FeedGitterthor
TechnikBau-Lexikon 1881

Gitterthor, n., Gitterthüre, k., frz. porte f. à claire-Voiée, engl. spar-gate, s. d. Art. Thor und Thüre. work-girder, lattice-truss. Einiges über Gitterträger s. im Art. Brücke V. 2. A. Die ganze Theorie der Gitterträger zu entwickeln mangelt hier der Raum. Zunächst bestimme man die Festigkeit des obern und untern Gurteisens nach den im Art. Festigkeit re. gegebenen Formeln u. nenne in denselben T das Trägheitsmoment des Querschnitts in Beziehung auf eine durch den Schwerpunkt gehende horizontale Achse (die Dimension des Querschnitts noch in Zollen gegeben, weil die Fabriken meist noch so rechnen), e den Elastizitätsmodulus pro Quadratzoll in Pfunden, h den Abstand des Schwerpunktes von den am meisten ausgedehnten, h“ von den am meisten zusammengedrückten Fasern des Querschnitts, pdas Gewicht des laufenden Fußes in Pfunden, incl. des auf einen laufenden Fuß kommenden Theils der Belastung, b die Länge eines Gitterstabs, a die horizontale Projektion desselben (also für Gitterstabneigung von 45e ist b 2 oder b. 23),t das Trägheitsmoment des normalen Querschnitts eines Stabes in Bezug auf eine durch seinen Mittelpunkt gehende neutrale Achse, ndie Anzahl der z. B. nach rechts geneigten Stäbe, die von einer vertikalen Durchschnittsebene getroffen werden. Wenn nun der Gitterträger sich nach dem Radius R krümmte, so würde sich jeder Gitterstab nach dem Radius r 98 Rkrümmen. Das Moment der in jedem Stab hierdurch hervorgerufenen Widerstände in Bezug auf irgend einen Durchkreuzungspunkt ist daher te aꝰte + 5K und für alle in einem Durchschnitt getroffenen 2u Stäbe (u rechts und n links geneigte) ist 22.— 2 n. ²R/ also für b 2 2 2 das Moment der durch die Gurteisen allein hervorgerufenen Widerstände aber 350— wird jetzt durch mehrt; will man also die Festigkeit des Gitterwerks mit berücksichtigen, so hat man bei den oben eitirten Formeln statt P den Werth IEnt einzusetzen, wodurch man z. B. die Belastung für den Bruch in der Mitte erhält 5%½ wobei /h derkleinere von den beiden Quotienten 1¾ u. 1// ist, wenn nämlich K die Festigkeit gegen Zerreißen und k“ die Festigkeit gegen Zerdrücken ist. Für das Weitere sei SIETIOTHEE auf die Spezialliteratur über Gitterträger verwiesen. Die Größe nt ist übrigens in der Praxis meist so klein im Verhältnis zu T, daß man sie gar nicht in Rechnung zu ziehen braucht, und die Höhe der Gitter nur insoweit wichtig wird, als sie die Entfernung der Gurteisen von der neutralen Achse vergrößert und somit die Größe des Werthes von J bedingt.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 459Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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