Friedländer (David), bekannt durch seine Bestrebungen für die Emancipation des Judentums, geb. zu Königsberg i. Pr. 6. Dez. 1750, kam 1771 nach Berlin, wo er 1772 die Tochter des reichen W (Vaters von J. E. Hitzig) heiratete und mit oses Mendelssohn eng befreundet wurde. In F.s Bestrebungen für Emancipation und Reformation des Judentums machte ihn die Beständigkeit seines Eifers zum Mittelvunkte aller Mitkämpfer; freilich schützte ihn sein Eifer für das als gut Erkannte nicht vor Peiteramd F. war schon in seiner Jugend Mitarbeiter an der (hebr.) Zeitschrift Meashef (Der Sammlero) und hatte besondern Anteil an der Errichtung der jüd. Freischule in Berlin, neben welcher eine gorient. Buchdruckerei und Buchhandlung» angelegt wurde. Er übersetzte Wesselys „Worte des Friedens und der Wahrheity aus dem Hebräischen in das Deutsche (1783), und gab (1786) eine «Kübersetzung der Gebete der Juden auf das ganze Jahro heraus. Den Anfeindungen, welche von einzelnen Rabbinern gegen die biblischen Übersetzungen Mendelssohns gerichtet wurden, trat er in seinem Rundschreiben an die deutschen Juden» (Berl. 1788), sowie in einem Aufsatze in der KBerliner Monatsschrifto: Etwas über die Mendelssohnsche Psalmenübersetzunge, entgegen und fügte der Mendelssohnschen libersetzung des Salomonschen Predigersv eine Abhandlung: «über den besten Gebrauch der Heiligen Schrift in pädagogischer Rücksichto, bei. Unter den Schriften für die Emancipation der Juden steht obenan: Aktenstücke, die Reform der 117 Kolonie in den preuß. Staaten betreffend (Berl. 1793). Sein «Sendschreiben an den Propst Teller von einigen Hausvätern jud. Religiono (Berl. 179 führte zu einem lebhaften Federkriege. Nach dem Erscheinen des Edikts vom 11. März 1812 vereinigte F. sich mit Gleichgesinnten in den Bestrebungen für Verbesserung des jüd. Gottesdienstes und des Erziehungswesens, und verfaßte auf Veranlassung des damals in Warschanu residierenden Bischofs von Kujawien und Pomerellen, von Malczewski, eine Schrift: Küber die Verbesserung der Israeliten im Königreich Polenv (Berl. 1819). Judenfeindliche Schriften, die im Anang des 19. Daben erschienen, veranlaßten ihn zu em Sendschreiben an seine Freundin von der Recke: 4Beitrag zur Geschichte der Verfolgung der Juden im 19. Jahrh. durch Schriftsteller» (Berl. 1820). Er stard 25. Dez. 1834 in Berlin. Vgl. Ritter, «David F. und sein Wirken» (Berl. Lacb.