Frack (frz. frace, und dies vom engl. frock, frz. froc, mittellat. frocus, flocus, vom lat. floccus, Flocke, also ursprünglich flockiger Stoff und ein Kleid daraus) ist der Name des Kleidungsstücks des vollen Gala-Anzugs, welches die heutige Mode und Konvenienz den Männern bei Besuchen, Vorstellungen, Gesellschaften, Bällen, kurz bei allen feierlichen und ceremoniösen Gelegenheiten des geselligen Lebens vorschreibt. Sein Vorbild ist beim Militär zu suchen, welches im 18. Jahrh. vielfach tonangebend wurde. Der Kavallerist, der anfangs den weiten Rock wie der Fußgänger trug, pflegte sich die langen Schöße dadurch sitzgerecht zu machen, daß er die Zipfel nach außen umklappte und mit Haken oder Knopf befestigte. Bei andersfarbigem Unterfutter that dies gute Wirkung und man dehnte darum die Sitte auch auf die Uniform des Infanteristen aus. Bald aber wurden aus den umgeschlagenen Zipfeln Aufschläge, welche bei allen Heeren eingeführt wurden und das 18. Jahrh. und selbst die Revolution bis zum Waffenrock überdauerten. Seit dem Siebenjährigen Kriege, als der Ruhm und das Ansehen der preuß. Offiziere auch ihre Popularität erhöhte, suchte auch das Civil sich gern einen halbmilitärischen Anstrich zu geben; man suchte den Kleidrock dem Militärfrack ähnlich zu machen, nicht indem man die Zipfel umschlug, sondern indem man sie einfach beschnitt. Indessen galt der einfache F., unbordiert und von ungeblümtem Stoff, im Gegensatz zu dem reichgeschmückten Staatsrock, den nur eine sehr geringe Umschneidung der Schöße frackähnlich machte, anfänglich als ein Zeichen der Emancipation von Sitte und Herkommen; noch war er nicht be ernang viel weniger hoffähig geworden. Goethe errang ihm in Weimar 1775 durch sein Wertherkostüm, den blauen F. mit Messingknöpfen, den ersten Triumph, und schon in den letzten beiden Jahrzehnten vor der Französischen Revolution galt er, einfach blau oder braun, besonders in dem von England eingeführten Schnitt (daher auch der Name), als die Tracht der Eleganten und Stutzer. Die eigentliche Anerkennung gewann er indes durch die Französische Revolution und die neuen mit ihr entstehenden Gesellschaftsformen. Selbst das weibliche Geschlecht trug eine Zeit lang eine Art F., als Caraco oder Longue veste bezeichnet, über dem weiblichen Rock, von gleichem Schnitt wie der männliche und mit denselben Schößen, die nur kürzer, oft sehr kurz, zu sein pflegten. Seit 1830 ist die Farbe des sog. Gesellschaftsfracks fast durchgängig schwarz. Vgl. Falke, «Die deutsche Trachten⸗ und Modenwelty (Opz. 1858). „Fra Diavölo, d. h. Bruder Teufel, berühmter ital. Räuber, hieß eigentlich Michael Vozza und war in Calabrien 1760 geboren. Anfangs Mönch unter dem Namen Fra Angelo, nach andern Angaben Strumpfwirker, trat er nachherzu einer Räuberbande, die in der Gegend von Intri in Terra di Lavoro ihr Wesen trieb, und wurde als deren Hauptmann in contumaciam zum Tode verurteilt. Da er sich bei dem Einrücken der Franzosen in Neapel für den König erklärte, wurde er begnadigt und zum Obersten ernannt, worauf er mit seiner Bande den Feldzug im röm. Gebiete mitmachte. Auch 1806 that er den he osen in Neapel vielen Schaden, bis er, seiner lechten Aufführung wegen vertrieben, sich nach Calabrien wandte, das er unter Leitung des Commodore Sidney Smith ebenfalls gegen die Franzosen insurgierte. Bei San-Severino gefangen, wurde er, obschon die Engländer seine Auslieferung verlangten, 10. Nov. 1806 zu Neapel gehängt. Aubers Oper hat nichts mit Fra Diavolo gemein als den Namen.