Galvanokaustik rerphe ist ein vereinfachtes Verfahren, radierte Kupferplatten mittels des galvanischen Stroms vertieft zu ätzen, also eine vertiefte Gravierung (Galvanische Gravierung) u erzeugen, statt das Atzen nach der gewöhnlichen gadiermanier durch direktes Aufgießen von verdünnter Salpetersäure zu bewirken. Die ersteund hauptsächlichste Arbeit fällt dem Kupferstecher zu; er überzieht die polierte Platte mit einem von der Radiermanier abweichenden Deckgrunde, welcher aus 1Teil Wachs, 1 Teil pulverisiertem Mastix und 2 Teilen Asphalt zusammengeschmolzen ist. Diesen trägt er mittels eines Bällchens in einer dünnen, gleichmäßigen Schicht auf die Oberfläche auf, während er die Rückseite und den vorher durch die Platte gezogenen Leitungsdraht mit Schellackfirnis oder Wachs überzieht. In den Deckgrund radiert er die aufgebauste Zeichnung bis auf den Kupfergrund ein, sodaß sie auf dem blanken Kupfergrunde bloßgelegt ist. Von hier an beginnt die Arbeit des Galvanoplastikers. Entgegengesetzt dem Galvanotypieren (der Erzeugung von Hochdruckplatten) wird die Platte, statt mit dem negativen, mit dem positiven Pole (der Anode) verbunden, sodaß diese von der erregenden Flüssigkeit angegriffen wird. Der elektrische Strom kann jedoch nur auf die bloßgelegten Stellen, die Radierung, wirken, während die vom Deckgrund bedeckten unberührt bleiben. Um eine möglichst gleichmäßige Atzung zu erhalten, bringt man der positiven Kupferplatte parallel gegenüber eine ein wenig größere negative Polplatte an. Das Atzen im galvanischen Bade unterscheidet sich von dem der Kupferstecher dadurch, daß das Angreifen des Metalls nur der Tiefe nach vor sich geht, während bei dem Atzen mittels verdünnter Salpetersäure diese auch nach der Seite hinfrißt, wodurch die Schärfe der Zeichnung leicht beeinträchtigt werden kann. Bei dunklern Schattenpartien, welche nur seicht geätzt werden dürfen, nimmt man nach kurzem Atzen die Kupferplatte aus dem Bade, spült sie mit reinem Wasser gut ab und trocknet sie durch Aufdrücken von dünnem, nicht leicht faserndem Fließpapier. Hierauf werden jene Stellen, welche nur eine erste schwache Atzung erfahren sollen, mit Deck—⸗ Plaß überzogen und die Platte wieder an ihren latz im Bade Dendung m eine Radierung zur gewünschten Vollendung zu bringen, sind drei, vier und in manchen Fällen noch mehr aufeinander folgende Atzungen erforderlich. Da zu diesem Verfahren eine genaue Bekanntschaft mit der Kupferstecherkunst gehört, so kann dasselbe nur unter Mitwirkung eines Kupferstechers mit Erfolg zur Anwen9200 gebracht werden. strumente, welche zur Messung der Stärke eines Tielelben be (elektrischen) Stroms dienen können. ieselben beruhen auf der Ablenkung, welche eine Magnetnadel durch einen über oder unter ihr hingehenden Strom erfahren. (S. Elektromagnetismus.) Steigert man diese Ablenkung durch multiplizierende Gewinde, welche die Magnetnadel parallel umgeben, so erhält man zunächst nur elektromagnetische Galvanoskope oder Multiplikatoren, das sind solche Instrumente, die das Vorhandensein und die Richtung sowie auch das Stärker⸗ und Schwächerwerden eines galvanischen lelektrischen) Stroms anzuzeigen vermögen, nicht aber dazu gebraucht werden können, die Stromstärken zu messen. Der ältere Sprachgebrauch, wonach seder Multiplikator (s. Galvanoskop), wenn er auch nur eine Abschätzung der Stromstärken ermöglicht, als Galvanometer bezeichnet wird, ist ungenau, und daher in diesem Falle bloß Galvanoskop u setzen. Den Multiplikatoren läßt sich jedoch eine Hs Form erteilen, daß man aus der Größe der lbweichung der Magnetnadel