Frauenlob wurde Heinrich von Meißen, ein Meistersinger, genannt, entweder wegen des Lobes, das er den Frauen widmete, oder von seinem berühmten Lobgesang auf die Heilige Jungfrau, oder deshalb, weil er in seinem Streitliede gegen den Schmied Regenbogen dem Worte «Frauo vor dem Worte «Weibo den Vorzug gibt. Um 1260 geboren, übte er seine Kunst lange an süd- und norddeutschen Fürstenhöfen aus. Er ließ sich (nicht vor 1311) in Mainz nieder, wo er zwar nicht, wie die Sage will, die erste Meistersingerschule stiftete, aber doch eine Vereinigung von Sängern unter bestimmten Formen gegründet zu haben scheint. Hier starb er auch 1318. Frauen sollen seinen Leichnam in die Domkirche getragen, ihn beweint und seinen Grabstein durh Weinspenden geehrt haben. Statt dieses Grabsteins, der 1744 zerbrochen wurde, ist ihm 1842 ein neues Denkmal (von Schwanthaler) gesetzt. In F.s Gedichten ist poetisches Gemüt und Gedankenreichtum nicht zu verkennen; sie leiden aber an dunkelm, gezwungenem Ausdruck und störender Häufung einer Gelehrsamkeit, welche wahrscheinlich die spätern Meistersinger zu der unbegründeten Annahme veranlaßt hat, daß er Doktor der Theologie gewesen sei. Am vollständigsten gab die Gedichte Ettmüller (Quedlinb. 1843) heraus. Vgl. Borckel, «F., sein Leben und Dichteno (2. Aufl., Mainz 1881). [milla. rauenmantel, Pflanzengattung, s. Alcherauenstadt oder Nagy-Bänya, Stadt im ungar. Komitat Szathmär (s. d.). Philosoph, geb. 17. April 1813 zu Bojanowo, erhielt seine Gymnasialbildung zu Neisse in Schlesien und widmete sich seit 1833 zu Berlin erst theol., dann ausschließlich philos. Studien. Noch vor seiner Promotion ließ F. die Abhandlungen „Die Freiheit des Menschen und die Persönlichkeit Gottesy (mit einem Briefe Gablers, Berl. 1838) und „Die Menschwerdung Gottes nach ihrer Möglichkeit, Wirklichkeit und Notwendigkeit » (Berl. 1839) erscheinen. In seinen «Studien und Kritiken zur Theologie und Philosophiey (Berl. 1840) beleuchtete er die Steffenssche Religionsphilosophie, und bald' darauf trat er mit der Schrift „Schellings Vorlesungen in Berlino (Berl. 1842) in scharfe Opposition zur „Philosophie der Offenbarung 5. In den J. 1841 —44 wirkte F. zu Berlin als Lehrer im Hause des damaligen russ. Gesandten, Barons von Meyendorff, und ging dann in gleicher Eigenschaft mit dem Fürsten Ludwig zu Sayn-Wittgenstein nach Rußland, wo er bis 1846 auf dessen Gütern bei Wilna lebte. Auf einer Reise, die er 1846—47 durch Deutschland unternahm, machte er zu Frankfurt a. M. die Bekanntschaft Schopenhauers und wurde, nachdem ihn letzterer persönlich in seine Lehre eingeführt, ein energischer Vorkämpfer für dieselbe. Nachdem F. 1848 seinen Wohnsitz wieder in Berlin genommen, erschienen von ihm die Schriften: Küber das wahre Verhältnis der Vernunft zur Offenbarung (Schopenhauer gewidmet, Darmst. 1848), Asthetische Fragend (Dessau 1853), in denen er die Schopenhauersche Ästhetik zur Geltung zu bringen suchte, und 4Briefe über die Schopenhauersche Philosophie v (Lpz. 1854). Diesen reihten sich die Schriften: «Die Naturwissenschaft in ihrem Einfluß auf Poesie, Religion, Moral und Philosophies (Lpz. 1855), Der Materialismuso (Lpz. 1856) und (Briefe über natürliche Religiondo (Lpz. 1858) an, mit denen er in die wichtigsten philos. Fragen der Zeit eingriff. Seit dem Tode Schopenhauers wandte F., welchem Schopenhauer das Verlagsrecht seiner Werke vermachte, seine Thätigkeit hauptjonier der Herausgabe neuer Auflagen derselben, owie von Schriften, die an den Nachlaß Schopenhauers anknüpfen, zu. So gab er heraus: «A. Schopenhauer. Lichtstrahlen aus dessen Werkeno (4. Aufl., Lpz. 1881), Schopenhauers übertragung von Gracians Hand-Orakel und Kunst der Weltklugheito (3. Aufl., Lpz. 1877), (A. Schopenhauer. Von ihm, über ihn u. s. w. » (Berl. 1863), «Aus A. Schopenhauers Nachlaß (Lpz. 1864), sowie neue Auflagen von Schopenhauers «Parergay, aliber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunder, «über den Willen in der Naturo, «über das Sehn und die Farbeno, endlich die erste Gesamtausgabe der Werke Schopenhauers (6 Bde., Lpz. 1873 —74; 2. Aufl. 1877) und das Schopenchienen von l (2 Bde., Opz. 1871). Außerdem erchienen von ihm: Das sittliche Leben. Ethische Studieno (Lpz. 1866), eine neue Begründung der Ethik; «Blicke in die intellektuelle, physische und mora ische Welte (Lpz. 1869), voll des mannigfaltigsten Inhalts, und Neue Briefe über die Schopenhauersche Philosophies (Lpz. 1876), worin F. die Schopenhauersche Philosophie fortbildet. Er starb zu Berlin 13. Jan. 1879.