Fourichon (Mart.), franz. Admiral und Marineminister, geb. zu St. Mald 10. Jan. 1809, besuchte seit 1824 die Marineschule zu Brest, wurde 1833 Schiffslieutenant und war 1843 bereits Korvettenkapitän, 1848 Fregattenkapitän, dann Gouverneur der Strafkolonie Cayenne und 1853 Kontreadmiral. In den folgenden Jahren war F. als Majorgeneral der Flotte von Brest, dann als Oberbefehlshaber der Station des Stillen Meeres und später als Chef der Marineangelegenheiten in Algerien thätig, wurde 1859 zum Vizeadmiral befördert und mit dem Befehl über die Mittelmeerflotte betraut. Seine vielseitigen Kenntnisse und praktischen Erfahrungen veranlaßten seine Berufung in das Komitee für Marineangelegenheiten (Admiralitätsrat), worin ihm 1864 der Vorsitz übertragen wurde. Am 31. März 1870 atte F. den Befehl über das Üübungsgeschwader übernommen, erhielt jedoch im Juli, bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs, den Befe über die für die Nordsee bestimmte Flotte, und lief 9. Aug. von Cherbourg aus. Ein Erfolg war bei den eigentümlichen Küstenverhältnissen und den deutscherseits getroffenen Verteidigungsmaßregeln um so weniger zu erreichen, als es der franz. Flotte an leichten, für das Befahren flacher Küstengewässer geeigneten Schiffen und Fahrzeugen fehlte. kreuzte in der Nordsee und suchte von der Reede von Helgoland aus die Blockade der deutschen Nordseekuste, insbesondere der Mündungen von Elbe und Weser durchzuführen, enthielt sich jedoch jedes Angriffs auf die damals noch sehr unvollständige Befestigung von Wilhelmshaven und die auf der Außenreede der Jade zum Schutze des Kriegshafens Tchri deutsche Panzerflotte. Am 12. Sept. 1870 kehrte F. mit der franz. Nordseeflotte nach Cherbourg zurück, da die Türer Panzerschiffe beim Eintritt der rauhen Jahreszeit sich auch für die Blockade nicht mehr geeignet erwiesen, und erfuhr unterwegs seine durch die Regierung der nationalen Verteidigung erfolgte Ernennung zum Minister der Marine und der Kolonien. Bei der Regierungsdelegation übernahm F. die obere Leitung der militärischen Angelegenheiten, mußte jedoch nach dem Eintreffen Gambettas auf jede selbständige Thätigkeit Verzicht leisten. Als willenloses Werkzeug Gambettas unterzeichnete er dessen Proskriptionsdekrete, welche sodann auf Verlangen der pariser Regierung außer Kraft gesetzt wurden. Im Febr. 1871 in die konstituierende Nationalversammlung gewählt, gehörte F in dieser dem rechten Centrum an, gab unter Thiers' erstem Ministerium das Marineministerium an den Admiral Pothuau ab, wurde 1876 in den Senat berufen und am 9. März abermals mit der Leitung des Ministeriums der Marine und der Kolonien betraut; bei dem Rücktritte des Kabinetts Dufaure legte er 16. Mai 1877 dieses Amt nieder.