Glockenstuhl, m., frz. elocheton, cage m. de clocher, beffroy, engl. bell-framing, belfry, ital. armadura, span. armazon; Vorrichtung zum Aufhängen der Glocken, die in der einfachsten Form als Glockengalgen, span. quindaste, nur aus zwei Lang⸗ und zwei Querschwellen, mit zwei Säulen und den nöthigen Streben, meist aber aus zwei vollständigen, durch Schwellen und Säulen gebildeten Wänden besteht, welche mit Bändern, Schwungstreben u. dem nöthigen Eisenwerk nach allen Richtungen gehörig verbunden sind; jedoch darf der G. das Mauerwerk nicht berühren, damit dieses durch die beim Läuten hervorgebrachte Schwingung nicht erschüttert wird, sondern er steht mit einer besonderen Verschwellung, frz. chaise, auf dem Gebälk der Glockenstube, frz. Clochard, m. Sehr gut ist es, in den Unterseiten der Schwellen sowohl als in den Oberseiten der Balken einander entsprechende, beinahe halbkugelförmige, aber etwas längliche Vertiefungen mit entsprechenden Beckenbeschlägen anzubringen, u. dazwischen eiserne Kugeln so zu legen, daß diese in ihren Becken sowohl als auch die Schwellen auf den Balken Luft haben, damit die durch das Läuten hervorgebrachte Erschütterung des G.s sich dem Mauerwerk möglichst wenig mittheilt; bei sehr hohen Thürmen führt man die Wände des Gis oft selbskständig durch mehrere Geschosse hinab, ehe man sie auf eine in die Thurmmauern befestigte Balkenlage auflegt. Durch das Beiern (s. d.) kann man die Erschütterung bedeutend vermindern. Auf den Säulen des G.s ruhen Holme mit-Zapfenlagern für das Glockenjoch (s. d.). Neuerdings fertigt man auch Glockenstühle ganz aus Eisen. Die Glockenstübe muß möglichst nach allen Seiten Gelegenheit zu Verbreitung des Schalles bieten; s. d. Art. Schallloch.