Eschke (Wilh. Benjamin Herm.), deutscher Marinemaler, geb. 6. Mai 1823 zu Berlin, trat nach vollendeten Gymnasialstudien in das Atelier Herbigs, um sich der Historienmalerei zu widmen. Kurze Zeit darauf ward er Schüler des Landschafts- und Genremalers Kramer, wo sich sein Talent rasch entwickelte. Nachdem er noch mehrere Jahre unter der Leitung Krauses fleißig gearbeitet, verweilte er 1849—50 zu Paris bei Lepoittevin, bildete sich aber vorzugsweise an den dort aufge5 Kunstschätzen, sowie auf Ausflügen nach der hormandie und den Pyrenäen. Nach Berlin zurückgekehrt, begann E. mit selbständigen Arbeiten. Um diese Zeit lernte er Eduard Hildebrandt kennen, welcher fördernd auf ihn wirkte. Seit 1860 hat E. zu Berlin ein sehr besuchtes Atelier für Schüler und Schülerinnen, aus welchem bereits Künstler wie Ernst Koerner, Louis Douzette, Mor. Erdmann, Karl Saltzmann, Fritz Sturm, Georg Hesse, 850 Wedding, Eduard Trenn und seine beiden Söhne Oskar und Richard hervorgegangen sind. Für seine eigenen Arbeiten gewann E. immer mehr Freunde und Liebhaber, ganz besonders in England. In seinen Bildern zeigt er neben einem bedeutenden technischen Talent einen reinen Geschmack für malerische Wirkung. In das J. 1860 gehören Montorgueil auf Jersey und St.⸗ Aubin's-Castle; 1861 malte er die Westküste von Helgoland im Winter; ferner sind unter seinen Marinebildern besonders zu nennen: Elisabeth-Castle mit der Ermitage St.⸗Helena auf Jersey zur Zeit der Ebbe (1854; im Besitze der Kaiserin Augusta), Rettungsboot bei der Sandbank Vogelsand (1872: im Besitze des Kaisers Wilhelm), Shakspeares Cliff bei Dover, ein Sturm auf hoher See, Ostseestrand bei Dievenow nach dem Sturme und ein Wrack in der Brandung, 1865 eine Dämmerung auf dem Meere, Motiv von Ostende, 1868 St.⸗Catharina auf Jersey, ferner eine Abenddämmerung am Weiher. Von dem Ernste, mit dem er seinem Berufe lebt, sowie von den stetigen Fortschritten legen seine gelegentlich öffentlich ausgestellten Studien aus den Jahren: 1868 Bretagne, 1871 Italien (Capri), 1872 England (Insel Wight) und Schottland, 1875 Norwegen, das beste Zeugnis ab. E. weiß Luft und Meer und ihre Wechselwirkung in jeder da reis it in Ruhe und Sturm, in der Mittagsglut wie im goldigen Abendglühen in gleich vorzüglicher Weise zur Anschauung zu bringen. Ein Puw Bild: der große Leuchtturm auf der Ru Neuwerk, ward von Napoleon III. angeauft. Zwei andere: die Ostmole von Swinemünde und Leuchtturm auf der Klippe im Mondschein (Schottland), brachten ihm auf der berliner Ausstellung 1879 die goldene Medaille. Das letztere befindet sich jetzt auf der Nationalgalerie. Im J. 1881 wurde E. zum Professor ernannt.