Gebläse (frz.soukklets, soufflerie, flante; engl. blast, blowing-engine als von Wer⸗ heißen die im Hüttenbetrieb, bei der Metallbearbeider Vogesentung u. s. w. verwendeten Vorrichtungen zur Aufranz. Mobil⸗ saugung, Kompression und Zuführung atmosphärien, und auch scher Luft für die Unterhaltung des Feuers in Hohgar. Truppen öfen, auf Herden u. s. w. Jedes G. hat zwei Offin Bosnien nungen: die eine, um die Luft einzulassen (Saug-⸗ Hebirgsnatur öffnung), die andere, um die zusammengepreßte Luft hbaren Stra⸗ abzuleiten (Blaseöffnung); beide müssen sich wechselsich erschwert. weise durch geeignete Vorkehrungen öffnen und schlieichte bestehen ßen, damit, wie es meist der Fall ist, Zuströmung Fußtruppen, und Auspressung der Luft miteinander abwechseln, „ihrer Aus⸗ also periodisch stattfinden. In sämtlichen bei der besonders ge-Eisenerzeugung und bei der Metallverarbeitung zum nkompagnien Betrieb von Schmelz⸗ und Flammöfen, Schmiederoler Kaiser-Uund Schweißfeuern vorkommenden G. wird durch Sschützen von verschiedene Mittel in mehr oder minder vollkomin den kaukas. menem Grade der Zweck erreicht, die angesaugte chinen. Außer⸗ Luft in erforderlicher Menge und mit einer gewissen in Frankreich, Pressung durch die Windleitung und ihre Mündun-Spanien Trup⸗ gen, die Düsen, in den Verbrennungsraum des rhanden, deren Ofens oder Herdes zu drücken. bohnern besteht Die ältesten und einfachsten G. sind die Balgn G. besonders gebläse oder Blasebälge, welche schon weit n und in der über 1000 J. v. Chr. angewendet wurden und sich srüstungsstücke als einfachwirkende Handblasebälge mit diskontirgsausrüstung, nuierlichem, und als doppeltwirkende G. mit konwendete Trup⸗ tinuierlichem Luftstrom erhalten haben. Balggebläse birge. Pressungen, daher zur Anfachung einzelner Schmiedege, vgl. Col. feuer in ausgedehntem Maße, in seltenen Fällen in Bachstelze. sind entweder Spitzblasebälge, hölzerne Blasebälge je. oder Cylinderblasebälge. Die Spitzblasebälge rge. ö bestehen aus zwei oder mehrern dreieckigen, durch n. seitliche, zusammenlegbare Lederwände unter sich Unstliche). verbundenen Platten, die mit geeigneten Saugse, s. u. Zaum. klappen versehen sind und durch Winkelbewegung „machine souf- in Thätigkeit gesetzt werden. Die hölzernen „ blast-engine) Blasebälge sind im wesentlichen hölzerne Kästen. in welchen je eine hölzerne Platte um einen Zapfen derart schwingt, daß Kasten und Platte sich gegeneinander bewegen, wobei die vorher durch entsprechende Ventilklappen eingesaugte Luft unter Druck mittels eines aus dem Innern des Balgs herausführenden Rohrs austritt. Die Cylinderbälge unterscheiden sich von den Spitzbälgen nur önc) die kreisrunde Form der bewegten Platten und die cylinderförmige Gestalt der Lederwände. In neuerer Zeit findet man die alten Blasebälge vielfach durch Centrifugalgebläse oder Venklatoren (s. d.) ersetzt. 555 größere Luftmengen und höhere Pressungen, also zur gleichzeitigen Unterhaltung einer Anzahl von Schmiedefeuern oder zum Betrieb von Schmelz-⸗ und Flammöfen kommen vorwiegend doppeltwirkende Cylindergebläse, Roots' blowers und Dampfstrahlgebläse (s. Injektoren) zur Verwendung. Ein Cylindergebläse besteht nach Art der Wasserpumpen aus einem Forben himn Cylinder, in welchem sich luftdicht ein Kolben hin⸗ und herbewegt, der so hinter sich eine Luftverdünnung, vor sich eine Luftkompression schafft und die in den Deckeln des beiderseitig geschlossenen Cylinders angebrachten Saug- und Druckventile derart in Bewegung setzt, daß die Saugventile sich hinter dem Kolben öffnen, vor demselben schließen, und umgekehrt die Druckventile sich hinter ihm schließen, vor ihm öffnen, wodurch bei jedem Kolbenhub auf der einen Seite Luft eingesaugt, auf der andern ausgestoßen wird. Die Bewegung des Kolbens erfolgt in der Regel mittels einer eigens hierfür