FeedFensterveschläge
BaukunstBau-Lexikon 1881

Fensterveschläge, n., frz. ferrure de fenstre, armaturèe f. de verrière, engl. mounting, iron furniture of a Casement, ital. mastiettatura. A. An Fenstern mit stehendem Stab: die Hinterhöhen der Flügel erhalten Winkelbänder, frz. équerre à charnière, engl. H-L-hinge, single garnet, span. quicio, oder Fischbänder, frz. oouplets à vase, fiche à vase, engl. butt-hinge, und bei 1, 4, 6 und 8 in Fig. 1679 Winkel (Scheinhaken), frz. équerre, engl. corner-eramp. Zum Verschluß können dann dienen: 1. doppelte Vorreiber a, auf dem Höhestab oder Setzholz befestigt; 2. Keildreher, deren Keil od. Zunge in den Setzstab eingreift; bei 1. müssen die Flügel noch Handgriffe b erhalten. B. An Fenstern mit aufgehendem Stab: 1. am zuletzt aufgehenden Flügel oben und unten zwei halbe Vorreiber u. auf dem aufgehenden Stab selbst zwei ganze Vorreiber, die den zuerst aufgehenden Flügel zuhalten; 2. am aufgehenden Stab unten und oben Riegel und in der Mitte eine Fallklinke; 3. am aufgehenden wirkliche und am stehenden Flügel falsche Keildreher. O. An Fenstern mit gebrochenen Flügeln: 1. Basquille (s. d.); 2. Espagnolettestangen, fälschlich meist Bayonettestangen gen., frz. espagnolette, f., engl. spanish sashbolt, Fensterverschluß nach Fig. 1683 —1685 oder nach Fig. 1686—1688. Eine bewegliche eiserne Stange e ist unten, in der Mitte und oben auf der Schlagleiste od. dem Vorderschenkel àa des aufgehenden Flügels mittels der Ringe dso befestigt, daß sie sich drehen kann u. mit einem unten und oben daran geschmiedeten Haken h in das auf den Fensterrahmen b befestigte Schließblech oder einen Schließhaken i einfaßt; ein beweglicher Handgriff k, ziemlich in der Mitte der Stange angebracht, legt sich in einen am andern Flügel befestigten Haken geein und schließt das Fenster; unterscheidet sich von dem Basquill (s. d.) bes. dadurch, daß sie nicht wie dieses versteckt liegt, sondern offen auf dem Fensterrahmen angebracht ist, daher auch nicht so bequem zu verzieren ist; 3. nicht als eigentlich neue Konstruktion, sondern als allerdings wesentlich verbessernde Modifikation des Espagnolettestangenverschlusses ist der sogen. Schneckenverschluß, von Bretschneideru. Krügner in Berlin (D. R.⸗Pat.12 681)anzusehen. Die Verbesserung besteht namentlich darin, daß die Haken h, auch Flügel oder Daumen gen., vermöge ihrer excentrischen Gestalt beim Eingreifen in den entsprechend gestalteten Schließhaken das Fenster scharf anziehen, beim Aufschließen, also beim Zurücktreten aus dem Schließhaken, aber den Flügel direkt abdrücken. Dadurch werden die Hauptmängel der alten Konstruktion der Espagnolettestangen vermieden. Mit dem Basquill ist dieser neue Verschluß nur scheinbar verwandt, nämlich nur in Bezug auf die Art der Drehung des Griffs um eine horizontale Achse, die mittels eines Triebrads und Getriebes, in Form zweier Schneckenräder die Drehung der Stange um ihre vertikale Achse bewirkt, während bei der Espagnolettestange diese Drehung vom Hantirenden selbst, mittels des Handgriffs, direkt bewirkt wird. Es wird dadurch an Eleganz gewonnen, an Kraft vexloren; s. auch d. Art. Band, Beschläge etc.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 306Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 11

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Baukunst 6