Eberhard (Joh. Aug.), namhafter philos. Schriftsteller, geb. 31. Aug. 1739 zu Halberstadt, studierte in Halle 1756—59 Theologie, wurde hierauf Hauslehrer beim Freiherrn von der Horst und dann Konrektor am Gymnasium und zweiter Prediger an der Hospitalkirche in seiner Vaterstadt. Doch bald legte er seine Amter nieder und begleitete den Vater seines Zöglings nach Berlin, wo er in Muße den Wissenschaften leben konnte und mit Nicolai und Mendelssohn die engste Freundschaft schloß. Später trat er wieder in den geistlichen Stand und wurde Prediger am berliner Arheitshause. Um diese Zeit schrieb er seine „Neue Apologie des Sokrateso (2 Bde., Berl. 1772; 2. Aufl. 1790). Dieses Werk, das Deimimfg Grundsätzen die Rechte der gesunden Vernunft gegen die Anmaßungen strenggläubiger Theologen in Schutz nahm, fand in und außer Deutschland großen Beifall. Da er aber sehr bald mit der berliner Orthodoxie wegen seiner philos. Bestrebungen in Konflikt geriet, so nahm er 1774 die Predigerstelle zu Charlottenburg an. Hierauf wurde E. 1778 Professor der Philosophie in Halle; infolge der Herausgabe seiner Allgemeinen Theorie des Denkens und Empfindensy Iem 1776; 2. Aufl. 1786) ward er Mitglied der Akademie der Wissens 18⁰⁵ Geheimrat und 1808 Doktor der Theologie. Er starb 6. Jan. 1809. Von seinen zahlreichen Schriften sind noch zu erwähnen seine Sittenlehre der Vernunfto (Berl. 1781; 2. Aufl. 1786), (Vorbereitung zur natürlichen Theologies (Halle 1781), (Theorie der schönen Künste und Wissenschafteno (Halle 1783; 3. Aufl. 1790), «Allgemeine Geschichte der Philosophies (Halle 1788; 2. Aufl. 1796); ferner »Amyntorv (Berl. 1782), Handbuch der AÄsthetiko (4 Bde., Halle 1807 —20), (Geist des Urchristentums (3 Bde., Halle 1807—8), (Vermischte Schrifteno (2 Bde., Halle 1784—88). Sein „Versuch einer allgemeinen deutschen Synonymiko (6 Bde., Halle 1795—1802) wurde fortgesetzt und erweitert von Maaß (12 Bde., 1818—21) und von Gruber (6 Bde., 1826—30; 4. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1853). Wie dieses Werk fand sein Synonymisches Handwörterbuch der deutschen Sprachey (Halle 1802; 13. Aufl. von Lyon und Wilbrandt, Lpz. 1882) vielseitige Anerkennung.