Forestagium (mittellat.), Genuß der Nutzung 217 Forstes oder der statt dessen bedungenen ahlung. 10. Jan. 1804 zu Paris, erhielt im Collége zu Dijon seine Erziehung, trat 1822 in die Militärschule von t.Cyr, wurde 1824 Infanterielieutenant und. machte 1830 die Expedition nach Algier mit. Danach beschäftigte sich F. mit topogr. Studien, wurde 1835 Kapitän und erhielt bald darauf das Kommando einer Jägerkompagnie, an deren Spitze er sich bei der ersten Expedition gegen Konstantine, namentlich auf dem Rückzuge (4. Dez. 1836), auszeichnete. Im Feldzuge von 1839 drang er zuerst durch die sog.“ ortes-de-Fer, wurde 1840 Bataillonschef und erhielt bald darauf den Befehl über das 6. Fußjägerbataillon, welches damals zu St.⸗ Omer errichtet wurde. Schon 1841 ward er Oberstlieutenant, 1844 Oberst eines Linien-Infanterieregiments. In der Revolution von 1848 legte F. republikanische Gesinnung an den Tag und erhielt den Befehl über eine Brigade der Armee von Paris, wandte sich dann Ludwig Napoleon zu, den er auch bei dem Staatsstreiche vom 2. Dez. 1851 unterstützte, und wurde 1852 Divisionsgeneral. Napoleon III. beauftragte ihn 1854 mit der Formierung einer Reservedivision, die als 4. Division der Orientarmee nach der Krim geschickt wurde. Zunächst besetzte er mit einem Teile seiner Division den Piräus, um Griechenland im Zaume zu halten, später nahm an der Belagerung von Sewastopol teil und galt nächst Bosquet für den tüchtigsten General der franz. Orientarmee. Von Charakter rauh, verfeindete er sich mit dem Oberbefehlshaber Canrobert. F. erhielt endlich im März 1855 seine Abberufung und wurde zum Befehlshaber der Band Oran in Algerien ernannt, jedoch schon 1857 an die Spitze er 1. Division der Armee von Paris berufen. Bei Ausbruch des ital. Kriegs übernahm er die 1. Division im 1. Armeekorps (Baraguay d'Hilliers) und lieferte mit seiner bis in die Gegend von Voghera vorgeschobenen Division in Verbindung mit einem sardin. Reiterkorps 20. Mai das Treffen bei Montebello und Casteggio gegen ein von Stradella —* vordringendes österr. Korps unter Stadion. Am 8. Juni beteiligte er sich mit seiner Division an dem Gefechte bei Marignano (Melegnano), welches hier das 1. franz. Korps dem den Rückzug deckenden Benedekschen Korps lieferte, und kämpfte 24. Juni mit Auszeichnung in der Schlacht von Solferino, wo er den Stützpunkt des österr. Centrums, das Dorf Cavriana, erstürmte. Nach dem Kriege erfolgte seine IFaumn zum Senator. Anfang Juli 1862 wurde F. zum Oberbefehlshaber der franz. Truppen in Mexiko ernannt, wo er im September eintraf. Unter großen Schwierigkeiten drang er seit Anfang 1863 ins Innere des Landes vor, langte im März vor dem starkbefestigten Puebla (. d. an und zwang dasselbe nach harten Kämpfen 17. Mai zur Übergabe. Er setzte sodann seinen Marsch fort, zog endlich 10. Juli in die Hauptstadt Mexiko ein und wurde als Marschall von Frankreich zurückberufen, weil man den Feldzug für beendet hielt. F. verließ Mexiko 4. Okt. 1863, übernahm im Dezember den Oberbefehl über das 2. Korps (Lille), befehligte 1867 das Lager von Chälons, lebte dann infolge anhaltender Kränklichkeit zurückgezogen in der Nähe von Nancy, wurde kurz vor dem Ausbruche des Deutsch⸗-Französischen Kriegs nach Petersburg als Gesandter geschickt und war nach den ersten Niederlagen des franz. Heers eifrig bemüht, Rußland zur Teilnahme am Kriege gegen Deutschland zu bestimmen. Seine Bestrebungen scheiterten an der Charakterfestigkeit des Kaisers Alexander II. F. kehrte nach dem Friedensschlusse nach Frankreich zurück und starb nach schweren Leiden 20. Juni 1872 zu Paris, wo seine Leiche 24. Juni im Invalidendome beigesetzt wurde. orez, ehemalige Provinz Frankreichs vor 1790, welche zum Generalgouvernement Lyonnais gehörte. Bevor Montbrison 1441 Hauptort wurde, war es Feurs (Forum), wonach das Land Forensis pagus, später Forez genannt wurde. Es war das alte Land der Segusiaven und der Insubrer, wurde 900 eine erbliche Grafschaft, kam im 12. Jahrh. an die Familie Albon, im 14. Jahrh. an die Bourbons und 1532 an die Krone; 1790 wurde es das Depart. Loire; kleinere Teile wurden zu den Depart. Rhone und obere Loire geschlagen. — Das Obere Forez oder Jarreét, mit dem Hauptorte St.⸗Chamond, war der südöstl. Teil und begriff in sich die ganze Gneisgebirgsmasse, in deren Mitte die Kohlenbecken von St.⸗Etienne, Rive-de-Gier, Firminy u. s. w. liegen. —Nieder-Forez, im N. und in der Mitte, zwischen den beiden parallel laufenden Ketten des Forez⸗ und Lyonnaisgebirges, umfaßte die beiden großen Ebenen von Montbrison und Roanne, fruchtbar an Wein und Korn, aber mit Sümpfen und ungesunden stehenden Wassern bedeckt. Vgl. La Tour-Varan, «Etudes historiques sur le P., chronique des chaàteaux et des abbayeso (St.⸗ Etienne 1854); Bernard, Histoire du F. (1833).