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ReligionBau-Lexikon 1881

Globen, m., s. v. w. Angelhaken, s. Angel. u. span. campana, lat. signum, campana, cloca, nola, tintinnabulum. Die G.n, welche schon diePerser, Römer etc. kannten, deren Erfindung also man mit Unrecht gewöhnlich dem Bischof Paulinus von Nola in Campanien zuschreibt, mögen vielleicht von diesem zuerst in kirchlichen Gebrauch genommen sein, obgleich darüber keine Nachricht da ist vor dem 6. Jahrh., wo sie unter dem Namen signum erwähnt werden; im 7. Jahrh. scheinen sie schon allgemeiner in Gebrauch gewesen zu sein (s. Glockenthurm). Aber erst im 9. Jahrh. (um 874 unter Andrea Dandolo) werden jedoch gegossene G.nals unentbehrl.Werkzeug des Ritus erwähnt; bis dahin waren sie meist aus Blech zusammengenietet (vasa productilia), selten aus Bronze gegossen (vasa fusilia). Schon 789 wurde die Glockentaufe verboten, später aber wieder gestattet. Im 11. Jahrh. wird bereits die G. Cantabona zu Hildesheim als 100 Etr. schwer erwähnt. Harmonisch gestimmte Gin kommen seit dem 13.Jahrh. vor. Rituell unterscheidet man die Gen vielfach, 3. B. Morgenglocke, frz. Coquse, Chorglöckchen od. Meßglocke, engl. sancte-bell, mass-bell, altengl. saunce, sacringe, Beiglocke, span. segundilla. Näheres s. in M. M. a. W. Man theilt die G. in drei Theile, in den Glockenring, Kranz oder Schlagring, frz. krappe, panse, engl. paunch, ring, der stärkste Theil der G., an dessen Rand, Bord, frz. bord, engl. brim, der Klöppel, frz. battant, engl. olapper, schlägt; die Schweifung frz. faussuré, engl. swell; der mittlere eingebogene Theil, das Mittelfeld oder lange Feld, dann der Hals, frz. cou, collet, engl. neck, und die Haube, frz. erveau, engl. crown, welche wiederum in Haubenwölbung und Platte zerfällt. Auf letzterer sitzt die Krone, auch Helm genannt; sie besteht aus dem Mittelbogen und den rund um diesen sitzenden, meist 6 Oehren oder Henkeln, frz. anses, dauphins, engl. delphins, welche mit dem Glockenjoch (s. d.), durch starke eiserne Bänder und Schrauben vereinigt, an dasselbe angehelmt sind. Das Glockenjoch bewegt sich mittels einer Welle in den Zapfenlagern des Glockenstuhls. Das Fangeisen, an dessen Oese, dem Klöppelring, frz. belière, der Klöppel mit einem Riemen hängt, geht durch die Mitte der Haube zwischen den Henkeln durch das Joch hindurch, wo es mit einer Schraube befestigt ist. — 2. s. v. w. Kern oder Kelch eines Kapitäls (s. d.), besonders des korinthischen (s. d.); vergl. d. Art. Kapitälsrumpf.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 480Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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