch die atmosphärischen Einflüsse bildet sich auf dem verzinkten Eisen eine Oxydhaut, welche dasselbe gegen die weiteren Einflüsse der Luft schützt. Nach den Beobachtungen v. Pettenkofer in München waren 27 Jahre erforderlich, um einen Ueberzug v. O,ekg. Zink pro qm. durch die atmosphärischen Einflüsse abzunutzen. Wenn man der Verzinkung (wie bei den Fabrikaten von Hilgers in Rheinbrohl) durchschnittlich 0,5 Kg. Zink auf jeder Seite des Eisenbleches zuweist, so sind zu —.4 gänzlicher Beseitigung des Zinküberzugs rund 350 Jahre erforderlich. Zu Bedachungen ist verzinktes Eisen dem Zink vorzuziehen; die große Ausdehnbarkeit des letzteren, infolge des Temperaturwechsels, welche die des verzinkten Eisens 2½mal übersteigt, veranlaßt entweder ein Buckeln der Platten, Lee welches den Wasserabfluß hemmt, oder die Bleche reißen sich an ihren Verbindungsstellen los u. bewirken hierdurch Undichtigkeiten, beide Vorgänge verursachen außerdem allmählich ein Brüchigwerden des Zinkes; durch seine weit geringere Ausdehnbarkeit bleibt das verzinkte Eisen von diesen Uebelständen verschont, da die Einwirkung des Temperaturwechsels auf dasselbe von ge⸗ 7e. ringem Einflusse ist u. durch die mehr oder weniger geeignete Befestigungsart der Bleche ganz aufgehoben werden kann. — So z. B. bei den Hilgersschen Pfannen dadurch, daß dieselben nur an einer Seite befestigt werden, s.d.Art. Dachdeckung. Ein weiterer wichtiger Vorzug des verzinkten Eisens vor dem Zink besteht in seiner größeren Stabilität, welche sowohl der Bedachung selbst als auch der Dachkonstruktion zugute kommt. Das verzinkte Eisen besitzt eine sechsmal größere Festigkeit als Zink. Die Zinkwellenbleche gestatten kaum eine Entfernung der Unterstützungen (Pfetten) von m. und biegen sich selbst dann noch auf die Dauer durch, bei verzinkten Eisenwellenblechen können die Unterstützungen 2—4mal so weit von einander entfernt gelegt werden, ohne ein Durchbiegen der Bleche befürchten zu müssen; der Dachstuhl kann mithin bei Eindeckung mit verzinktem Eisenwellenblech um die Hälfte, ja oft um ½ leichter sein als bei Zink. Auch größere Sicherheit bei ausbrechenden Bränden bietet das verzinkte Eisen gegenüber dem Zink. Letzteres schmilzt schon bei einer Temperatur von 360 C., das dann heruntertropfende brennende Metall hilft die Glut vermehren etc. Anders verhält sich dies bei Anwendung des verzinkten Eisens, die zu seinem Schmelzen erforderliche Hitze von 1600° C. komint erfahrungsgemäß bei Bräuden Hilgers Wellblech, Profil I. Fig. 1556. Profil II. Fig. 1557. Profil II. Fig. 1558. Profil IV. Fig. 1559. Hillgers Wellblech, Profil V. Fig. 1560. das verzinkte E. in einer Stärke von O,, — 1,5 mm. nach beiden Richtungen so. 2 (nat. Größe) falzen lasse, ohne daß das Eisen selbst breche. III. Bereitung von Weißblech, frz. fer blanc, engltin-Plate, tinned iron-plate, a) unter dem Hammer. Die Stürze sind kleiner als beim Schwarzblech. Zwei Hämmer werden hier abwechselnd im Gerüste eingelegt, der Breit⸗ u. Urwellhammer. Nachdem beim Zainen der Deul (s. d.) zu Schirbeln (s. d.) verarbeitet wurde, wobei die Abschnitzel und der Ausschuß durch Einschmelzen zum frischen Deul gutgemacht werden können, werden die Schirbel zu Geviertstäben von 30 mm. Seitenlänge ausgeschmiedet. Am vorderen Ende werden sie erhitzt und an dem dadurch etwas ausgebreiteten Ende Kölbchen abgehauen, wieder erwärmt u. am nämlichen Ende weiter bis 70mm. breit ausgereckt dann werden sie am andern Ende ibliothek Heidelberg COFC ausgebreitet auf einem Handamboß zur Hälfte umgebogen uU. zu Stürzen zusammengeschlagen; diese Stürze (gerichtheißesten Stürze) werden pärweise zusammiengelegt u. am Saumende gewärmt, unter dem Urwellhammer gestreckt, das noch nicht gebreitete Ende ins Feuer gehalten u. hierauf ausgebreitet. Die nun gegleichten Stürze werden zusammen (je 50 Stück geben eine Zange) auf quer über den Herd gelegten Stangen, worauf die Zange mit der hohen Kante ruht, erwärmt. Jede Zange wird 3—4mal geschmiedet, dann beschnitten u. unter langsamen Hammerschlägen abgerichtet; die abgerichteten Bleche (das Dünneisen) werden nochmals abgeschnitten und dann verzinnt, s. d. Art. Blechverzinnen; b) unter dem Walzwerk: gejchieht unter Anwendung möglichst breiter, gut abgeschlichteter Stäbe zu möglichster Minderung der Abfälle. Ein Vortheil hierbei ist: schnelles Ausglühen in fest verschlossenen Oefen u. möglichstes Ausrecken. Das Nachheizen des Ofens ist nachtheilig, dagegen ein doppelter Ofen vortheilhaft. Die fertigen Bleche werden nur einmal, sogleich nach dem Zinnmäß, beschnitten, auch ausgeglüht, um ihnen die Spröde zu benehmen.