Gerichtsgebäude, Gerichtshaus, Amthaus, n. frz. hötel de justice. Es können nur wenig allgemeine Regeln gegeben werden. Zunächst erscheint es unzweckmäßig, ein solches Gebäude zwischen andere einzubauen. Getrennt werden meist die Räume für die Strafgerichtsbarkeit von denen für die freiwillige Gerichtspflege; dann wieder die Räume für das Direktorium, wie die einzelnen Abtheilungen, fürVormundschaftssachen,fürRekognition, für das Hypothekenwesen, für Bagatellprozesse, für Schöffengericht etc. Jede solche Abtheilung enthalte zunächst ein Wartezimmer für das große, freiwillig erscheinende Publikum mit eingegittertem Schreibtisch für einen Diener (Wachtmeister etc.), daneben noch ein Wartezimmer für distinguirte Persönlichkeiten re. mit dem Pult für einen Kopisten. Das erste größere Wartezimmer hat die Gestalt eines sehr großen Vorsaäles od. einer breiten Galerie; von demselben aus gelangt man nach den Zimmern, wo die einzelnen Gerichtsbeamten arbeiten und wo Konferenzen, Einzelverhöre etc. vorgenommen werden. Meist bildet eine besonders wichtige Abtheilung das Lokal für das öffentliche Verfahren; dasselbe besteht aus einem großen Sal mit zwei Vor- und mehreren Nebenzimmern, von deren einem aus man direkt nach den Gefängnissen gelangen kann, während ein anderes als Sitzungszimmer der Geschworenen dient. Von dem Gerichtssäl ist so viel Raum durch eine Schranke, Gerichtssckranke, engl. bar of court, abgesondert und um einige Stufen erhöht, als das Tribunal einnimmt. Die Größe dieser Tribüne, die man, schon wegen der akustischen Vortheile, als Tribunalnische gestalten möchte, hängt, wie überhaupt Größe und Anzahl aller Lokalitäten, von der Frequenz des Gerichts ab. Wenn der nach dieser Abtrennung übrig bleibende Theil des Säles für das Publikum nicht zureicht, so kann man noch Gallerien anbringen; der Charakter des Säls, wie überhaupt des ganzen Gebäudes, sei ernst und würdig, nicht zu elegant u. leicht, aber eben so wenig düster u. drückend. Es wäre vielleicht im heidnischen Basilikenbau manches gut nutzbare Motiv für solche Gerichtssäle zu finden. 315 rigole, f., engl. channel, 1. überhaupt Gainnost. jeder oben offene künstliche Wasserlauf. race, race-course, mill-race, Wasserleitung, bes. bei Mühlwerken. Man unterscheidet an einem solchen G.drei Haupttheile: a) Mahlgerinne, auch Obergerinne, Vorarche genannt, die eigentliche Zuleitung vom Fachbaum auf die Räder; von seinem Gefälle (s. d.) hängt die Umschwungskraft natürlich besonders ab. b) Untergerinne od. Hinterarche, der Theil gerade unter den Rädern. 6) Das wüste Gerinne, Freischütz od. Friedarche, frz. Ianciere, f., engl. out-let-channel, der Ablauf für das überflüssige Wasser. Nach der Mühlkonstruktion selbst giebt es Panster⸗, Staber⸗, Strauber⸗ u. Sackgerinne. Nach dem von der Natur gegebenen Gefälle legt man das Gerinne an entweder o) oberschlächtig. Von dem hochliegenden Fachbaum (s. d.) führt eine Rinne auf Gestell nach der höchsten Stelle des Rades. Wo so großes Gefäll vorhanden, ist selten viel Breite des Wassers da. Oder ß) mittelschlächtig. Hier kommt das Wasser wenig über der Achshöhe an die Räder. Y) Unterschlächtig. Das Wasser wird nach der beinahe tiefsten Stelle des Rades hingeleitet. Das G. ist entweder Schußgerinne od. gerades G., frz. Coursière droite, engl. straight channel, wenn es einen geradlinig geneigten, od. Kropfgerinne, krummes G.,frz. Coursière circulaire, engl. circular channel, wenn es einen gekrümmten Boden hat; man theilt hier bei einem Rad das ganze Gefälle g in drei Theile. Die Kreuzschwelle kommt an die tiefste Stelle, lothrecht unter die Radwelle; die Kropfschwelle zwischen Kreuzschwelle und Fachbaum um / g höher als die erstere. Bei zwei Radgängen hinter einander rechnet man vom Fachbaum bis zur ersten Kropfschwelle ½ g, von dieser bis zur ersten Kreuzschwelle / g, von dieser bis zur zweiten Kropfschwelle ½ g, von dieser bis zur zweiten Kreuzschwelle /¼35 g. — 3. frz. Echeneau, m.) engl. gutter-drain, Wasserleitung von Rinnen. Man unterscheidet: a) Halbgerinne, welche weniger als Halbkreis, b) Hohlgerinne, welche mehr als Halbkreis zum Querschnitt haben; e) Spundstücke, welche aus Bohlen zusammengesetzt sind. — 4. frz. canal de pavé, engl. sidegutter, s. v. w. Tagerinne, Gosse. — 5. frz. Conduit d'une Ecluse, engl. paddle-hole, clough-arch, s. Schleuse.