bestimmten Dampfmaschine; die Gesamtanlage von Dampfmaschine und G. bezeichnet man in der Technik mit dem Namen Gebläsemaschine. In geeigneten Fällen wird die treibende Kraft auch von Turbinen und Wasserrädern geliefert. Je nach der Lage des Cylinders unterscheidet man horizontale und vertikale, je nach der Verbindung der Dampfmaschine mit dem G. aber Gebläsemaschinen mit Balancier-, Kurbel- und direkter Bewegung. Umstehende Fig. 1 u. 2 zeigen eine horizontale Zwillings-Gebläsemaschine mit direkter Bewegungsübertragung. Die Kolbenstangen der Dampfcylinder AA sind in eingleisigen Leitbahnen a geführt und in den Kreuzköpfen mit den Kolbenstangen der Gebläsecylinder BB gekuppelt. Die Cylinderdeckel sind hohl gegossen und es befinden sich in denselben eine große Anzahl von Saug- und Drucköffnungen, welche bei entsprechender Kolbenbewegung durch einen Kautschukring wechselsweise geschlossen werden; bei D tritt die gepreßte Luft in die beiden Gebläsecylindern Cemeimate Windleitung. Durch Fig. 3 ist eine vertikale Balancier-Gebläsemaschine zur Anschauung gebracht. Die Kolbenstange des mit B bezeichneten Gebläsecylinders wird außerhalb durch vertikale Gleitschienen gerade geführt und ihre Verbindung mit dem Blechbalancier C durch eine kurze Leitstange hergestellt. Als Antriebsmaschine dient eine Woolfsche Maschine A mit Kondensation und Expansion, deren Kolben mittels Backenführungen und kurzer Leitstangen auf den Balancier wirken; der Antrieb des Schwungrades erfolgt von dem Horn D aus mittels der Pleuelstange Eund der Kurbel F. Roots' Kapselgebläse (Roots' blower) besteht, wie aus den Fig. 4—6 hervorgeht, im wesentlichen aus zwei Windflügeln Bund Bi, die sich innerhalb eines gußeisernen Gehäuses um horizontale Achsen in entgegengesetzter Richtung drehen. Hierbei greifen die beiden Flügel nach Art der Zahnräder ineinander und es berühren sich immer die konvexen Teile des einen Flügels mit den konkaven des andern, wodurch zwischen den Flügeln ein annähernd dichter Luftabschluß erhalten wird, der durch An-Tonnengebläse besteht aus zwei oder mehrern nebeneinander liegenden, um horizontale Achsen oszillierenden Tonnen mit Scheidewänden in ihren Mitten, die jedoch nur so lang sind, daß das Wasser, mit dem die Tonnen zur Hälfte gefüllt sind, mit beiden Raumabteilungen kommunizieren kann. Die Böden der Tonnen sind mit geeigneten Ventilen versehen. Bei der Oszillation tritt Wasser aus der einen in die andere Abteilung, wodurch beziehentlich ein Ansaugen und Auspressen der Luft stattfindet. Das Ketten⸗ oder Paternostergebläse wird durch gußeiserne, unten nach der Kettenlinie gebogene und in einem Wasserkasten hängende, oben offene Röhren gebildet, durch welche sich, über Räder geleitet, mittels des Drucks von auffallendem Wasser Scheiben bewegen, welche atmosphärische Luft mit fort und in den unten befindlichen Sammelkasten führen. Das Wassertrommelgebläse gründet sich auf das unter bestimmten Umständen eintretende Luftsaugen durch Löcher in den Seitenwänden einer vertikalen Röhre, in welcher Wasser herabfließt; die mitgerissene Luft wird in einem Kasten am untern Ende der Röhre gesammelt und von dort abgeführt. Das Schrauben⸗ oder Schneckengebläse, nach seinem Erfinder Cagniard de la Tour auch Cagniardelle genannt, besteht im wesentlichen aus einem schräg liegenden Cylinder, in dem eine aus Blech gefertigte Schraube oder Spirale derart rotiert, daß an dem einen Ende Luft und Wasser geschöpft werden und am andern wieder ausfließen. Abgesehen von ihrer vorzugsweisen Verwendung bei der Verarbeitung der Metalle findet man G. in der Technik noch zu manchen andern Zwecken benutzt. Als eine der ältesten Anwendungen ist die im Orgelbau zu nennen. Eine Methode, mittels Sandstrahlgebläse Glas, Steine und Metall zu schleifen und zu bohren, datiert aus neuerer Zeit.