FeedBelleème
ErdkundeBrockhaus 1882

Belleème, Bellesme, Stadt im franz. Depart. Orne, Arrondissement Mortagne, am Fuße von Anhöhen von 200—250 m Höhe, nahe den Quellen der Même gelegen, ist gut gebaut, hat ein ehemals sehr festes Schloß und zählt (1876) 2935 E., die auptsächlich Bonneterie, Glasfabrikation, Kalkrennerei sowie Handel mit Holz, Getreide, Wein, Vieh u. s. w. betreiben. Vor der Stadt, im schönen Walde von Belleéme, einem Üderreste des altberühmten Saltus Perticus, befinden sich Riesensteine (Dolme) von der Table des Marchands und gemauerte, sehr ausgedehnte Souterrains von 3m Breite. Ferner eine Mineralquelle, die Fontäne de la Herse, mit röm. Inschriften, aus denen hervorgeht, daß derselbe der Venus (gallisch Herse oder Erse) geweiht war; dabei eine röm. Straße und drei röm. Lager. Die Quelle war lange vergessen, kam erst seit Ende des 17. Jahrh. wieder in uuf und wird jetzt stark besucht; die Wasser ähneln denen von Spaa. B. ist ein sehr alter Ort und gab einem berühmten Geschlechte den Namen, dessen Geschichte sich in die der Grafschaften Perche und Alengon verwebt. Mit dem Prinzen Karl II. von Valois, der die Grafschaft 1322 erhielt, begann die Geschichte des spätern Herzogtums Alengon (s. d.). Der zweite Sohn Wilhelms I. von B., Warin, wurde der Stammvater der Grafen von Perche (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 741Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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