Feedforma
TechnikBau-Lexikon 1881

forma, foggia, span. horma, lat. forma, 1. (Aesthet.) s. Formgebung. — 2. frz. moule, modèle, patron, engl. mould, span. funda, molde, Vorrichtung zu Gestaltung eines Körpers. a) Zu Gipsabgüssen. Ist das Modell ö von Thon, so wird es angefeuchtet, besser geölt; ist es von Gips, so wird es eingeseift; bei metallenen Modellen genügt oft das Anfeuchten. Dann wird Gips darüber gegossen. Ist das Modell blos einseitig abzuformen, wie 3. B. eine Reliefplatte, so legtman es mit der Rückseite auf ein Bret od. dergl. und umgiebt es mit einem Thonrand. Nach dem Gießen der F. kann man nach Entfernung der Unterlage etc. ohne weiteres das Modell herausnehmen. Bei allseitig abzuformenden Gegenständen muß man den Gipsüberguß an geeigneten Stellen zerschneiden; der eine Theil der F. wird nun aufgehoben, das Modell herausgenommen, hierauf die F. innen geölt u. der Abguß durch Hineingießen von Gips erzeugt. Wenn man blos einen Abguß braucht, so löst man nach seiner Vollendung die F., sie zerbrechend, ab; sie heißt dann verlorene Form, frz. moule perdu, engl. dead mould. Braucht man aber mehrere Abgüsse, so zerschneidet man die Form meist schon vor dem Herausnehmen des Modells, oft erst nach dem ersten Eingießen von Gips, vorsichtig in keilförmige Stücke, deren Anzahl, Größe und Gestalt man so einrichten muß, daß sie sicht leicht abnehmen lassen, ohne sich jedoch verschieben zu können. Eine solche F. heißt dann Keilform (s. d.) und steckt in einer ebenfalls gipsenen, doch aus weniger Theilen bestehenden Kapsel oder Formkappe, frz. enveloppe, engl. shell. Zu Abgießung von Gegenständen, welche nicht viel unter sich gehen, bedient man sich mit Vortheil der Leimformen, mit welchen man indessen nie große Schärfe erzielen kann. Die größte Schärfe wird erzielt durch Vermischung des Formgipses mit Schwefel; sehrflach erhabene Gegenstände formt man mit Vortheil in Metall. b) Zu Abgüssen in Metall fertigt man die Fren in der Regel aus Formlehm oder Formsand, s. d. betr. Art., oder auch aus schwerflüssigem Metall, s. übr. Formflasche, Gießform, Gußeisen re. c) Zum Abdrücken in Thon, Steinpappe, Brotteigetc. genügen Holz⸗ oder Gipsformen. d) Zum Fertigen der Ziegel wird die Ziegelform meist in Gestalt eines Kastens ohne Boden aus hartem Holz, am besten Nußbaumholz, gemacht und so gearbeitet, daß sie so leicht als möglich werde. An den Fren für Dachziegel ist vorn eine Vertiefung für die Nase oder den Haken angebracht, hinten ist sie abgerundet, bei Krämpziegeln aufgebogen oder mit einer Leiste versehen, um die Schlußkrämpe zu bilden, welche gegen die vorspringende Leiste angestoßen wird. Damit die F. durch das stete Abstreichen nicht so bald abgenutzt werde, ist es rathsam, die Kopf⸗ od. Seitenränder mit eisernen Schienen zu bekleiden. Für Formziegel u. Mauersteine fertigt man die F.en jetzt häufig aus Gußeisen; s. übr. d. Art. Formen. — 3. F. (Hüttenw.), frz. tuyere, engl. twyer, das selbständige eingesetzte Futter derjenigen Oeffnung, Formauges, eines Schmelzofens, Sbibliothek Heidelberg durch welche die Gebläseluft eingeblasen wird. Die F. hat die Gestalt eines halb durchgeschnittenen abgestumpften Kegels; in ihr liegt die Düse. Für Hochöfen werden die F.en hohl gemacht, um zur Abkühlung derselben Wasser hineinleiten zu können. Fig. 1754 zeigt eine solche Wasserform. a ist die F. aus Blech und Schmiedeeisen, b das mengesetzt ist. Die äußere F. einer Raumgröße ist durch die Art und Weise der Begrenzung derselben bedingt. Alle ganze Zahlen sind entweder von der Form 2mod. 2n1, wobei n selbst eine ganze Zahl ist, Null mit eingeschlossen; die Zahlen 2u sind die geraden, die Zahlen 211 die ungeraden Zahlen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 361Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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