Glanzfirniß, m., frz. vernis luisant, engl. glazing vernish. 1. In 16 g. Leinöl, 8 g. Alkohol zerläßt man 2 g. Körnermastix, 2 g. gestoßenen indischen Kopal, 2 g. gewöhnlichen Gummilack, 2 g. gestoßenen Sandarach u. 1 g. venetianischen Terpentin. Die zu dem Anstrich zu verwendenden Farbstoffe werden erst mit Wasser, dann mit Bier u. endlich mit Weingeist angemacht, demnächst aber im Ofen od. bei Sonnenschein schnelt getrocknet. Ist dies geschehen, so wird die obige harzige Flüssigkeit damit angemischt. Die auf solche Art zubereitete Farbe trocknet in höchstens 3 Stunden. Ein zweimaliger Anstrich ist vollkommen hinreichend, um die damit überzogenen Gegenstände zu decken u. in schönem Glanz erscheinen zu lassen. Wenn man der obigen Mischung keine Farbe zusetzt, so hat man einen sikkativen und schönen Firniß, der sich leicht gleichmäßig mit dem Pinsel auftragen läßt. — 2. Um die Politur des echten Stucks, Marmors etc. nachzuahmen, nehme man 11. weißen Firniß, mit gereinigtem Gummilack bereitet, 40 Centiliter gereinigtes Nelkenöl u. 20 Centiliter Weingeist von 36° Tralles, oder 1 7J. weißen Firniß mit gereinigtem Gummilack und 30 Centiliter Weingeist von 36e Tralles. — 3. Einem schon vorhandenen Anstrich Glanzzugeben. Man nimmt 40 g. Weingeist, 1 g. Mandelöl, 1 g. Elemigummi und 8 g. orangegelben Schellack, pulverisirt die Gummiarten u. giebt dann sämtliche Ingredienzien in eine Flasche zum Auflösen; s übrigens d. Art. Anstrich, Bronzirung, Firniß u. Lack. — 4. Wässerige Glanzfirnisse. a) Man löst 8 Th. Gummi u. 2 Th. Zucker in 15 Th. Wasser; b) man versetzt Kollodium, das ohne Aether bereitet ist, mit 5—6 Proz. Ricinusöl; e) man koche 4 Th. Senegalgummi, 3 Th. Sirup 36 Minuten mit 14 Th. weißem Wein und gebe nach dem Erkalten 7 Th. Alkohol dazu; d) Hausenblase, Kakaobutter in Alkohol gelöst u. essigsaure Thonerde geben eine Mischung, welche Zeuge glänzend u. wasserdicht macht.