Rettenhaken, m., verbesserter, s. Fig. 2328. An einem gewwöhnlichen K. wird ein eiserner Sicherheitzbügel B befestigt, welcher auf den Punkt des Hakens niederfällt. Dadur ch wird sowohl dem Aushaken bei losen Ketten als dem Auseinanderziehen des Hakens bei angespannten Ketten vorgebeugt. Kettenhüngebrücke, . (Brückenb.), frz. pont m. suspendu chaines, s. Brücke. Kettenlnge, k⸗ Kettenmäß, n. (Feldm.), frz. cbainée, k.) engl. lenght of the land- chain, Längenmäaß der Meßkette. rian cury, catenary, diejenige Kurve, nach welcher sich ein an zwei Punkten aufgeh ängter, gleichförmig schwerer, vollkommen biegsamer, nicht dehnbarer Faden krümmt. Wenn auch die letzteren beiden Bedingungen in der Praxis nicht erfüllt werden können, so ist doch dieser Umstand nicht von merklichem Einfluß. Es sei in Fig. 2329 O der tiefste stand des Punktes M von der ersteren mit 5, von der letzleren mit x. setzt man ferner den Bogen OM gleich s, und ist endlich e die Länge eines Fadenstücks, welches eben so viel wiegt wie die Horizontalspannung, so gelten die Gleichungen: wobei e = 2, seis die Grundzahl der natürlichen Logarithmen bedeutet. Ist ferner p der Winkel, welchen die Spanteendsrichrend in M mit der X⸗ Achse bildet, so Die konstruktive Bestimmung der Tangente, also auch der Spannungsrichtung im Punkt M, geschicht auf folgende sehreinfache Weise: Man beschreibe mit dem Radius einen Kreis, welcher die K. im Scheitel von außen berührt, und lege an diesen von dem Punktb, dem Fußpunkt des von . auf die vertikale Achse gefällten Perpendikels, eine Tangente. Zu dieser parallel läuft die gesuchte Tangente in M. Zieht man durch den Mittel punkt jenes Konstruktionskreises eine Horizontale, fällt auf diese von M aus die Senkrechte MG und von 1 wieder eine solche 8 auf die Tangente in M, so wird gleich der Länge des Bogens MO, Saber ein Puntt inder Evolvente der Kettenlinie. ene die Spannungen an den beiden Endpunkten sehr g groß sind, so wird die K. nahe mit einer Parabel zusammenfallen; jedochi ist folgende Gleichung: Die K. ist von besonderer Wichtigkeit, weil sich die Tragketten einer Hänge⸗ oder Kettenbrücke ziemlich genau nach derselben krümmen. Ueber die wirkliche Gestalt diefer Ketten sind unter verschiedenen Voraussetzungen Untersuchungen angestellt worden. So findet Navier, daß sie eine Parabel, Gerstner, daß sie eine Ellipse sei; Kulik findet dafür eine besondere krumme Linie, welche er Kettenbrückenlinie nennt. Gilbert nimmt endlich dafür die gleichgespannte K., d. i. die Linie, nach welcher sich ein Faden krümmen würde, wenn sein Querschnitt verschieden, u. zwar der in jedem Punkt wirkenden Spannung proportional wäre. Keitenmessung, t. s. Feldmeßkunst. RKettenpumpe,‚ f. (Masch.), frz. pompe k. rotative, chapelet, engl. chain-pump, s. im Art. Pumpe. Peitenradhaspel, m. (Masch.), s. d. Art. Haspel. Kettenregel, f. (Mat 90 frz. regle f. conjointe, engl. chain-rule, ist die Vorschrift, wie die Vergleichung zweier Größen verschiedenerEinheit durch Mittelgrößen angestellt wird, mögen diese mit jenen gleichartig sein od. nicht, in welch letzterem Fall sie als gleichgeltend mit ihnen vertauscht werden Hrren. Zu Verdeutlichung des anzuwendenden Verfahrens wird das folgende Beispiel dienen. Wenn 84 bayerische Ellen 159/ Gulden kosten, welches ist der entsprechende Preis von 93preußischen Ellen, wenn 181 bayer. Ellen gleich sind 165 engl. Ellen, 21 engl. Ellen gleich 32 badischen und 309 badische gleich 278 preuif schen, und wenn endlich? bayer Gulden gleich 12 Mark Um hieraus die unbekannte Zahl zu finden, multiplizirt man die Zahlen der rechten Seite, ebenso die der linken, u. dividirt mit dem letzteren Produkt in das erstere, worauf man erhält 242 Mk. 38 Pf. Keitenschweißdorn, m. (Schmied.), s. d. Art. Amboß u. A in Fig. 157. Hettenverzierung, k. (Forml⸗ „Fs. Kettenglied 