FeedSchmiedeesse
TechnikBau-Lexikon 1881

Schmiedeesse, f., Schmiedefeuer, u., frz. keu m. de forge, Chaufferie, engl.smiths hearth. Die einfachsten Schmiedefeuer bestehen aus einem Schmiedeherd nebst Schurz. Der Herd hat meist unter sich ein Gewölbe zu Aufbewahrung des Tagevorraths an Kohlen. Auf der Herdfläche befindet sich eine leichte Vertiefung der Feuergrube, meist mit gußeisernen Rückplatten versehen, durch welche fast am Boden der Feuergrube die Form des Blasebalgs oder sonstigen Gebläses gelegt ist; vor die Feuergrube legt man einen Block von Stein od Gußeisen. Statt des gemauerten Schurzes bringt man wohl auch einen Blechhut, Busen, an, unter welchem der Rauch in den Schornstein geht. Oft wird ein Theil des Raums unter dem Herd für die Schlacken benutzt, die durch eine Oeffnung der Herdoberfläche eingestrichen werden. Die Herdfläche bedeckt man meist mit einer Gußeisenplatte. Zweckmäßig ist es, einen steinernen oder gußeisernen Löschtrog gleich in die Herdfläche einzulassen. Die Form steckt zuweilen in einem durch zufließendes Wasser kühl erhaltenen Mantel. Andere wieder empfehlen, den Wind vorher zu wärmen, indem man das Gebläserohr hart am Feuer vorbeiführt. Es wird dadurch an Kohle erspart, aber das Feuer brennt etwas fauler. Behufs der Arbeiten zu Gasleitungen, Wasserleitungen etc. hat man auch transportable Schmiedefeuer. Um Braunkohlen etc. brennen zu können, wird etwas hinter der Feuergrube ein Gitterkorb angebracht, worauf die Braunkohlen getrocknet u. vorgewärmt werden. Schwefelreiches Feuerungsmaterial ist nicht zu brauchen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 146Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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