von ihrer natürlichen Ruhelage die Stärke des elektrischen Stroms berechnen kann. Die diesbezüglichen Instrumente sind Galvanometer. Hierher gehört vor allen die Tan-N We e (s. Tafel: Galvanismus, Fig. 17), welche zur Messung starker elektrischer Ströme dient. Dieselbe besteht aus einem Kupferring ao mit parallelen Zu- und Ableitern ah und ed für den elektrischen Strom. Im Mittelpunkt dieses mit der Ebene des magnetischen Meridians parallel stehenden Kreises ist eine magnetische Boussole (s. d.) angebracht. Sobald der Kreisring elektrisch durchströmt wird, erleidet die Magnetnadel der letztern eine Ablenkung. (S. perimentelle Untersuchungen lehren, daß hierbei die Stromstärken proportional den trigonometrischen Tangenten der Ablenkungswinkel sind, und daher der Name dieses Instruments. Für schwache Ströme erhält dieses Instrument statt eines einzelnen Kreisringes kreisförmige Multiplikatorgewinde. Ist der Kreisstrom der Tangentenboussole um eseine lotrechte Achse drehbar, so kann man die abgelenkte Magnetnadel mit dem Ringe so lange verfolgen, bis endlich die Magnetnadel in der Ebene des Kreises bleibt; es verhalten sich dann die 1Stromstärken wie die Sinuse der Ablenkungswinkel. Derartige Instrumente sind ebenfalls wahre G. und heißen, wenn sie für das Sinusgesetz )allein eingerichtet sind, Sinusboussolen. Die⸗ „selben können viel empfindlicher eingerichtet werden esals die Tangentenboussolen, ja selbst die gewöhn⸗ )flichen Multiplikatoren lassen sich als Sinusboussolen tgebrauchen, wenn ihr Gewinde an einem geteilten )Kreise drehbar ist. Die Sinusboussole wird jedoch wegen der Unbequemlichkeit des Nachdrehens vom rmultiplizierenden Gewinde viel seltener als das „Tangentengalvanometer verwendet. Dagegen lassen sich die gewöhnlichen Multiplikatoren empirisch, durch Vergleichung mit Strömen von bekannter Größe, mit einer wachsenden Skala versehen; sie ümost dann zu den G. Ja für sehr kleine Ablenngswinkel können überhaupt die Multiplikatoren als G. gelten. Hierher gehören insbesondere die Spiegelgalvanometer, welche äußerst empfindlich und in sehr verschiedener Weise ausgeführt sind. Ihr Magnet z. B. in Stabform (Fig. 18) ist nach dem Prinzip der Magnetometer mit einem Spiegel m derart bewaffnet, daß sich in letzterm (Fig. 19) eine entfernte Skala ss abspiegelt, von welcher mittels eines Fernrohrs a die veränderlichen Lagen des an Coconfäden leicht beweglich aufgehängten Magnetstabes md aus der Entfernung am abgelesen, und also die kleinste Abweichung des Magnetstabes aus seiner Ruhelage gemessen werden kann. Solange nämlich der Magnetstab m o (Fig. 19) seine ursprüngliche Ruhelage behält, erblickt der Beobachter am Fernrohr a den Nullpunkt der Skalanuss zusammenfallend mit dem Fadenkreuz (s. d.). Wenn sich jedoch der Magnet um einen kleinen Winkel dreht, so wird das Bild eines andern Skalenteils e an die Bildstelle des Nullpunktes beim Fadenkreuz treten, indem der Lichtstrahl vom Spiegel m längs oa ins Fernrohr reflektiert wird. Aus dem Verhältnis des Skalenstücks a zum Abstand oa des Nullpunktes der Skala vom Spiegel läßt sich die Größe des Winkels coa leicht berechnen, dessen Hälfte (nach dem Drehgesetze für Spiegel) den Drehwinkel des Magnetstabes gibt. Weil diese Drehwinkel immer sehr klein sind, so solgt daraus, daß man dieselben den Tangenten, d. i. den abgelesenen Teilstrecken, proportional setzen darf. Hierauf basiren die verschiedenen Spiegelgalvanometer, von welchen Fig. 20 das Webersche darstellt. Bei demselben hängt der Magnetstab an ungedrehten Seidenfäden, welche durch das Rohreur gegen die