Friedrich II., Landgraf von Hessen-Kasse einziger Sohn des Landgrafen Wilhelm VIII., gel 14. Aug. 1720 in Kassel, wurde hier und in Ger erzogen und vermählte sich Mai 1740 mit Maric Tochter Georgs II. von England. In dem Oster reichischen Erbfolgekriege diente er in dem hess. Kor tingent der alliierten Armee in Westfalen, den österr. Niederlanden und am Rhein gegen die Franzosen, kommandierte infolge der Frankfurter Union (22. Mai 1744) das hess. Korps, welches mit Kaiser Karl VII. dessen Erblande befreien sollte, half 1746 dem Herzog von Cumberland die schott. Empörung niederschlagen und blieb dann, 1747 zum General der hess. Infanterie ernannt, bis zum Aachener Frieden (1748) in den Niederlanden. Im J. 1749 trat F., beeinflußt durch Hoffnungen auf die poln. Königskrone, zur kath. Kirche über, für die ihn das bayr. Haus, besonders Clemens August von Köln, gewonnen hatten. Längere Zeit auf Reisen die ihn nach Paris, Brüssel, London und Berlin führten, verbarg F. den Religionswechsel seinem Vater bis 1754. Dieser sicherte die reform. Landeskirche durch die Hessische Assekurationsakte, in der F. seine Regierung in streng protest. Formen zu führen versprechen mußte. Im April 1756 entschloß sich F., seinem Vater zu Willen preuß. Kriegsdienste anzunehmen, und kämpfte unter Friedrichs d. Gr. Fahnen als Generallieutenant und General der Infanterie gegen Osterreich. Im Febr. 1760 Nachfolger seines Vaters geworden, von König Friedrich zum Generalfeldmarschall erhoben, hielt er das Land in der Anhänglichkeit an Preußen fest und war bemüht, die dem Fürstentum durch den Krieg geschlagenen Wunden zu heilen. Kassel verdankt ihm und seinem Baumeister Du Ry prächtige Gebäude und Anlagen. Er stiftete das Museum, die Bibliothek, eine Maler⸗ und Bildhauerakademie, an der die Tischbeins wirkten, das Collegium Carolinum, an das er Pund Müller, Georg Forster, Mauvillon u. a. berief, und sonstige Anstalten. Sein Bekenntnis hinderte ihn nicht an ausgesprochener Vorliebe für die philos. Geschmacksrichtung seines Jahrhunderts. Er korrespondierte mit Voltaire, den er 1773 selbst in Ferney besuchte. Nach dem Tode seiner getrennt von ihm lebenden Gemahlin (1772) heiratete er 1773 Philippine Auguste Amalie, eine brandenb.⸗schwedtsche Prinzessin, von der er keine Kinder erhielt. Einen Makel in seiner Regierung bildet der 1776 erfolgte Verkauf eines 12000 Mann starken Korps an die engl. Regierung zur Bekämpfung der nordamerik. Kolonien. Im folgenden Jahre warb er vergebens um die Rachfol e seines Hauses in der bayr. Kurwürde. Er starb 31. Okt. 1785 auf Schloß Weißenstein (Wilhelmshöhe).