Heß (Peter), Schlachten⸗ und Genremaler, der älteste Sohn des vorigen, geb. 29. Juli 1792 zu Düsseldorf, radierte bereits in seinem 10. 3 sei einige Tierstücke. In München bildete er sich seit 1806 an der Akademie weiter; 1813—15 wohnte er im Generalstabe des Fürsten Wrede den Gefechten gegen die Franzosen bei und zeichnete mehrere Scenen an Ort und Stelle. Berühmt ist namentlich sein Gemälde: die Schlacht bei Arcis-fur-Aube (1817). Nachher machte er Reisen nach Wien, in die Schweiz und Italien. Von seinen Gemälden aus dieser und der nächsten Zeit sind die bekanntesten: die überrumpelung eines franz. Dorfs durch die Kosaken (1817); der Übergang über die Beresina; die Verteidigung der Kinzigbrücke bei Hanau durch den General von Pappenheim; ein Scharmützel zwischen franz. Dragonern und österr. Husaren; die donischen Kosaken mit gefangenen franz. Bauern; der Morgen in Partenkirchen; ein Biwak österr. Truppen (1823); der walach. Pferdefang; das Gefecht im Engpaß bei Bodenbühls an der tiroler Grenze, ein Bild von größern Dimensionen und bis ins kleinste Detail ausgeführt; endlich das Gefecht bei Wörgel in Tirol (1832). Im J. 1833 begleitete er den König Otto nach Griechenland, um dessen Einzug in Nauplia zu zeichnen und dann in einem Gemälde auszuführen, das 1835 vollendet in die Neue Pinakothek gelangte. H. verbrachte neun Monate in Griechenland, wo er unter anderm auch die Landung der bayr. Truppen und die Huldigung König Ottos malte. Im J. 1839 folgte H. einem Ruse des Kaisers von Rußland nach Petersburg und Moskau und malte in acht großen Schlachtenbildern die Ereignisse des J. 1812. Später führte er die Schlacht bei Leipzig für den König Max von Bayern aus. H. war bayr. Hofmaler und Mitglied der königl. Akademien zu Berlin, München, Wien und Petersburg. Mit Quaglio stiftete er den Kunstverein in München, woselbst er 4. April 1871 starb. Er gilt mit Recht als einer der ersten Kriegsepisodenmaler der Neuzeit, ohne zum eigentlichen Schlachtenmaler den Beruf zu haben. Sein Kolorit ist übrigens ziemlich matt, seine Komposition klar und tief gedacht. Die Staffage wie das Landschaftliche sind in allen seinen Arbeiten mit gleicher Meisterschaft behandelt. Von seinen Söhnen bildete sich der ältere, Eugen H. (geb. 25. Juni 1824 in München, gest. 21. Nov. 1862 daselbst), unter des Vaters Leitung und auf der münchener Akademie zum Genremaler, ging dann nach Brüssel, wo er in die Fußstapfen der neuen belg. Schule trat. Seine Richtung war das Gebiet der Jagd- und Kriegsscenen, sein bestes Bild der Schwedenüberfall bei Dachau (in der Neuen Pinakothek in München). — Mar H., der jüngere Sohn (geb. 15. Okt. 1825 in München, gest. 19. Juli w1868 im Bade Lippspringe), war anfangs ebenfalls des Vaters Schüler, vervollkommnete sich dann in Düsseldorf und Paris und nahm darauf in Düsseldorf seinen Wohnsitz. Er entwickelte als Maler im eigentlichen Sinne keine sehr ernste Thätigkeit, wirkte aber als geistreicher und geschmackvoller Arrangeur und Dekorateur bei den berühmten Künstlerfesten in Düsseldorf.