Fraas (Oskar), Geolog, geb. 17. Jan. 1824 zu Lorch im Remsthale, besuchte die Lateinschule zu Göppingen und studierte dann am Seminar zu Blaubeuren und auf dem Stift zu Tübingen Theologie, wobei er sich zugleich unter Quenstedts Leitung geolog. Studien eifrig hingab. Diese setzte er auch fort, als er Vikar zu Balingen wurde. Ein einjähriger Aufenthalt in Paris, wohin er sich 1847 begeben hatte und wo er auch einige Zeit die Ecole des mines besuchte, brachte ihn in nähere Beziehung zu D'Orbigny und Elie de Beaumont, welche einen entscheidenden Einfluß auf die Richtung seiner Forschungen gewannen. F. wurde 1850 zum Pfarrer in Laufen an der CEyach ernannt, und hatte diese Stellung bis 1854 inne; in letzterm Jahre wurde er als Konservator an das königl. Naturalienkabinett für die mineralog. und paläontolog. Abteilung berufen, 1856 zum Professor ernannt. Er wurde 1859 Mitglied der Kommission zur Herstellung des geognost. Atlas von Württemberg und 1872 Vorstandsmitglied der Deutschen anthropologischen Gesellschaft. Eine 1864—65 von ihm zu geolog. Zwecken unternommene Reise nach Agypten und der arab. Halbinsel bot ihm reichliche wissenschaftliche Ausbeute. Auf Veranlassung des Generalgouverneurs Rustem-Pascha unternahm er 1875 eine bisber' Untersuchung des für wissenschaftliche Zwecke isher ganz unzugänglichen Libanon. Unter F.“ geologischen und geognost. Arbeiten sind außer einer großen Anzahl, welche er in Fachzeitschriften veröffentlichte, hervorzuheben: Die nutzbaren Mineale Württembergs (Stuttg. 1860), „Aus dem hrient. Geolog. Beobachtungen am Nil u. s. w.v Stuttg. 1867), (Fauna von Steinheim (Stuttg. 370), Vor der Sintflut. Eine populäre Geschichte er Urwelte (3. Aufl., Stuttg. 1870), Drei Monate m Libanond (Stuttg. 1876). Mit Vorliebe beutzte F. das über Württemberg verzweigte Netz der isenbahnen, um dieselben geolog. Ue den Sahnh Grunde zu legen und mit ihrer Hilfe den Schichenbau des Landes ans Licht zu stellen.