2. Keitenzug, m. (Forml.), frz. entrelacs, m. pI., engl. twining moulding, trell 4880 knots, Pl., s. v. w. Verschlingung, Zopf, Flechtwerk als Ornament. Kettle, s., engl., 1. Kessel (s. d.). — 2. Englisches Maß 3 Steinkohlen = 36 frz. Boisseaur Od. = 18 Scheffel Keßzerei, k. (Ikon),s. d. Art. Fuchs. Rehern, trf. Z. (Bergb. „ Ritze in etwas machen. hek Heidelberg keuern, koyern, intr. Z. (Deichb.), in Schub-od. Keuerkarren Erde zu dem Deich fahren. Keule, k. (Ikon.). Als Symbol der Kraft ist die K. Attribut des Harpokrates, des Hercules etc. Keuperformation, f. (Miner.), frz berrain m. keu-Crien, sol m. keuprique, engl. saliferous marl, ist eine chichtenreihe verschieden gefärbten Mergels und Sandsteins. Die Formation enthält etwas Kalkstein, Dolomit und Gips. Als Hauptglieder derselben gelten der Keupermergel, frz. marne irisée, engl. variegated marl, ein schieferiger, dünn geschichteter Thonmergel mit wenigem Kalk, und der Keupersandstein (l. d.). Die Formation ist auf dem Muschelkalk oder, wo dieser fehlt, auf buntem Sandstein gelagert. Die Formationen des Keupers, des Muschelkalks u. des bunten Sandsteins bilden die Triasformation. Keupersandstein, w. frz. gres m keuprique, s. Sandstein, ein feinkörniger, grauer Sandstein, welcher zur Keuperformation (s. d.) gehört. Keurboom, m. (Bot., Calpurnia capensis Benth., Fam. Sophoreae), wächst am Kap der guten Hoffnung, iebt zwar ein gutes Bauholz, hat jedoch viel vom Wurmraß zu leiden. Keuschheit, l. (Ikon.), in allegor. Darstellung, erscheint als sittsam verhüllte Jungfrau in weißem Gewand, mit weißem Schleier, eine Lilie haltend. EKevel, s. engl. (Schiffb.), Belegholz (s. d.). piped K., voller, französischer Schlüssel, doublek., Nachschlüssel, kalse k., Dietrich; french E., Vorstecker. — 2. Schraubenschlüssel. — 3. s. Quai. — 4. Splint eines Ankers. — 5. Keil, Span, Zwicker, Dübel; to K., festkeilen. — 6. K., knot, geschnitzter Bossen oder Zapfen an den Durchkreuzungen der Hölzer an englischen Holzdecken. — 7. Balkenband (s. d.). Key-bow, s., engl. (Schloss.), Schlüsselring, Räute. Nuthenstoßmaschine. saW; Lochsäge, Stichsäge. Key-pipe, s., engl. (Schloss.), Schlüsselrohr im Schloß. Keysstone, s. engl. (Hochb.), Schlußstein; pendant key-stone, Abhängling. Khalebi, n., s. in dem Art. Elle. Khan, m., f. v. w. Karawanserai. Khasenéh, v., s. d. Art. Bad. Khoutbe, k., Tribüne in der Moschee, wo der Imam oder Khatib das Gebet liest. Kibla, m, nach Mekka zugekehrte Nische in der Moschee, als Allerheiligstes zu Aufbewahrung des Korans dienend; s. im Art. arabischer Stil. Kiefer, f., auch Kienbaum, Kienföhre, Kinne, Kühnbaum, Mändelbaum, Harzhaum, Festenbaum, Wirbelbaum, Rrähensichte, Krähsichte, Schleißföhre, Spanbaum, Sponbaum, Spiegeltaune, Förle, Föhre, alemannisch: Dale, Däle, Thäle, frz. pinastre, pin, m., engl. pine (Pinus sylvestris, Fam. Zapfenfrüchtler, Coniterae), ist einer unserer gemeinsten Nadelholzbäume, vorzüglich in den Niederungen auf sandigem Boden einheimisch und leicht vor den anderen einheimischen Gattungsverwandten dadurch erkennbar, daß seine 5—8 m. langen Nadeln zu je 2 beisummen stehen. Abarten sind: 1. dieschottische oder rothe K. (Einus slvestris rubra); 2. die Bergk. (P. montana); 3. die Weymuthk. (P. strobus); 4. die italienische K. (E. pinaster); 5. die Piniolenk. (P. pinea); 6. die Strandk. (E. maritima); 7. die Zir belk. (FP. Oembra); alle mit ziemlich gleichen Eigenschaften. 