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Haus & KücheBau-Lexikon 1881

Bernstein u. 48 Gewichtsth. Leinöl beigegeben; man läßt das Gemenge kochen, filtrirt warm und bleicht den Firniß an der Sonne, der dann beim Gebrauch auffallend schnell trocknet. — 3. Man schmilzt 3Kg. auserlesenen, sehr hellen und durchscheinenden Bernstein, gießt 2 kg. heißes geläutertes Oel zu, siedet diese Mischung, bis sie stark klebt, und mischt sie mit 4 kg. Terpentinöl. Dieser Firniß ist so schön wie der beste fette Kopalfürniß und wird sehr hart, läßt sich gut unter die Kopalfirnisse mischen und macht dieselben sehr dauerhaft, braucht aber längere Zeit, ehe er sich poliren läßt. — 4. Um fetten B. schön weiß u. hell zu bekommen, darf man bei der Schmelzung in einem neuen, gut glasirten irdenen Topf das völlige Zergehen alles Bernsteins nicht abwarten, sondern, sobald derselbe zu schmelzen beginnt, taucht man mit einem hölzernen Spatel in das Gefäß ein und windet den geschmolzenen Bernstein heraus, der sich an den Spatel anhängt, bringt ihn in ein anderes Gefäß und wiederholt dieses Eintauchen, bis die Materie anfängt dunkler zu werden, welche separirt und nur zu dunklen Farben verwendet wird. Der hellgeschmolzene Bernstein wird nach dem Erkalten gröblich gestoßen, in ein reines Gefäß gebracht, welches man gehörig verdecken kann, mit genug verdichtetem Terpentinöl übergossen und gelinder Ofenwärme ausgesetzt, wonach sich der

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 349Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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