etruskischer Baustil, frz.style des Etrusques, architecture toscane, engl. etruscan style, toscan styl. In die Ebenen Mittelitaliens, die Gegenden des heutigen Toscana, welche von einem der ältesten Absenker des kaukasischen Stammes, den Rasenern, bewohnt wurden, wanderten zwischen 1200 u. 1040 v. Chr. tyrrhenische Pelasger aus Tyrrha an der Küste Lydiens ein, machten die Rasener dienstbar und vermischten sich mit ihnen zu einem Volk, welches sich selbst Rasener nannte, von den Griechen Tyrrhener, von den Römern Etrusker, Tusker, Hetrurier etc. genannt wurde. Ihre Mythologie ist mit der hellenischen nur wenig verwandt, steht näher der alten pelasgischen u. siothek Heidelberg DFC scheint zum Theil bei der Einwanderung eingeführt zu sein, während der andere Theil heimischen Ursprungs war u. Verwandtschaft mit nordischer Mythologie zeigt. Ihre drei Hauptgötter, Tina, Cupra u. Menerva, bilden eine Trimurti; dem Tina steht ein Rath von 12 Göttern zur Seite, zu Ueberwachung menschlicher Angelegenheiten; die höhere Weltordnung überwachen unbekannte Obergötter etc. Die Götter wohnen im Norden; daher waren die Tempel so gebaut, daß die Cella am nördlichen, die Vorhalle am süd-Pyramidendach, sehr ähnlich den peruanischen Gräbern, s. Fig. 1637. d) Quadratischer Unterbau mit kegelförmigen Aufbauten, von phönikischem Einfluß zeugend, s. Fig. 1638, Grab des Arun, Sohn des Porsenna, zu Albano, gewöhnlich Grab der Horatier und Curatier gen. Diese Gräber kommen auch in Ziegeln gebaut vor. e) Cippen, bald altarähnlich, bald tempelähnlich gestaltet, meist ohne Zugang; einige von diesen zeigen Pilaster mit Schneckenkapitälen. k) Mehr od. weniger ausgedehnte Felsengräber mittempel-Steinschichten in Spitzbogenform geschlossen; später hatter sie gewölbte, unterirdische Cisternen, deren Gewölbe au Pfeilern ruhten. Die Thüren waren ähnlich den dorischen aber noch schwerfälliger und nicht immer verjüngt; di Thürflügel waren oft von Marmor, mittels Zapfen i Sturz und Sohlbank eingesetzt. Wenn sie Verdachunge hatten, standen diese ziemlich hoch u. waren einfach. D Malerei ähnelt in Disposition und Farbengebung de ägyptischen. Die Sarkophage haben dieselben Haup formen wie die römischen, sind aber bei weitem einfache Die Gefäße u. Geräthe gehören zu den schönsten Arbeite in Terracotta u. Bronzeguß, sowie in Goldtreiberei, siel Fig. 1642. Kolossale Statuen u. Statuetten in Bronzegu Fig. 1637. Gräber zu Castel d'Assa. Kämpfersimse erhalten sind, anderseits auch, weil man Rücksicht auf die Felsengräberfacaden genommen steht indessen fest, daß der Säulenschaft keine u. nicht immer eine Basis hatte; das Kapitäl war anfangs (s. Fig. 1640) sehr ähnlich dem griechisch-dorischen, später ähnlich dem ionischen, mit Schnecken geziert, doch etwas roher als das ionische; die Säulen waren kurzu. standen ziemlich weitläufig; daraus läßt sich schließen, daß oft das ganze Gebälk von Holz war u. infolge dessen wohl einen nicht ganz mit dem Unterbau harmonirenden leichten Charakter annahm; dieser Uebelstand wurde noch vermehrt durch die große Ausladung des Daches (ca. / der Säulenhöhe), so daß auch Vitruv die etruskischen Tempel niedrig, breit, gespreizt und schwerköpfig nennt; freilich ist Vitruvnicht immer ein zuverlässiger Gewährsmann in ästhetischen Fragen.