8. Schwarz k. (FP. nigra austriaca), auch Spierken gen., in Tirol der harzreichste Nadelbaum Europa's; 9. die Zwergkiefer, Krummholzkiefer (P. Mughus und P. Pumilio); 10. die amerikanische gelbe K. (E. mitis Michauz, F. ponderosa Dougl., engl. Fellow pine); 0,s spez. Gew., lebhaft hellgelb, sehr astrein; jetzt viel aus Amerika eingeführt, meist ziemlich rasch gewachsen, daher nicht sehr feinährig aber ziemlich astfrei. Das Kiefernholz, auch Grau⸗ Grünholz, Ziegenholz, Schlaisholz, Sponholz, ist zu Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz vorzüglich geeignet; als Brennholz übertrifft es die anderen Nadelhölzer; die fetten Wurzeln dienen zu Kienspänen und zum Theerbrennen, die Rinde zu Gerberlohe. Ueber Gewicht und Tragfähigkeit des Kiefernholzes s. d. Art. Festigkeit und Gewicht. Gutes Kiefernholz hält sich ganz im Trocknen fast 1200 Jahr, im Wechsel der Nässe und Trockenheit ungefähr 40 Jahr und ganz im Nassen wird es schwarz, steinartig; nach ungefähr 200 Jahren aber fängt es an zu bersten und zerhröckelt. Junges Kiefernholz sieht gelblich aus und hat Splint von weißer Farbe. Die Jahresringe sind auffallend stark und an ihren Rändern röthlich gefärbt. Die Markstrahlen find bei Kiefernholz kürzer als bei Tannen⸗ und Fichtenholz; ähnlich wie das letztere, hat es sowohl senkrechle wie wägrechte Harzgänge. Aelteres, reifes Holz ist röthlich und stark von Harz durchdrungen, des halb gut zu Arbeiten geeignet, die dem Wetter ausgesetzt sind. Es ist schwerer und härter, aber etwas spröder als Tannenholz und bearbeitet sich nicht so leicht, aber schöner als dieses. Ueber die Merkmale der Gefundheit des Kiefernholzes s. d. Art. Bauholz B. D. 1. Kieferholzwespe, k. s. d. Art. Holzwespe. KRieferneule, Katzeneule, Forlenle, Föhreneule, k., Waldverderber, m. (Noctua piniperda), Nachtschmetterling von 2¾ em. Flügelspannweite, 1¼½ em. Körperlänge, mit deutlichem Eulenkragen; Vorderflügel und Vorderleib braunroth und weiß gefleckt, Hinterleib und Hinterflügel dunkelbraun; auf den Vorderflügeln ein weißer Halbmondfleck. Die ausgewachsene Raupe ist fast 3 am. lang, grün, mit 2 orangefarbenen und 5 (bis 7) weißen Längsstreifen. Die Raupen werden vorzüglich jungen Kiefernbeständen sehr schädlich, da sie die Maitriebe derselben zerfressen. Man sammelt sie mitunter scheffelweise, um sie zu vernichten. Gluckt, k. (Bombyx Pini L.), vgl. d. Art. Fichtenspinner. Die ausgewachsene Raupe ist über 7 om. lang, aschgrau bis braunroth. Auf dem Rücken stehen vom vierten Ring an dunkle Flecke von Herzform. Zwischen je zweien ist ein heller Fleck. Die ganze Raupe ist mit langen Haren bedeckt, Büschel derselben zwischen dem zweiten und dritten Ring und ein anderer in der Mitte des elften Ringes sind stahlblau. Diese Häre brechen leicht ab, stechen sich in weiche Hautstellen ein und erzeugen hier Jucken und Geschwulst. Die K. treten in manchem Jahr in solchen Mengen auf, daß ganze Kiefernwaldungen durch wiederholtes Abfressen der Nadeln zum Absterben gebracht werden. Der Forstmann sucht ihre Zahl zu mindern, indem er die an der Borke abgesetzten Eier, die im Moos am Grund der Bäume überwinternden Ranpen und die auf den Zweigen fressenden Raupen, sowie die am Tage stillsitzenden Falter, sammeln und tödten läßt. Kiefernweide, k. (Bot), s. im Art. Weide. Riehner, m., frz. échéneau, m., engl. bridge-gutter, aus einem halben Stamm ausgehöhlte, oben offene hölzerne Wasserrinne. Kiel, m., frz. quille, caréne, bodine, f., engl. careen, keel, lat. carina, ital, carena, chiglia, span. quilla; 1. (Schiffb.) der große, aus drei Stücken zusammengesetzte Balken, der unter jedem Schiff hiulüuft und das ganze Gebäude trägt und verbindet. Er wird beim Bau des Schiffs zuerst auf die Stapelblöcke gelegt; auf ihm werden dann die Spanten errichtet. Wird der Kiel & Fuß lang, so macht man ihn = Zoll hoch und etwas schmäler. An seiner Unterseite wird von Ulmholz oder Buche der falsche oder stsbibliothek Heidelberg lose Kiel, frz. Kausse quille, engl. false keel, als Armirung angebracht. Die romanischen Völker holzen auf die Oberseite des Kiels noch den Gegenkiel 8—15 em. hoch, in der Mitte am schwächsten zu Aufnahme der Bauchstückspuren. Vgl. a. d. Art. Contrerarc, Ablauferre. — 2. (Brunnenb.) enge Röhre, daher s. v. w. Ansteckekiel.