Frauengebrechen zu schützen vermag. Die Behandlung der F. ist je nach der Art der vorliegenden Affektion sehr verschieden und hat oft mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen; sie erfordert in den weitaus meisten Fällen, da es sich gewöhnlich um eingewurzelte übel handelt, große Geduld seitens der Kranken wie seitens des Arztes, sowie eine durchaus gründliche und genaue örtliche Untersuchung der kranken Teile, ohne welche eine richtige Diagnose der betreffenden Krankheit meist ganz unmöglich ist. Jede unterleibskranke Frau wende sich möglichst frühzeitig an einen tüchtigen und sachverständigen Arzt, da die meisten F. in ihrem Anfangsstadium, in welchem freilich so viele Kranke aus falscher Prüderie die Einholung ärztlichen Rates versäumen, recht leicht geheilt werden können, während sie im vernachlässigten und verschleppten Zustand oft jeder Behandlung trotzen. Die anzuwendenden Heilmittel sind teils allgemein diätetische, welche eine Kräftigung der Gesamtkonstitution erzielen, teils medikamentöse, die direkt auf das erkrankte Organ appliziert werden, teils chirurgische, wie Atzungen, Blutentziehungen, Skarifikationen u. dgl. (S. Gebärmutterkrankheiten.) Eine wesentliche Bereicherung hat die Therapie der F. im letzten Jahrzehnt durch eine Reihe zum Teil höchst genialer Operationen erfahren, durch welche es jetzt unter dem Schutze der antiseptischen Wundbehandlung gelingt, auch solche Leiden kranker Frauen, an deren Beseitigung früher gar nicht zu denken war, auf operativem Wege zu heilen oder wenigstens erträglich zu machen. Es gehören hierher vor allem die Ovariotomie zur Beseitigung der gefahrdrohenden Cierstockgeschwülste, die operative Entfernung einzelner Teile oder der gesamten Gebärmutter, der Scheidenverschluß zur Heilung des Gebärmuttervorfalls, sowie die Operation verschiedener Formen der Blasenscheidenfistel. Hinsichtlich der einzelnen Formen der F. sind die besondern Artikel über Amenorrhöe, Dysmenorrhöe, Eierstockswassersucht, Gebärmutterkrankheiten, Hysterie, Klimakterische Jahre, Leukorrhöe, Menstruation und Unfruchtbarkeit zu vergleichen. Litteratur. Scanzoni, Lehrbuch der Krankheiten der weiblichen Sexualorganer (5. Aufl., Wien 1875); Beigel, Die Krankheiten des weiblichen Geschlechts»(2 Bde., Erlang. 1874); C. Schröder, Handbuch der Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorganer (5. Aufl., Lpz. 1881).