Freylinghausen (Joh. Anastasius), geistlicher Liederdichter aus der Schule des Pietismus, geb. 2. Dez. 1670 zu Gandersheim, studierte seit 1689 zu Jena Theologie, siedelte 1691 nach Erfurt über, wo damals Breithaupt und A. H. Francke wirkten, und folgte diesen 1692 nach Halle. F. wurde 1696 Franckes Gehilfe im Pfarramt zu Glaucha, 1715 an der Ulrichskirche zu Halle, 1723 Subdirektor, 1727 Mitdirektor des Pädagogiums und des Waisenhauses, 1727 Oberpfarrer an der Ulrichskirche und starb 12. Febr. 1739. F. hat sich um die Förderung des Kirchenliedes bedeutende Verdienste erworben. Er selbst hat 44 Lieder gedichtet, darunter: «Mein Herz, gib dich zufrieden u. s. w. », «Auf auf, mein Geist, auf auf, den Herrn zu loben u. s. w. », «Ein Kind ist uns geboren heut u. s. w. v. Außerdem veröffentlichte F. Gesangbücher, in welchen manche Lieder aus dem Kreise des Pietismus zuerst veröffentlicht wurden. Im J. 1704 erschien: «Geistreiches Gesangbuch, den Kern alter und neuer Lieder, wie auch die Noten der unbekannten Melodeyen in sich haltend o, mit 683 Liedern; 1714 folgte: «Neues geistreiches Gesangbuch, auserlesene, so alte als neue geistliche und liebliche Lieder u. s. w.y, 798 Lieder enthaltend. Außerdem verdient Erwähnung seine «Grundlegung der Theologier (Halle 1703). Vgl. Walter, (Leben F.so (Berl. 1864).