Luftströmungen geschützt sind. Das elliptische Gehäuse des Magnetstabes besteht behufs Dämpfung der Schwingungen aus Kupfer und ist seitlich mit Glasplatten geschlossen. Ebenso erblickt man etwas höher hinter Glas den Spiegel m, welcher in der oben besprochenen Weise die Lichtstrahlen von der Skala in das Fernrohr zu werfen hat. Um die kupferne Hülse des Magnetstabes und parallel zur Ruhelage des letztern ist der Multiplikatordraht gewunden, und zwar in mehrern voneinander getrennten Lagen, welche man, je nach den Widerstandsverhältnissen, hinter⸗ oder nebeneinander schalten kann. (S Ohmsches Gesetz.) Weil die Spiegelgalvanometer durch die Lichtstrahlen gleichsam sehr lange Schenkel ihrer Drehwinkel erhalten und sonst auch sehr empfindlich eingerichtet sind, so vermögen sie schon die allerschwächsten Ströme und deren Richtung anzuzeigen und überdies, wie oben nachgewiesen, deren Stärke zu messen. Bei den mannigfaltigen Abarten der Spiegelgalvanometer erscheinen die Hauptteile derselben, d. h. der Magnet mit dem Spiegel, die multiplizierenden Gewinde, die Skalenvorrichtungen und die Dämpfer (s. d.), unter sehr verschiedenen Formen. Die Astasierung erfolgt hier selten mittels entgegengesetzt verbundener Magnetnadeln, sondern mittels eines entgegengesetzt wirkenden Magnetstabes, welcher außerhalb des Instruments verschiebbar angebracht ist und zur Regelung der Empfindlichkeit des Spiegelgalvanometers dient. Ein Multiplikator mit einem Gewinde, dessen Drähte aus zwei getrennten, nebeneinander laufenden isolierten, in jeder Beziehung gleichen Drähten besteht, heßt Disßerenttalgaloaumeter. Ein solcher gestattet gleichzeitig zwei elektrische Ströme nach entgegengesetzten Richtungen durchzuleiten und so ihren Unterschied bezüglich der Stärke zu ermitteln. Beim Torsionsgalvanometer (von Mohr, Ritchie, Siemens u. Halske u. a. m.) hängt die Magnetnadel des Multiplikators an einem elastischen Faden (Draht u. s. w.). Wie bei der Torsionswage (s. d.) erhält man mittels entgegengesetzten Drehens an einem obern Torsionskreise (Mikrometero) die durch den Strom auszuschlagen suchende Nadel im magnetischen Meridian. Die so bewirkten Drehwinkel sind den angewandten Stromstärken proportional. — Außer den bisher dargelegten Messungsweisen für die Stärke elektrischer Ströme gibt es noch manche andere (Becquerels Wage, Webers Elektrodynamometer, ferner die auf Warmewirkungen beruhenden Meßapparate), worunter sich einige auf ein absolutes Messen zurückführen lassen. Leitet man einen kräftigen elektrischen Strom gleichzeitig durch ein magnetisches G., z. B. durch ein Tangenteninstrument und durch ein Voltameter, so zeigt sich die elektrolytische (chemische) Wirkung der magnetischen proportional. In ähnlicher Weise sind die thermischen und mechan. Wirkungen mit den magnetischen Außerungen in gleichem geometr. Verhältnis wachsend. Man kann daher eine der Wirkungen in bestimmter Weise als Einheit der Stromstärke annehmen und die andern darauf reduzieren. Weil die G. an jeder beliebigen Stelle des Schließungsdrahtes eines konstanten galvanischen Elements oder einer konstanten galvanischen Batterie eingeschaltet, stets dieselbe Stromstärke anzeigen, so folgt daraus, daß letztere an allen Stellen des Stromkreises gleich groß ist. Vgl. Ludewig, «Elektrische Meßkunde » (Dresd. 1878); Wiedemann, «Die Lehre von der Clektricitäty (Bd. 1—2, Braunschw. 1882—83); Wilke, Die elektrischen Meß- und Präzisionsinstrumentes (Wien 1883); Kempe, «Handbuch der Elektricitätsmessungeno (Braunschw. 1883). (S. auch Elektrische Einheiten und Elektrische Maße.)