Formschneidekunst heißt die Kunst, durch Ausschneiden in Holztafeln erhaben stehende Muster hervorzubringen, welche zum Abdruck mit Farben auf Kattun und andere Gewebe, auf Papiertapeten, Wachstuch u. s. w. bestimmt sind. Sie ist also mit der Holzschneidekunst (s. d.), welche zum Druck in der Buchdruckerpresse arbeitet, nahe verwandt und geschichtlich die Mutter derselben. Eigentlich künstlerische Leistungen gibt es zwar im Fache des Formschneiders oder Rodellstechers weit seltener als in dem des Holzschneiders oder 3 Bin An indessen kommen Fälle vor, wo, wie z. B. in Anfertigung mancher Tapetenformen, der Formschneider den Rang eines Künstlers einnimmt, während manche Arbeiten des Holzschnitts der wahren Kunst sehr fern stehen. Im allgemeinen besteht der mechan. Teil beider Thätigkeiten darin, diejenigen Teile einer auf das Holz getragenen Zeichnung, welche sich nicht abdrucken sollen, vertieft auszuschneiden. Der Formschneider hat es aber meist mit gröbern, massigen Zeichnungen, der Holzschneider fast nur mit feinern Zügen zu thun, deren vollkommene Ausarbeitung weit schwieriger ist. Daher kann sich ersterer verschiedener Stecheisen, die jenen der Bildhauer bei Holzarbeit ähnlich sind, bedienen, während der Xylograph beinahe alles mit Grabsticheln (früher mit einem Messer) in Art des Kupferstechers aussticht. ormstecher (S.), jüd. Schriftsteller, geb. 1808, studierte seit 1828 auf der Universität zu Gießen, wo er 1831 promovierte, war seit 1832 Prediger und Religionslehrer, seit 1842 Rabbiner der israelit. Gemeinde in Offenbach, wo er 1. Okt. 1882 sein 50jähriges Jubiläum feierte. Außer einigen Aufsätzen in jüd. Zeitschriften verfaßte er: „IJsraelit. Andachtsbüchlein» (Offenb. 1836), Zwölf Predigten » (Würzb. 1833), (Beitrag zur Entwickelungsgeschichte des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele im Judentum » (in Geigers Zeitschrifto, Bd. 4), Die Religion des Geistes, eine wissenschaftliche „ %„ des Judentums nach seinem Charakter, Entwickelungsgange und Berufe in der Menschheito (Frankf. a. M. 1841).