Fraustadt (poln. Wschowa), Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Posen, 11 km von der schles. Grenze, 25 Em im Nordosten von Glogau, an der Zweigbahn Lissa-Glogau der Obers chlesischen Eisenbahn gelegen, in flacher, fruchtbarer Umgebung, in welcher man an 50 Windmühlen zählt. Sie besteht aus einer Alt- und einer von geflüchteten evang. Schlesiern um 1650 begründeten Nenstadt. Der Ort ist Sitz eines königl. Landratsamts und eines Amtsgerichts, hat zwei evang. und zwei kath. Kirchen, zwei Waisenhäuser, zwei Hospitäler, ein Rettungshaus, eine königl. Realschule erster Ordnung und eine höhere Töchterschule und zählt (1880) 6755 E. Die Industrie ist nicht bedeutend, insbesondere hat die früher sehr ausgedehnte Tuchfabrikation ganz aufgehört; hervorzuheben ist nur eine Zuckerfabrik. Handel wird mit Getreide, Pelzen, Vieh und Wolle getrieben. Die Stadt wurde von Deutschen gegründet und bevölkert und . zum Fürstentum Glogau; 1343 erstürmte sie König Kasimir III. und vereinigte sie mit Polen. Sie erhielt das Recht, kleinere Münzen zu prägen, das sie bis 1616 ausübte. Im Anfange des 17. Jahrh. hatte die evang. Bürgerschaft, während der als asecetischer Schriftsteller bekannte Valerius Herberger ihr Seelsorger war, schwere Verfolgungen zu erdulden. Historisch merkwürdig ist F. wegen der im Nordischen Kriege hier zwischen den Sachsen und Russen unter Schulenburg einerseits und den Schweden unter Renskiöld andererseits 13. Febr. 1706 gelieferten Schlacht, in welcher die erstern eine völlige Niederlage erlitten. — Der Kreis F. zählt (1880) auf 1001 qkm 65 170 E. raustadt G. A.), Historienmaler, geb. 9. April 1821 in Lauchstädt bei Halle a. S., lernte als Konditor und kam 1842 nach Leipzig. Hier weckte der zufällige Besuch des Antikensaales der Akademie den schlummernden Funken der künstlerischen Begabung und bewog ihn, sofort als Schüler in jene Anstalt einzutreten, wo Prof. Neher sein Lehrer wurde. Im J. 1845 wandte er sich nach Dresden, wo sich zuerst Ernst Rietschel, dann Ed. Bendemann seiner annahmen, in deren Ateliers er zeichnete, auch von Schnorr erhielt er Unterricht. Zu Anfang der fünfziger Jahre siedelte er nach Hamburg über, wo er sich durch Musiklektionen erhalten mußte. Mehrere Gönner ermöglichten ihm dann den Aufenthalt in Antwerpen, wo er 1857 ankam, und Verscharen, van Lerius, de Keyser seine Lehrer, Tadema sein Freund und Kollege wurde. F.s meist aus der Geschichte des Mittelalters und der Reformationszeit genommenen Stoffe fanden Beifall, besonders zunächst in Amerika, von woher er Aufträge erhielt, z. B. sieben größere Scenen aus dem Abfall der Niederlande 1870. Andere Werke sind: die Ablaßpredigt Tezels, Luther zum Wormser Reichstag gefordert (Privatbesitz in Antwerpen); für den Cercle artistique daselbst malte er die Kolossalfigur des Andreas Vesalius, endlich erntete er 1875 mit seinem in Brüssel ausgestellten Bilde: Hagen und Volker vor dem Saal Kriemhildens, großen Beifall. Diesem Werke folgten die Kompositionen: Kriemhildens Traum, wie Siegfried verraten ward, Siegfrieds Abschied von Kriemhild. (der Rheinprovinz.